Verbraucherschutz

Ebay und Amazon: Neues Gesetz sorgt für große Änderung ab Ende Mai

Rankings und Bewertungen bei Ebay oder Amazon sind nicht immer verlässlich. Per Gesetz soll das Geschäft für Verbraucher nun transparenter werden.

NRW – Der Preis für das neue Fahrrad bei Ebay Kleinanzeigen sieht verlockend aus, die Bewertungen des Händlers durch andere Kundinnen und Kunden sind ausschließlich positiv. Was soll da schon schiefgehen? Nutzerbewertungen sind bekanntermaßen nicht immer verlässlich – das und noch vieles mehr soll sich mit dem neuen Gesetz zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Wettbewerbs- und Gewerberecht nun ändern.

UnternehmenEbay
Gründung3. September 1995
HauptsitzSan José, Kalifornien, USA

Ebay und Amazon: Gesetz soll mehr Transparenz für Verbraucher schaffen

Das Ziel der Bundesregierung: Mehr Transparenz für Vebraucherinnen und Verbraucher im Online-Handel. Unternehmen wie Ebay oder Amazon, Suchmaschinen und Vergleichsplattformen müssen ihre Kunden laut Gesetz von nun an darüber aufklären, ob und wie sie sicherstellen, „dass die Bewertungen tatsächlich echt sind.“ Gefälschte Bewertungen sind zukünftig „ausdrücklich untersagt.“ (Mehr Digital-News bei RUHR24)

Auch die Frage danach, ob ein gelistetes Angebot von einem Unternehmen oder einem Verbraucher stammt, müssen Ebay und Amazon künftig offen beantworten. Ebenso transparent sollen Vergleichsplattformen und andere Vermittlungsdienste wie Check24 angeben, „nach welchen Kriterien die Betreiber Waren und Dienstleistungen bewerten.“

Ebay, Check24 und Amazon: Informationspflicht für Online-Plattformen

Das am 28. Mai inkrafttretende Gesetz schafft wa.de zufolge also eine Informationspflicht für Betreiber im Online-Handel und auf Vergleichsportalen. Das teilte auch die Verbraucherzentrale mit. Betreiber müssen in Zukunft erklären, warum welches Produkt eines Anbieters an der angegebenen Stelle bei der Suche angezeigt wird und offenlegen, wenn das Ranking durch Werbung oder Zahlungen beeinflusst wird. Bislang ließen Betreiber ihre Kunden darüber oft im Unklaren.

Begibt man sich als Verbraucher auf die Suche nach einem Produkt oder einer Dienstleistung, dürfen die angezeigten Rankings nicht von versteckter Werbung oder versteckten Zahlungen beeinflusst sein. Check24 müsste bei so einem Vergleich also offenlegen, welche Anbieter weshalb berücksichtigt wurden.

Ebay und Amazon müssen Verbraucher bald schon mit mehr Informationen versorgen.

Wie wa.de berichtet, können Verstöße gegen die Informationspflicht laut Verbraucherzentrale zu einem Bußgeld von bis 50.000 Euro führen. Größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr 1,25 Millionen Euro können sogar mit Geldbußen von bis zu vier Prozent des Umsatzes bestraft werden.

Ebay und Amazon: Unternehmen müssen Suchergebnisse begründen

Neben den herkömmlichen Waren und Dienstleistungen erfasst die neue Verordnung laut Bundesregierung „auch digitale Inhalte, etwa eBooks oder Videoclips und digitale Dienstleistungen wie zum Beispiel soziale Netzwerke oder Videostreamingdienste.“ Damit soll der Schutz von Kunden in Zukunft erheblich transparenter gestaltet werden.

Verbraucher, die beim Online-Shopping ein Fahrrad kaufen möchten, können ab dem 28. Mai bei Ebay oder Amazon nicht nur auf valide Nutzerbewertungen, sondern vor allem auch auf eine transparente Angabe zum Ranking angebotener Fahrräder auf der Ergebnisliste bestehen. Das macht die Wahl nach dem neuen Drahtesel sicherer.

Rubriklistenbild: © Michael Weber/Imago

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