Verwechslung mit Karotte

Pflanze ist „tickende Zeitbombe“ – Verwechslung mit Gemüse droht

Aufgrund des Klimawandels breitet sich eine Pflanze in Deutschland immer weiter aus. Das Problem: Sie gilt als hoch allergen und birgt eine Gefahr für die Gesundheit.

Dortmund – Die Hochsaison von Pflanzen und Bäumen, die bei Heuschnupfen zur Last werden, steht eigentlich erst im Frühjahr wieder an. Doch aktuell verursacht eine neuartige Pflanze einige Probleme bei Betroffenen. Und: Sie breitet sich aufgrund des Klimawandels immer stärker aus. Mit nicht zu unterschätzenden Folgen für Natur und Mensch.

PflanzeBeifußblättriges Traubenkraut
Wissenschaftlicher NameAmbrosia artemisiifolia
Höhere KlassifizierungTraubenkräuter
FamilieKorbblütler (Asteraceae)

Ambrosia verbreitet sich – Risiko für Allergie und Asthma steigt

Gemeint ist die Pflanze Ambroisa, ein lästiges Unkraut. Während Bäume, wie Birke oder auch Gräser im Frühjahr für Schnupfen, juckende Augen und Husten bei Betroffenen sorgen, blüht die Ambrosia, auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt, erst im August und September richtig auf.

„Der Blütenstaub kann starke Allergien auslösen“, warnt daher die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben von Öko-Test können Patienten aufgrund der Pollen des Gewächses sogar an Asthma erkranken.

Und der Zustand könnte sich sogar noch verschlimmern. Denn die Ambrosia ist nicht nur für Menschen eine Gefahr, weil das Risiko für eine Allergie laut Umweltbundesamt fünfmal höher ist als bei Gräsern. Öko-Test bezeichnet die Pflanze als „tickende Zeitbombe mit erheblichen Gefahren für die Gesundheit“. In den USA seien die Pollen bereits der Hauptauslöser für Heuschnupfen und andere Allergien.

Ambrosia breitet sich in Deutschland auf – „tickende Zeitbombe“ für Mensch und Umwelt

Auch in Deutschland wird die Pflanze immer häufiger gefunden – unter anderem begünstigt durch den Klimawandel, wie das Umweltbundesamt feststellt. Ob in Deutschland ebenfalls schon viele Menschen gegen die Pollen der Ambrosia allergisch sind, ist nicht bekannt. Aktuell liegen keine hinreichenden Daten vor.

2016 ging das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jedoch schon davon aus, dass acht Prozent der deutschen Bevölkerung eine allergische Reaktion gegen Ambrosia zeigen.

Bedenkliche Pflanze breitet sich aus – Natur und Mensch leidet unter Unkraut

Auch Natur und Landwirtschaft leiden unter dem Unkraut. „Die Ambrosia gedeiht auf allen Böden und kann insbesondere an sonnigen, warmen und offenen Standorten andere Pflanzenarten überwachsen“, heißt es vonseiten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die einzige Bedingung: Genügend Wasser im Anfangsstadium bekommen.

Die Ambrosia-Pflanze löst bei Allergikern starke Reaktionen aus.

Ist dies gegeben, dann kann die Ambrosia bis zu 1,80 Meter hoch werden und ist dadurch der „Platzhirsch“ auf den Böden, auf denen sie wächst. Andere Pflanzen haben gegen sie kaum eine Chance, was ein großes Problem für Natur und Landwirtschaft darstellt (weitere News zu Garten und Pflanzen bei RUHR24).

Ambrosia entfernen – Vorsicht ist bei dem Unkraut geboten

Das mit der Sonnenblume verwandte Unkraut, das mit den schmalen Blättern an das Grün von Möhren erinnert, lasse sich schlecht zwischen den gelben Blumen entfernen. Auf Flächen, wie „Futtererbsen-, Mais-, Lupinen- und Getreidefeldern“ fühlt sich das Beifußblättrige Traubenkraut ebenso wohl. Und sogar Zuckerrüben geben klein bei, sobald das Unkraut sprießt.

Dazu kommt, dass die Heuschnupfen auslösende Pflanze äußerst robust und widerspenstig ist. Wer sie nicht rechtzeitig entfernt, riskiert eine ungewollte Ausbreitung. Im September wirft das Unkraut die zahlreichen Samen ab, welche nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW „über Jahrzehnte keimfähig“ bleiben.

Eine zeitnahe und gründliche Entfernung der Ambrosia ist daher sinnvoll. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt in jedem Fall Handschuhe, um die leicht behaarten Stängel zu packen. Sobald die Ambrosia blüht, sollte zudem eine Staubmaske getragen werden, um sich vor den Allergie auslösenden Pollen zu schützen. Nach dem Ausreißen gilt es, die Pflanze im Restmüll zu entsorgen.

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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