Beipackzettel veröffentlicht

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Welche Nebenwirkungen der Hoffnungsträger haben kann

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca gilt als neuer Hoffnungsträger.
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Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca gilt als neuer Hoffnungsträger.

Aktuell wird in Deutschland nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer verimpft. Aber das Mittel von AstraZeneca könnte bald folgen.

Deutschland – Der erste Corona-Impfstoff ist bereits seit dem 26. Dezember zugelassen. Weitere Mittel könnten den Impfprozess aller Wahrscheinlichkeit nach beschleunigen. Der Impfstoff von AstraZeneca könnte als nächstes zugelassen werden. Doch wie unterscheidet dieser sich von Biontechs Mittel?

VirusSars-CoV-2
Ausgelöste KrankheitCovid-19
Symptome (unter anderem)Fieber, Husten, Müdigkeit

AstraZeneca: Corona-Impfstoff gilt als großer Hoffnungsträger

In Großbritannien wurden schon die ersten Menschen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca geimpft. Auch die EU hat schon 300 Millionen Dosen des Mittels vorbestellt, obwohl das Mittel hier noch nicht zugelassen ist. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hofft allerdings auf eine schnelle Zulassung. Deutschland soll in dem Fall zunächst 56,1 Millionen Dosen erhalten.

Das Vakzin gilt neben dem Corona-Impfstoff von Biontech als großer Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Der Hersteller AstraZeneca hat das Vakzin „AZD 1222“ gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt.

Ein Blick in den Beipackzettel verrät schon jetzt mögliche Risiken und Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes, wie Focus berichtet.

Corona-Impfstoff: Was steckt in AstraZeneca, was sind die Nebenwirkungen?

Dieser wurde von der britischen Regierung auf ihrer Webseite bereitgestellt, um die Bürger über das Mittel von AstraZeneca zu informieren. Sobald das Vakzin in der EU zugelassen ist, sind diese Informationen auch für Deutschland relevant.

Doch für wen ist der Corona-Impfstoff überhaupt zulässig? Laut Hersteller nur für Menschen über 18 Jahren. Bislang gibt es noch keine Daten zur Verträglichkeit und Wirkung bei Kindern, diese will der Pharmakonzern aber noch untersuchen.

Bei Fieber oder akuten, schweren Erkrankungen sollte man sich außerdem besser nicht mit dem Wirkstoff von AstraZeneca impfen lassen. Wer schwanger ist oder plant, ein Kind zu bekommen, ist hingegen nicht von der Impfung ausgeschlossen. Allerdings sollte in dem Fall Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Auch mit dem mit Mittel von Biontech sollte sich nicht jeder impfen lassen.

AstraZeneca: So wirkt der neue Corona-Impfstoff

Und genau wie bei dem Impfstoff von Biontech sind auch bei AstraZeneca zwei Impfdosen nötig, um eine Schutzwirkung gegen das Coronavirus zu erzielen. Die zweite Injektion kann zwischen vier und zwölf Wochen nach der ersten verabreicht werden (alle aktuellen Entwicklungen zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Wie wirkt das Mittel überhaupt? Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca stimuliert die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers. Er bewirkt, dass der Körper seinen eigenen Schutz, also Antikörper gegen Covid-19, erzeugt. Anders als beim Biontech-Mittel handelt es sich also nicht um einen mRNA, sondern einen Vektor-Impfstoff. Dabei werden für den Menschen harmlose Viren als Träger der Antigene genutzt.

Video: Briten werden jetzt auch mit AstraZeneca-Impfstoff immunisiert

Das Mittel enthält außerdem genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Vakzin wirkt laut Hersteller deswegen gleich doppelt: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern. Beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Nebenwirkungen von AstraZeneca: Das kam bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffes vor

Welche Nebenwirkungen können bei dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca auftreten? „Wie alle Medikamente kann dieser Impfstoff Nebenwirkungen verursachen, obwohl nicht jeder sie bekommt“, heißt es im Beipackzettel des Herstellers. In klinischen Studien seien leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen aufgetreten und schnell wieder abgeklungen.

Diese Nebenwirkungen traten bei mehr als 10 Prozent der Probanden und damit sehr häufig auf:

  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Wärme und Rötungen
  • Juckreiz
  • Schwellung oder Blutergüsse, wenn die Injektion gegeben wird
  • allgemeines Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Schüttelfrost oder Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Das sind weitere Nebenwirkungen

Das sind allerdings nicht die einzigen Nebenwirkungen von AstraZeneca. Bei bis zu 10 Prozent der Probanden und damit häufig sind aufgetreten:

  • Schwellung an der Injektionsstelle
  • Fieber
  • Erbrechen
  • grippeähnliche Symptome wie hohe Temperaturen, Halsschmerzen, laufende Nase, Husten und Schüttelfrost

Gelegentlich, also bei bis zu 1 Prozent kam es zu:

  • Schwindel
  • vermindertem Appetit
  • Bauchschmerzen
  • vergrößerten Lymphknoten
  • übermäßigem Schwitzen, juckender Haut oder Hautausschlag

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Das sind die Inhaltsstoffe

Auch über die Inhaltsstoffe gibt der Beipackzettel von AstraZeneca einen Überblick. Besonders für Allergiker könnten diese Informationen interessant sein. So enthält das Mittel unter anderem Natrium und Alkohol. Allerdings ist der Alkoholgehalt mit 0,0002 Milligramm pro Dosis so gering, dass er keine nachweisbaren Effekte hat.

Der Corona-Impfstoff enthält außerdem:

  • GMOs
  • L-Histidin
  • L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat
  • Magnesiumchloridhexahydrat
  • Polysorbat 80
  • Ethanol
  • Saccharose
  • Natriumchlorid (Kochsalz)
  • Dinatriumedetatdihydrat
  • Wasser für die Injektion

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