Rundfunkbeitragsbefreiung

Amazon Prime gibt es für Millionen Deutsche zum halben Preis

Vieles wird inflationsbedingt teurer. Auch der Versandhändler Amazon hat sein Prime-Angebot verteuert – doch für Viele gibt es ein Schlupfloch.

NRW – Durch die Inflation wird vieles teurer. Entsprechend preissensibel werden zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher, die Teuerung schmälert die Kaufkraft und die Konsumstimmung. Das spüren auch die Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video, die inflationsbedingt ihre Preise erhöht haben. Doch eine große Gruppe könnte Amazon Prime mit den dazugehörigen Angeboten Prime Video, Prime Music, Prime Gaming und den Premiumversand weiterhin zu deutlich günstigeren Konditionen nutzen.

Amazon Primekostenpflichtiges Angebot, wodurch Kunden auf zusätzliche Dienste zurückgreifen können
DienstleistungenPriorisierte Lieferungen, Prime Music, Prime Video
In Deutschland seit2007

Streaminganbieter Netflix und Amazon Prime Video ziehen Preise an – und verlieren Kunden

Zuletzt mussten Streamingdienste etwas Ungewöhnliches hinnehmen. Nachdem in der Corona-Pandemie die Zahlen der Kundinnen und Kunden immer weiter geklettert waren, kam es sowohl bei Amazon Prime Video als auch bei Netflix zu zahlreichen Kündigungen. Allein im ersten Quartal dieses Jahres gab Netflix den Verlust von rund 200.000 Kunden bekannt, berichtet das ZDF (mehr Service-News auf RUHR24).

Erstmals seit 2011 habe Netflix demnach einen Rückgang der Kundenzahlen hinnehmen müssen. Zuvor hatte das Unternehmen regelmäßig die Preise erhöht. In diesem Sommer zog Amazon Prime nach und fordert nun 89,90 Euro statt wie zuvor 69 Euro jährlich von seiner Kundschaft, das sind monatlich 8,99 Euro statt 7,99 Euro. Als Grund gab das US-amerikanische Unternehmen die Inflation an.

Millionen Deutsche und Österreicher können Amazon Prime zu günstigeren Konditionen nutzen

Wer angesichts der illustren Weltraum-Reisen von Amazon-Gründer Jeff Bezos nicht mehr bereit ist, mehr für Amazon Prime Video, Music, Gaming etc. auszugeben, könnte nun von einem Schlupfloch profitieren, berichtet inside-digital. Voraussetzung ist allerdings, dass deutsche oder österreichische Kunden bestimmte Voraussetzungen erfüllen

Damit ist nicht gemeint, dass man zwingend für einen Studiengang eingeschrieben sein muss. Schließlich können Studierende und Azubis in einer ersten Berufsausbildung beim Amazon-Prime-Abo schon länger 50 Prozent sparen.

Um die jüngere Kundschaft zu locken, sind die ersten sechs Monate der Studenten-Mitgliedschaft sogar kostenlos. Allerdings wird das Abo nach vier Jahren oder dem Ende des Studiums in eine reguläre Mitgliedschaft umgewandelt.

Rund 2,49 Millionen Bundesbürger sind von der Rundfunkbeitragszahlung befreit

Der Versandriese will aber offenbar weitere Kundenpotenziale abschöpfen. Wie Amazon auf seiner Homepage erklärt, könnten Kunden, die von der Rundfunkbeitragspflicht/GIS befreit sind oder im Besitz eines Sozialpasses sind, „eventuell eine 50% vergünstigte Prime-Mitgliedschaft abschließen“. Das betreffe laut Beitragsservice-Jahresbericht 2021 „rund 2,49 Millionen Menschen“, wovon mehr als 1,6 Millionen Menschen von Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II erhalten.

In diesem Fall müsse man nicht 8,99 Euro, sondern nur 3,99 Euro pro Monat bezahlen und damit knapp 48 Euro im Jahr. Doch an diesen Preis sollten sich die entsprechende Gruppe nicht gewöhnen, denn die nächste Erhöhung steht schon in den Startlöchern. Ab dem 17. Januar 2023 werde Amazon die Gebühr von 3,99 Euro auf 4,49 Euro erhöhen, teilt das Unternehmen auf seiner Homepage mit.

Empfänger von ALG II oder Sozialgeld können sich von Rundfunkbeitragszahlung befreien

Einen Anspruch auf die Befreiung vom umstrittenen, aber weiterhin verpflichtenden Rundfunkbeitrag sind diejenigen, die beispielsweise Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld (einschließlich Leistungen nach § 22 Sozialgesetzbuch (SGB) II) erhalten. Auf der Homepage kann der Online-Antrag ausgefüllt werden.

Um vom Rabatt zu profitieren, müssen sich die Empfangsberechtigten online über die Homepage zu verifizieren. Dort verlangt Amazon die Angabe der Beitragsnummer und auch den entsprechenden Befreiungsbeleg, den man unter dem Feld „Datei auswählen“ hochladen kann.

Amazon Prime will mehr Kunden erreichen und bietet bestimmten Kunden eine günstigere Prime-Mitgliedschaft.

Wer keinen Rundfunkbeitrag zahlen muss, kann Amazon Prime für 3,99 Euro pro Monat nutzen

Neben der Rundfunkbeitragsbefreiung können die Nutzer auch ihren Sozial-/Familienpass oder ihre österreichische GIS Befreiung hochladen. Nach zwölf Monaten müsse man gegebenenfalls eine neue Qualifizierung nachweisen, erklärt Amazon.

Das Angebot sei jederzeit kündbar. Nach erfolgreicher Verifizierung können auch die vom Rundfunkbeitrag befreiten Kunden auf Prime Video, Prime Music, auf Gaming-Vergünstigungen und auf den Premiumversand zurückgreifen.

Empfänger von ALG I oder Wohngeld reicht allein nicht für Rundfunkbeitragsbefreiung aus

Wer Arbeitslosengeld I, Übergangsgeld oder Wohngeld bekommt, kann sich vom Rundfunktbeitrag hingegen nicht allein deshalb befreien lassen. Damit besteht für diese Gruppe auch keine Möglichkeit, sich auf dieser Grundlage die Amazon Prime Mitgliedschaft zu den günstigeren Konditionen von 3,99 Euro im Monat zu sichern. Das Abo beginnt üblicherweise mit einem 30-tägigen Gratiszeitraum.

Rubriklistenbild: © Jakub Porzycki/Imago

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