Alternativen zur Altkleidersammlung

Revolution bei der Altkleiderspende: Container haben bald ausgedient - es gibt neue Lösungen

Frau wirft alte Kleidung in einen Altkleidercontainer
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Künftig wird es in Dortmund keine Altkleidercontainer mehr geben, doch es gibt Alternativen für die textile Entsorgung.

Unternehmen wie H&M und Zara nehmen alte Kleidung ihrer Kunden an. Außerdem gibt es mittlerweile digitale Altkleidersammlungen. Hier die Übersicht.

NRW – Überfüllte Altkleidersammlungen gehören zu den häufigsten Erscheinungen am Straßenrand. Oft liegen die Müllsäcke quer verteilt auf dem Boden. Da vergeht einem die Lust, seine ausrangierten Kleidungsstücke zu spenden. Wie gut, dass es mittlerweile andere Optionen gibt.

Altkleidersammlungen: Überfüllte und abgebaute Container machen die Kleiderspende schwer

Tonne auf, Sack rein, Tonne zu – es ist ein Prozedere, das nicht einfacher sein könnte. Und doch bereitet uns das Wegbringen alter Kleidung in sogenannten Atkleidersammlungen immer wieder Probleme. Meist sind die Tonnen so voll, dass nicht mal mehr ein T-Shirt reinpasst. Oder noch schlimmer: Die Sammlungen sind komplett vermüllt.

In Dortmund entschied man sich unlängst, sämtliche städtische Altkleidersammlungen abzubauen und teilweise zu Altapiercontainern umzufunktionieren. Als Grund gab die Entsorgung Dortmund an, dass immer häufiger Restmüll statt Kleidung in den Sammlungen landete. Oder die Kleidung war in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht weiter verarbeitet werden konnte. Das wurde der Stadt zu teuer.

H&M und Zara: Textil-Konzerne nehmen alte Kleidungsstücke von Kunden an

Egal ob überfüllte Altkleidersammlungen oder abgebaute Container: Bürger haben zunehmend das Problem, ihre ausrangierten Kleidungsstücke loszuwerden. Bei Ebay Kleinanzeigen oder Vinted (ehemals Kleiderkreisel) wird man auch nicht alle Klamotten los. Also wohin damit?

Mittlerweile bieten Fashion-Ketten wie Zara oder H&M ihren Kunden an, ihre alten Kleidungsstücke in den Filialen abzugeben. Dabei ist völlig egal, ob die ausrangierten Klamotten von den Marken stammen oder nicht. H&M nennt dieses Programm „Garend Collecting“ und dabei spielt es nicht mal eine Rolle, ob die abgegebenen Teile tatsächlich einmal Kleidung waren oder etwas anderes. Hauptsache, es besteht aus Stoff und kann weiter verarbeitet werden. Bonuspunkt beim schwedischen Textilkonzern: Pro abgegebene Tüte Kleidung bekommt man einen Rabattcoupon.

Nachteil bei sowohl H&M als auch bei Zara ist allerdings, dass das Abgeben alter Kleidungsstücke nur im Laden erfolgen kann. Ein entsprechendes Online-Programm gibt es in Deutschland bislang nicht. Gerade in der Corona-Zeit, wo das Betreten eines Geschäfts mit strengen Vorschriften wie einer Testpflicht einhergeht, könnte das Kleiderspenden also schwierig werden.

Digitale Kleiderspende: Zalando kauft alte Kleidungsstücke ab und verkauft sie wieder

Aber keine Sorge: Es gibt auch Möglichkeiten, wie man online seine Kleidung spenden kann. Eine davon ist „Zalando Zircle“. Dabei handelt es sich um ein Programm, bei dem Zalando-Kunden ihre ausrangierten Kleidungsstücke einerseits verkaufen und andererseits an Zalando weitergeben können. Letztere Option eignet sich für all diejenigen, die ihre Klamotten schnell loswerden wollen. Aber wie funktioniert Zalando Zircle?

Ganz easy: Einfach die App runterladen, Fotos von der Kleidung machen und anschließend im Abschnitt „Sofortkauf“ hochladen. Dort schlägt Zalando einen Preis für das eingestellte Kleidungsstück vor, denn der Online-Shop nimmt die Kleidung nicht einfach nur an, sondern kauft sie auch noch ab. Anschließend wandern die Stücke ins Secondhand-Angebot von Zalando.

Das Prinzip von Zalando Zircle hat Vor- und Nachteile: Ein Vorteil ist sicherlich, dass man seine Sachen schnell und gegen Geld los wird. Ein Nachteil ist hingegen, dass Zalando relativ niedrige Preise anbietet und man nur Kleidung in neuwertigem Zustand verkaufen kann. Man bekommt am Ende also wenig Geld für gute Kleidung. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Video: Alte Kleidung im Schrank? So macht ihr daraus bares Geld

Altkleider loswerden und Gutes tun: „Platz schaffen mit Herz“ macht es möglich

Eine andere Möglichkeit, um alte Kleidung schnell (aber ohne Entlohnung!) los zu werden, ist die Initiative „Platz schaffen mit Herz“ in Kooperation mit dem Versandhändler OTTO. Einfach die Klamotten in ein Paket legen, auf der Website der Initiative einen Paketschein ausdrucken und wegschicken.

Sobald das Paket angekommen ist, bekommt man einen Votingcode per E-Mail zugeschickt, mit dem man für verschiedene Organisationen voten kann, die die Erlöse von „Platz schaffen mit Herz“ erhalten sollen. Darunter sind unter anderem lokale Vereine und Tierprojekte. Vorteil dieser Aktion: Man wird seine Kleidung schnell los und kann etwas Gutes tun. Nachteil ist jedoch, dass das Projekt, für das man gevotet hat, am Ende leer ausgehen könnte.

Alte Kleidung wird man heutzutage in Geschäften oder online los.

Altkleider loswerden mit der Deutschen Kleiderstiftung – einfach, aber mit einem Haken

Die wohl klassischste Form der digitalen Kleiderspende ist die „Deutsche Kleiderstiftung“. Die funktioniert im Grunde genauso wie die stationäre Altkleidersammlung am Straßenrand, nur eben im Internet. Einfach alle ausrangierten Kleidungsstücke, Schuhe oder Haushaltswäsche in einen Karton packen, auf der Website einen kostenlosen Paketschein ausdrucken und zur nächsten DHL- oder GLS-Station bringen.

Anschließend werden die Textilien in einer Sammelstation in Helmstedt/Niedersachsen sortiert und später gespendet. Nachteil der Deutschen Kleiderstiftung: Man kann erst Pakete ab 5 Kilogramm versenden. Man braucht es also relativ große Pakete.

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