„Vaxzevria“

Corona: Impfstoff von Astrazeneca bekommt jetzt einen neuen Namen

Die Aufregung um den Corona-Impfstoff Astrazeneca hört nicht auf. Nun bekommt das umstrittene Vakzin auch noch einen neuen Namen. Warum?

NRW – Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca hat ein Problem: Ob es primär ein Image-Problem ist oder ob das Vakzin tatsächlich für gewisse Personengruppen ein Risiko birgt, bleibt noch abzuwarten. Nun soll der Impfstoff ab sofort auch noch unter einem neuen Namen geführt werden.

ImpfstoffBisher: AZD1222 (ChAdOx1)
Hersteller/EntwicklerAstrazeneca, Universität Oxford
Art des ImpfstoffsNicht replizierender viraler Vektor (Vektorimpfstoff)
Neuer NameVaxzevria

Corona-Impfstoff: Astrazeneca heißt jetzt Vaxzevria

Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca hatte am 25. März bekannt gegeben, seinen Corona-Impfstoff künftig unter neuem Namen anbieten zu wollen. Statt „Covid-19-Vaccine Astrazeneca“ soll er jetzt „Vaxzevria“ heißen.

Auch auf der Seite der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wird er bereits unter dem neuen Namen geführt. Wie das ZDF berichtet, vermuten viele, dass dahinter eine PR-Maßnahme steckt, um das angekratzte Image wieder aufzupolieren.

Corona-Impfstoff: Astrazeneca hat ein (Image-)Problem

Das Problem bei Astrazeneca ist: Zuerst lautete die Empfehlung, dass der Corona-Impfstoff nur für Menschen bis 65 Jahre geeignet sei. Kurz darauf folgte in vielen Länder – auch in Deutschland – ein Impfstopp mit dem Vakzin, da sich die Meldungen über mögliche Thrombosen und Blutgerinnsel nach der Impfung häuften.

Inzwischen ist es auch zu einigen Todesfällen gekommen. Obwohl bislang noch kein Zusammenhang mit der Impfung nachgewiesen werden konnte, hat sich die Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff erneut geändert. Ab sofort sollen in Deutschland nur noch Menschen über 60 Jahre uneingeschränkt die Impfung des britisch-schwedischen Konzerns bekommen.

Neuer Name für Astrazeneca-Impfstoff: Unternehmen bezieht Stellung

Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet, hat das Unternehmen inzwischen auf die Umbenennung von Astrazeneca reagiert. Nach eigenen Aussagen soll es sich nicht um eine PR-Strategie handeln. „Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant“, heißt es in der Mitteilung.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist davon überzeugt, dass es sich bei dem neuen Namen Vaxzevria nicht um eine Werbemaßnahme handelt. Astrazeneca sei zuvor nur eine Abkürzung für den bei der EMA geführten Namen „Covid-19-Vaccine Astrazeneca“ gewesen. Er stehe schlichtweg für das Unternehmen, das den Impfstoff herstellt. Die Umbenennung solle das Vakzin nicht unkenntlich machen.

Neuer Name für Astrazeneca: Karl Lauterbach erklärt die Impfstoff-Umbenennung in Vaxzevria

In der Mitteilung von Astrazeneca heißt es außerdem, das man mit der vollständigen Umstellung auf den Namen Vaxzevria in etwa einem halben Jahr rechnet. Auf einigen Märkten laufe derzeit noch eine Überprüfung. Auf der internationalen und auf der deutschen Webseite ist die neue Bezeichnung noch nicht zu finden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärt die Umbenennung des Astrazeneca-Impfstoffs.

Hier steht noch die firmeneigene Bezeichnung AZD1222, mit der Astrazeneca bislang operierte. Auf der Packung des Impfstoffs steht außerdem der Begriff ChAdOx1. Das gehe darauf zurück, dass es sich bei dem Corona-Impfstoff um einen Vektorimpfstoff handelt, erklärt Lauterbach. Bisher galt das auch als offizieller Name.

Nun habe sich das Unternehmen eben einen neuen Namen überlegt, so der Gesundheitsexperte. Dass man damit das etwaige Risiko vernebeln wolle, halte er für „abwegig“.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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