SMS mit Warnung

Alle Handys und Smartphones klingeln am 8. Dezember – aus wichtigem Grund

Eine SMS bekommt man eher selten. Doch am 8. Dezember wird jeder eine solche Nachricht auf sein Handy oder Smartphone bekommen. Dahinter steckt eine Übung.

Dortmund – Wenn das Smartphone bimmelt, kann das vieles bedeuten. Es könnte sich um eine Whatsapp-Nachricht handeln, um eine E-Mail, eine Benachrichtigung bei Facebook oder Instagram. Es kann sich sogar um die gute alte SMS handeln, die kommt dann auch auf den klassischen Handys an. Und am 8. Dezember werden tatsächlich alle Smartphones und Handys ein solches Relikt zugeschickt bekommen.

Alle Handys und Smartphones klingeln am 8. Dezember – aus wichtigem Grund

Wenn am 8. Dezember um 11 Uhr alle Smartphones und Handy klingeln, könnten einige Nutzer und Nutzerinnen etwas irritiert über den Absender sein. Denn die Nummer des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) werden die wenigstens in ihrer Favoriten-Kontaktliste abgespeichert haben. Die SMS, die vom BBK versendet wird, ist eine Warnung – allerdings eine Test-Warnung.

Der nächste bundesweite Warntag findet am 8. Dezember statt. An diesem Aktionstag proben Bund und Länder den Ernstfall. Um 11 Uhr testen die Behörden dann die zur Verfügung stehenden Warnmittel wie zum Beispiel digitale Stadtanzeigetafeln, Warn-Apps wie NINA, Sirenen oder auch Radio und Fernsehen (mehr digitale News bei RUHR24).

Neue Warnung per SMS an alle Handys und Smartphones im Dezember

Neu hinzukommen wird im Dezember die Warnung über den Mobilfunk auch an Handys, die eben noch nicht auf Warn-Apps wie NINA zugreifen können. Das neue System nennt sich Cell Broadcast und ist eigentlich noch nicht im Betrieb. Die Tests laufen und ab dem 23. Februar wird der neue Warnkanal für die warnenden Stellen im modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS) freigeschaltet.

Mit dem Warntag im Dezember beginnt die Testphase und es wird erstmals eine Testwarnmeldung in der höchsten Warnstufe versandt. Haben Nutzer und Nutzerinnen ihr Handy oder Smartphone eingeschaltet und funktioniert das Mobilfunknetz störungsfrei, wird jedes Gerät eine Test-Warnung erhalten.

Warn-SMS am bundesweiten Warntag im Dezember benötigt keine Anmeldung

Aber wie funktioniert der neue Warnkanal, wenn ich nirgends meine Rufnummer angegeben habe? Die Rufnummer ist auch gar nicht nötig. Empfängerinnen und Empfänger erhalten die Warnmeldung völlig anonym. Das funktioniert über die Funkzelle, in der sie sich befinden. Denn jedes Mobilfunkgerät registriert sich automatisch in einer Funkzelle, über die ein Netzempfang hergestellt wird.

Findet ein Gefahrenereignis statt, bekommen alle Personen innerhalb der betroffenen Funkzelle, die ein empfangsbereites Mobilfunkendgerät bei sich führen, eine Warnmeldung in Form einer Cell Broadcast-Nachricht übersandt. Dazu muss im Vorfeld nichts eingerichtet werden und User müssen sich auch nirgends registrieren.

Bei der Warnung handelt es sich ausschließlich um eine Textnachricht. Es werden keine Karten oder Bilder versendet. Das Versenden soll auch funktionieren, wenn das Netz überlastet ist – man kennt den Effekt aus der Silvesternacht.

Am 8. Dezember bekommt jeder eine SMS mit einer Test-Warnung. Egal ob Smartphone oder Handy.

Warntag in Deutschland testet Warnsysteme auf Herz und Nieren

Beteiligt an dem neuen Warn-System sind das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI), das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und die Bundesnetzagentur (BNetzA). Von dem neuen System erhoffen sich die Verantwortlichen eine große Wirkung im bestehenden Warnmittel-Mix. Dadurch sollen auf einem barrierearmen Weg mehr Menschen erreicht werden.

Ziel des bundesweiten Warntages ist es, die technischen Abläufe im Fall einer Warnung und auch die technischen Warnmittel selbst zu testen. Im Nachgang sollen gegebenenfalls Verbesserungen vorgenommen werden. Der Fall der Flutkatastrophe hatte zuletzt gezeigt, dass die bestehenden Warnsysteme nicht ausreichend waren.

Rubriklistenbild: © MiS/Imago

Mehr zum Thema