Vorsicht im Straßenverkehr

Anlieger frei: Wegen unbekannter Regel droht vielen dreistelliges Bußgeld

Bei diesem Verkehrsschild sollten Autofahrer aufpassen. Bei Polizeikontrollen wird es sonst teuer.

Deutschland – Viele Verkehrsteilnehmer betrachten das Verkehrsschild „Anlieger frei“ mit Scheuklappen. Dass die Durchfahrt eigentlich nur für Anlieger gedacht ist, ist einigen Personen völlig egal. Doch der Regelbruch kann kostspielig werden, denn selbst Radfahrer und Bekannte müssen mit Bußgeldern rechnen, weiß RUHR24*.

VerkehrsschildAnlieger frei
Definition AnliegerPersonen, die ein berechtigtes Interesse haben, in die Straße zu fahren
Bußgelder bis zu 100 Euro

Anlieger frei: Welche Verkehrsteilnehmer in die verbotene Straße einfahren dürfen

Oft stellt sich die Frage, wer sich überhaupt als „Anlieger“ bezeichnen dürfe. Der Begriff kommt in der Straßenverkehrsordnung so nämlich gar nicht vor. Grundsätzlich gelten daher erstmal alle als Anlieger, die ein berechtigtes Interesse haben, in die Straße zu fahren.

Da diese Regelung allerdings Fragen offen lässt, haben Gerichte genaue Auskunft gegeben, wer gemeint sei. Unter Anliegern versteht man demnach Personen, die mit den Grundstückseigentümern oder Bewohnern der Straße in Kontakt treten wollen (mehr Service*-News bei RUHR24).

Dazu zählen diejenigen, die als Patient zum Arzt oder als Klient zum Anwalt wollen. Auch Bauunternehmer und Handwerker dürfen laut ADAC für berufliche Zwecke in die Sperrzone einfahren. Verwandte und Bekannte haben ebenfalls das Privileg – zumindest treffe das auf die Mehrheit zu. In einigen Fällen müssten diese jedoch mit Bußgeldern rechnen.

Anlieger frei: Wann Bekannte beim Einfahren mit dem Auto mit Strafen rechnen müssen

Dies gilt zumindest für Lügner in Polizeikontrollen. Die Behauptung, die Familie oder Freunde besuchen zu wollen, bringt Autofahrer in der Regel nämlich nicht weiter. Dafür müssten sie laut des Bußgeldkataloges Beweise vorlegen, denn ohne diese kann das Gericht die Aussage als unglaubwürdig einstufen.

Wer nicht glaubwürdig darlegen kann, mit welcher Person er in Kontakt treten möchte, muss bis zu 75 Euro zahlen. Betroffenen, die ihren Fehler direkt eingestehen, droht ein Verwarngeld in Höhe von 55 Euro. Verkehrsteilnehmer, die das Auto* ohne Anliegen in der Straße parken, erhalten eine Rechnung von 30 Euro.

Auch Fahrradfahrer sollten sich an die Verkehrsregeln halten.

Tipps für Autofahrer: Fehler bei „Anlieger frei“ kann mit dreistelligem Bußgeld enden

Auch für Fahrradfahrer kann eine Strafzahlung von 25 Euro verhängt werden. Am teuersten ist das Vergehen für Kraftfahrzeuge, die über 3,5 Tonnen wiegen. Sobald diese in den verbotenen Verkehrsbereich einfahren und erwischt werden, droht eine Strafe von 100 Euro. Andere Fehler im Straßenverkehr sind noch kostspieliger*.

Wer tatsächlich ein Anliegen hat, allerdings niemanden antrifft, muss hingegen keine Bußgelder zahlen. Es könne sogar weitergefahren werden, wenn erkannt wird, dass niemand zu Hause ist. Diese Personen bleiben Anlieger, egal ob sie vor Ort jemanden antreffen oder nicht. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Imago

Mehr zum Thema