Symptome im Vergleich

Experte über Nebenwirkungen von Astrazeneca: Hausapotheke oft gefährlicher

Eine Impfung gegen das Coronavirus.
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Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca sorgt derzeit für Aufsehen.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist derzeit wegen seiner Nebenwirkungen in der Kritik. Ein Experte warnt jetzt aber: In der Hausapotheke lauern auch Gefahren.

Dortmund – Die Corona-Impfung von Astrazeneca sorgt derzeit für Aufsehen. Für unter 60-Jährige gibt es offenbar ein erhöhtes Thrombose-Risiko durch das Vakzin. Einer Frau (47) aus NRW wurde das nach einer Impfung mit Astrazeneca möglicherweise zum Vergängnis sie ist gestorben. Der Zusammenhang wird noch geklärt. Der Impfstoff hat dennoch „seinen Ruf weg“. Ein Experte erklärt jetzt, dass auch die Hausapotheke gefährlich sei.

UnternehmenAstrazeneca
CEOPascal Soriot (seit 1. Okt. 2012)
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich

Nebenwirkungen von Astrazeneca: Auch Hausapotheke nicht ungefährlich

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker“, heißt es in Werbe-Spots für Medikamente. Wenn Verbraucher sich wirklich gewissenhaft über Nebenwirkungen informieren würden, wüssten viele das Risiko durch die Impfung mit Astrazeneca besser einzuordnen. Das meint zumindest Frank Mockenhaupt, der kommissarische Direktor des Instituts für Tropenmedizin der Berliner Charité.

Beispielsweise für Blutverklumpungen, die nach Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff vorgekommen sind, liegt die Wahrscheinlichkeit bei eins zu 123.000. Angaben dieser niedrigen Wahrscheinlichkeiten tauchen auf gängigen Beipackzetteln gar nicht auf, wie der Tagesspiegel berichtet. Zumindest dann nicht, wenn man annimmt, dass alle Geimpften gleich betroffen sind. Das sei für den Impfstoff von Astrazeneca aber noch nicht geklärt.

Blick in die Hausapotheke: Nebenwirkungen schlimmer als bei Astrazeneca?

Bei Medikamenten, die seit Jahren etabliert sind, können allerdings ähnlich verheerende Nebenwirkungen auftreten. Und diese werden auch auf dem Beipackzettel erwähnt. Unter dem Punkt „Welche Nebenwirkungen sind möglich“ werden „sehr häufige“ und „sehr seltene“ Nebenwirkungen benannt.

Letzteres betrifft laut Tagesspiegel einen von 10.000 Patienten. Bei einer Packung Aspirin werden unter „sehr selten“ etwa schwerwiegende Blutungen wie beispielsweise Hirnblutungen aufgeführt. Bei einem von 1000 Patienten kann Aspirin sogar zu einem Magen- oder Darmgeschwür führen. Das Medikament ist rezeptfrei erhältlich und gilt laut Apothekenumschau als geeignet für die Hausapotheke.

Der Impfstoff von Astrazeneca ist wegen möglicher Nebenwirkungen derzeit in aller Munde.

Astrazeneca gefährlicher als Hausapotheke? Blick auf die Nebenwirkungen

Pantoprazol soll bei Magenproblemen oder Sodbrennen helfen. In den Nebenwirkungen tauchen aber auch Knochenbrüche als Symptom auf. Bei einem von 100 Patienten kann das in Hüfte, Handgelenk oder Wirbelsäule vorkommen. „Sehr selten“ kommt es bei dem Medikament zu Desorientierung.

Bei dem bekannten Schmerzmittel Ibuprofen tauchen unter „sehr selten“ sogar ähnliche Nebenwirkungen wie bei Astrazeneca auf: Herzinfarkt und Blutplättchenmangel. Diese Symptome in Kombination mit Thrombose stehen bei Astrazeneca in der Kritik.

Video: Astrazeneca vermarktet Coronavirus-Impfstoff künftig als Vaxzevria

Ist Astrazeneca deswegen gefährlicher, als die gängigen Medikamente aus der Hausapotheke? Das wird zurzeit noch überprüft. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich dafür ausgesprochen, die Impfung mit dem Vakzin währenddessen nicht völlig auszusetzen.

Nebenwirkungen gefährlich: Wie geht es mit Astrazeneca weiter?

In NRW wird Astrazeneca aktuell aber nicht mehr an Personen verimpft, die unter 60 Jahre alt sind. Damit sind rund 400.000 Impfdosen frei geworden, die das das Land NRW nun umverteilen will. Für Menschen über 60 Jahre wird der Impfstoff von Astrazeneca weiterhin uneingeschränkt empfohlen. Bei Ihnen wurden bislang keine Auffälligkeiten in puncto Thrombosen festgestellt.

Wie es mit Personen weitergeht, die unter 60 Jahre alt sind und schon die erste Astrazeneca-Impfung bekommen haben, soll Ende April entschieden werden.

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