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Kuriose Pläne über Amazon-Kaufhäuser aufgetaucht – Schluss mit Online-Handel?

Reicht der Online-Handel etwa nicht mehr aus? Der Online-Riese Amazon plant offenbar eigene Kaufhäuser, in denen Kleidung und Elektronik gekauft werden können.

Washington/USA – Mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Milliarden Dollar ist Amazon nach dem chinesischen Unternehmen Alibaba der erfolgreichste Online-Shop der Welt. Doch der digitale Handel reicht dem US-amerikanischen Konzern offenbar nicht länger aus, weshalb man nun eigene Kaufhäuser plane.

UnternehmenAmazon
Gründung5. Juli 1994, Bellevue, Washington, Vereinigte Staaten
GründerJeffrey Bezos

Amazon: Unternehmen will mit den Kaufhäusern seinen stationären Handel ausbauen

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf interne Kreise herausgefunden haben will, plant Amazon in den USA mehrere größere Ladengeschäfte im Stil von Kaufhäusern. Erste Filialen sollen im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien und in Ohio an den Start gehen. Eine Bestätigung seitens des Unternehmens gab es bislang aber nicht. „Wir kommentieren Gerüchte und Spekulationen nicht“, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Ganz abwegig ist die Idee der Amazon-Kaufhäuser aber nicht, denn das Unternehmen probiert sich schon länger im nicht-digitalen Handel aus: So führte Amazon im Jahre 2017 seinen Lebensmittel-Bringdienst „Amazon Fresh“ ein, der nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland verfügbar ist (mehr digitale News bei RUHR24).

Amazon Fresh und eigene Buchhandlungen: Der Weg für Amazons Kaufhäuser ist frei

Nach dem erfolgreichen Launch von Amazon Fresh eröffnete der von Jeffrey Bezos gegründete Konzern im Jahr 2020 mehrere „physische Läden“ in den USA. Die ersten sechs Supermärkte eröffneten in Los Angeles (Kalifornien) und Umgebung. Dass Amazon dort ansetzen und – ebenfalls in Kalifornien – seine ersten Kaufhäuser errichten will, ist also gar nicht so unwahrscheinlich.

Neben den Amazon-Fresh-Stores betreibt Amazon in den Staaten auch mehrere kleine Läden, die unter anderem Bücher, Elektronik und Küchenzubehör verkaufen. Laut dem Wall Street Journal führt Amazon aktuell mehr als 20 Buchhandlungen sowie etwa zwei Dutzend Amazon Vier-Sterne-Läden, die ebenfalls aussehen wie kleine Buchhandlungen.

Amazon-Kaufhäuser sollen deutlich kleiner sein als klassische amerikanische Kaufhäuser

Durch die Kaufhäuser könnte Amazon seinen stationären Handel künftig aber noch weiter ausbauen und sein Kleidungs-, Haushalts- und Technikangebot auch außerhalb des Online-Handels anbieten. Dem Wall Street Journal zufolge wären die Filialen mit einer Fläche von knapp 2.790 Quadratmetern deutlich größer als Amazons bisherige Geschäfte, aber trotzdem noch deutlich kleiner als die normalen Kaufhäuser in den USA. Die kommen im Schnitt auf eine etwa dreifache Ladenfläche wie etwa Macy‘s in New York City.

Welche Marken und Produkte es in den Kaufhäusern geben soll, ist derzeit noch nicht bekannt. Anhand der bisherigen Geschäfte ist aber davon auszugehen, dass sich Amazon wohl vorrangig auf seine eigenen Produkte konzentrieren wird. Unter dem Label AmazonBasics vertreibt der aus Washington stammende Konzern in seinem Online-Shop und in den US-Stores alltägliche Gegenstände wie etwa Kabel oder Haushaltswaren.

Ein Amazon-Fresh-Store in Alexandria, Virginia (USA).

Erster Amazon-Fresh-Store eröffnete dieses Jahr in Europa

Wann die Kaufhäuser von Amazon in den USA öffnen sollen, wird in dem Bericht des Wall Street Journal nicht erwähnt. In Deutschland, wo Amazon einen seiner Prime-Lieferdienste beendet hat, betreibt das Unternehmen aktuell noch keine eigenen Läden. Allerdings wurde am 4. März 2021 der erste Amazon-Fresh-Store in Europa eröffnet: im Londoner Stadtteil Ealing.

Rubriklistenbild: © Ethan Miller/AFP