Bedrohung aus der Natur

Warnung vor Ambrosia: Giftige Pflanze breitet sich aus – starke Symptome drohen

Die giftige Pflanze Ambrosia macht sich in Deutschland breit. Jetzt ist die Hochzeit der Pflanze. Für bestimmte Personen ist die besonders gefährlich.

  • Ambrosia ist in Deutschland keine Seltenheit mehr und breitet sich wieder aus.
  • Die Pflanze gilt als besonders gefährlich für Allergiker.
  • Ursprünglich kommt Ambrosia aus den USA.

Bayern/NRW - Beim Spazieren in der Natur wollen die meisten wohl einfach nur abschalten. Allerdings lauern auf Wiesen und Waldwegen auch einige Gefahren. Die in Deutschland noch recht neue Pflanze Ambrosia ist eine davon.

Pflanze

Ambrosia/ Beifußblättriges Traubenkraut

Wissenschaftlicher Name

Ambrosia artemisiifolia

Höhere Klassifizierung

Traubenkräuter

Ambrosia: Giftige Pflanze kommt ursprünglich aus den USA

Ursprünglich stammt die gefährliche Pflanze aus den USA und breitet sich seit den 1990er Jahren vor allem in Bayern aus. Und das nicht zu knapp: Während ihres einjährigen Lebenszyklus kann eine Ambrosia, die auch als beifußblättriges Traubenkraut bekannt ist, zwischen 3.000 und 60.000 Samen abwerfen.

Außerdem kann sie bis zu einer Million Pollen in die Luft entlassen, wie T-Online berichtet. Die Hochzeit der Gefahr steht 2020 noch bevor. Zur Hauptblüte kommt Ambrosia erst im Spätsommer, je nach Wetterlage zwischen August und September. Auch in NRW gibt es einige bekannte Bestände.

Für Allergiker ist Ambrosia besonders gefährlich

Doch was macht Ambrosia so gefährlich? Die Pollen der Pflanze können beim Menschen schon in geringen Mengen allergische Reaktionen wie Heuschnupfen, Bindehautentzündungen oder allergisches Asthma auslösen. Dabei haben die Pollen der Ambrosia ein fünfmal höheres Allergiepotenzial als beispielsweise Gräserpollen.

Alle, die bereits unter einer Allergie leiden, müssen besonders aufpassen: Rund 80 % der Allergiker reagieren auch auf das beifußblättrige Traubenkraut. In diesen Fällen können noch heftigere Reaktionen auf Pollen der Pflanze drohen wie etwa trockener Husten und Atemnot, wie die Uni Tübingen mitteilt. 

Beim Spazieren sollte man besser die Augen offen halten: Die Pollen der Ambrosia können für Allergiker schwere Folgen haben. 

Nicht nur für Allergiker gefährlich: Ambrosia ist auch der Landwirtschaft ein Dorn im Auge

Doch nicht nur für Allergiker und unwissende Sparziergänger ist Ambrosia eine potenzielle Gefahr, auch für die Landwirtschaft ist die Pflanze eine echte Plage. Als Unkraut breitet sie sich auf Sonnenblumen- und Soja-Feldern aus. Ein großes Problem dabei: Ambrosia ist eng mit Sonnenblumen verwandt und kann deswegen nicht wirksam bekämpft werden, wie die Landwirtschaftskammer NRW bekannt gibt.

In Brandenburg kommt sie sogar auch in Futtererbsen-, Mais-, Lupinen- und Getreidefeldern vor und insgesamt wächst der Bestand in Deutschland. In NRW sind zwar nur wenige Flächen bekannt, auf denen Ambrosia wächst, in Bayern ist das Problem jedoch größer. Es ist eher der Eichenprozessionsspinner, der in NRW noch immer für Ärger sorgt.

Ambrosia als Allergie-Auslöser: Bayern investiert tausende Euros in die Bekämpfung

"Bei den Untersuchungen im Jahr 2019 wurden 45 neue große Ambrosia-Bestände gefunden, sodass die Gesamtzahl der erkannten großen Bestände auf 509 anstieg", so Bayern-Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Die Pollen der nordamerikanischen Beifuß-Ambrosie, die kurz vor der Blüte steht, können bei Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen. Deshalb ist es unser Ziel, die Ausbreitung der Pflanze so weit wie möglich zu stoppen."

Jährlich investiert das Bundesland 90.000 Euro in das Ambrosia-Monitoring. Auf freiwilliger Basis sei es zwar gelungen, die unkontrollierte Ausbreitung der Allergiepflanze zu verlangsamen. "Aber wie unser begleitendes Monitoring zeigt, steigen die Zahlen immer noch an. Deshalb arbeiten wir an einer weiterführenden Strategie."

Ambrosia im Garten? So wird die giftige Pflanze am besten entsorgt

Durch die hauptsächliche Verbreitung im Süden und Südwesten Deutschlands ist es relativ selten, dass Ambrosia im eigenen Garten wächst. Falls doch ein Verdacht vorliegt, sollte die Pflanze vor ihrer Entsorgung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) identifiziert werden, um sie sachgemäß zu entfernen (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de).

Grundsätzlich gilt aber, dass die Pflanze an den Wurzeln herausgerissen werden muss, wie der Westfälische Anzeiger berichtet. Dabei sollten immer Handschuhe und ab August wegen der Pollen auch eine Feinstaubmaske getragen werden. Blühende Pflanzen müssen außerdem in einem zugebundenen Plastiksack entsorgt werden, denn die Samen können nachreifen.

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