Raupen-Befall im Garten

„Spinnweben“ im Apfelbaum: Dieser Schädling steckt dahinter

Wie in Spinnweben eingewickelt sehen manche Apfelbäume im Frühsommer aus. Ein bestimmter Schädling sorgt für das gespenstische Gewand.

Dortmund – Apfelbäume, die aussehen als wären sie in Spinnweben gehüllt, sind von einem bestimmten Schädling befallen: Den Larven der Apfelgespinstmotte. Diese können den Apfelbaum schwächen und die Ernte verhageln. Dieses Jahr gibt es durch den milden Winter besonders viele davon.

NameApfelgespinstmotte
KlasseInsekten
OrdnungSchmetterlinge
FamilieGespinst- und Knospenmotten

Die „Spinnweben“ die im Frühsommer an Apfelbäumen zu beobachten sind, sind Nester der Brut der Apfelgespinstmotte. Nicht zu verwechseln mit denen Eichenprozessionsspinners, bei denen in Dortmund die ersten gerade das dritte Larvenstadium erreicht haben. Die Apfelbaum-Schädlinge sind harmlos für den Menschen, aber eine Gefahr für die Apfelernte.

„Spinnweben“ im Apfelbaum sind Nester von Raupen – was man dagegen tun kann

Der Name „Apfelgespinstmotte“ beschreibt genau das, was dieser Schädling macht: Seine Larven befallen ausschließlich Apfelbäume. Am Anfang des Befalls bleiben sie oft unerkannt – dann fangen sie an „Nester“ zu bauen. Damit beginnen sie ab der zweiten Maihälfte und im Juni wird dann das volle Ausmaß des Befalls sichtbar: Die Bäume sehen wie mit Spinnweben behangen aus.

Je nach Stärke des Befalls hängen hunderte feste und kompakte Gespinsel ungefähr in der Größe einer Faust an den Ästen. Darin leben sie gesellig zusammen. Die Verflechtungen sind sehr eng und stabil und sollen Fressfeinde wie Vögel abhalten. Und so kommt es dazu: Der Falter der Apfelgespinstmotte legt er seine Eier auf Apfelbäumen ab.

Nester im Apfelbaum: Diesen Schaden verursachen die Raupen

Die daraus schlüpfenden Raupen fressen sich durch die Blätter und lassen meistens nur die Mittelrippen stehen. Die Raupen sind sehr schwer zu entdecken. Bei genauem Hinsehen kann man aber kleine schwarze Punkte in ihren Nestern erspähen. Das ist ihr Kot. Ab Juni verpuppen sich die Raupen und man kann weiße Kokons in den Nestern sehen.

Wie Spinnennetze sehen die Nester der Raupen der Apfelgespinstmotte aus.

Die Raupen haben kaum natürlichen Feinde. Deshalb können sie sich massenweise vermehren. Schwer befallene Apfelbäume verlieren alle Blätter, bildet weniger Früchte aus und die Äpfel werden nur sehr klein. Ausgewachsene Bäume können sich von einem solchen Befall normalerweise erholen, anders sieht es bei jungen Bäumen aus. Hier sollte schnell gehandelt werden.

Apfelgespinstmotte: So lässt sich der Schädling bekämpfen

Zur Bekämpfung der Raupen werden oft Insektizide eingesetzt. Sie sind aber nur bedingt wirksam und töten auch harmlose Schmetterlingsarten. Statt Chemie einzusetzen, können die Nester aus dem Baum geschnitten und in der grünen Tonne entsorgt werden.

Wichtig ist, dass keine Gespinst-Reste oder Larven auf dem Boden zurückbleiben, die den Baum erneut befallen könnten. Wer die Nester bekämpft, sobald er sie im Garten entdeckt, kann das den Befall im Jahr darauf stark einschränken. Eier für die nächste Brut werden erst ab Juli gelegt.

Rubriklistenbild: © Countrypixel/Imago; Tobias Seel/photography/Imago

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