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Tierfutter-Rückruf bei Fressnapf: Inhalt wird zur Gefahr für den Menschen

Ein neuer Rückruf. Diesmal geht es aber nicht um Lebensmittel, sondern um Tiernahrung. Doch eine Zutat kann auch Folgen für den Menschen haben.

Dortmund – Derzeit kursieren viele Rückrufe. Doch in allen Fällen geht es um Lebensmittel: Mal ist ein Gewürz betroffen, mal Reis vom Discounter oder zuletzt ging es um Nudeln von Kaufland. Der neuste Fall betrifft jedoch Tiernahrung von Fressnapf, Europas größter Fachmarkt für Heimtierbedarf.

Rückruf bei Fressnapf: Tierfutter wird zur Gefahr für Menschen

Die Fressnapf Tiernahrungs GmbH informiert Kunden über den Rückruf des „MultiFit Streufutters“ für Vögel. Der Grund für die Produktwarnung ist, dass der erlaubte Gehalt an Ambrosia-Samen überschritten wurde.

Das Besondere: Das wird nicht für die Vögel zum Problem, sondern auch für den Menschen. Und zwar nicht nur für Tierhalter und -halterinnen, sondern für alle. Die Fressnapf GmbH gibt daher folgende Details zu dem Tierfutter-Rückruf bekannt:

  • Artikel: MultiFit Streufutter
  • Inhalt: 2,5 Kilo
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 30.06.2024
  • Artikelnummer.: 1081049
  • Charge: L332022
  • Hersteller: Agros Trading GmbH
Dieses Tierfutter ist von einem Rückruf betroffen. Es enthält zu viele Ambrosia-Samen.

Rückruf bei Fressnapf: Zulieferer warnt wegen überschrittenen Höchstwerten

Die Agros Trading GmbH, die Fressnapf mit dem Tierfutter beliefert, klärt über das Problem mit dem überschrittenen Gehalt an Ambrosia-Samen auf: „Ambrosia-Samen stellen kein Risiko für Tiere dar. Beim Verstreuen des Futters auf die Erde können die Samen keimen und eine Ambrosia-Pflanze entstehen, deren Pollen beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

In Deutschland breitet sich die Ambrosia-Pflanze ohnehin immer weiter aus – unter anderem begünstigt durch den Klimawandel, wie das Umweltbundesamt feststellt. Öko-Test beschreibt die Pflanze als „tickende Zeitbombe mit erheblichen Gefahren für die Gesundheit“.

Tierfutter enthält bedenkliche Samen – Allergierisiko für Menschen steigt

Denn laut dem Umweltbundesamt ist das Risiko für eine Allergie bei der Ambrosia-Pflanze fünfmal höher als bei Gräsern. Typische Symptome sind: Niesen, Nasenjucken, laufende Nase und erschwerte Atmung, juckende Augen, Asthmaanfälle und Hautekzeme.

Noch kann nicht eindeutig festgestellt werden, inwiefern die Ambroisa-Pflanze mit einer Zunahme an Allergien im Zusammenhang steht. Der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, Ludger Klimek, sagt jedoch: „Wir sehen immer mehr Allergiker“. Und auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ging bereits 2016 davon aus, dass schon acht Prozent der deutschen Bevölkerung eine allergische Reaktion gegen Ambrosia zeigen.

Rückruf von Vogelfutter bei Fressnapf: Das müssen betroffene Kunden wissen

Das will die Agros GmbH in jedem Fall vermeiden. Der Fressnapf-Zulieferer gibt daher an, dass man „im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes die betroffenen Artikel unverzüglich aus dem Verkauf genommen“ habe. Kunden, die das Tierfutter schon gekauft haben, können das Produkt in einer beliebigen Filiale zurückgeben. Sie bekommen auch ohne Vorlage des Kassenbons den Kaufpreis zurückerstattet.

Rubriklistenbild: © Felix Schlikis/Imago

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