Leere Regale

Supermärkten droht Eier-Krise: Kunden bekommen Kettenreaktion zu spüren

Verbraucher stehen derzeit häufiger vor leeren Regalen. Jetzt steht der nächste Engpass bevor: Die Eier werden aus vielen Gründen knapp.

Dortmund – Selbst gekochtes Wasser von Eiern kann noch als Hausmittel genutzt werden. Eier stehen bei vielen Menschen häufig auf dem Speiseplan. Doch es deutet sich eine wahre Eier-Krise an.

Die Versorgung von Supermärkten wie Aldi, Edeka oder Rewe sei auf Dauer in Gefahr. Davor warnt der Bundesverband Ei (BVEi), wie die Lebensmittel Zeitung berichtet.

Energiekrise sorgt für Kostenanstieg: Eier-Knappheit im Supermarkt droht

„Die Eier sind alle!“, warnt der Vorsitzende des Bundesverbandes Ei, Henner Schönecke. Auslöser dafür sind laut des Berichts schlichtweg hohe Haltungskosten der Hühner.

Auch durch die aktuelle Energiekrise sind die Kosten enorm angestiegen. Darüber hinaus ist auch das Futter für die Legehennen teurer geworden. Viele Erzeuger von Eiern lassen aus diesen Gründen Ställe leer. Es beginnt eine Kettenreaktion, die am Ende der Verbraucher zu spüren bekommen wird.

Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, habe sich der Bestand an Legehennen in Deutschland in den vergangenen Monaten deutlich reduziert. Weniger Hennen bedeutet weniger Eier. Davor habe der BVEi auch bereits mehrmals gewarnt.

Nach Angaben des Verbandes schlüpften im vergangenen Jahr insgesamt rund 29 Millionen Küken. Das ist ein gutes Viertel weniger als im Jahr zuvor.

Eier-Knappheit droht: Kosten für Haltung von Hühnern haben sich verdoppelt

Doch die gestiegenen Energie- und Futterpreise sind nicht das einzige Problem. Seit Beginn des Jahres ist das Töten männlicher Küken in Deutschland verboten. Die Kosten für die Haltung von Legehennen haben sich nach Angaben des BVEi seitdem verdoppelt (mehr Service-News auf RUHR24).

Supermarktregale voller Eierkartons können bald ein seltenes Bild werden.

Die fehlenden Eier können auch nicht mit Eiern aus dem Ausland ersetzt werden. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel besteht darauf, dass die Eier ohne Kükentöten produziert werden. Aus Sicht des Bundesverbandes sollte diese Regel daher EU-weit gelten, „damit die deutschen Legehennenhalter durch diesen massiven Wettbewerbsnachteil nicht noch stärker in Existenznot geraten“.

Preise für Eier steigen weiter an: Keine Besserung für Verbraucher in Sicht

Die Versorgungsprobleme sind aber nicht der einzige Grund zur Sorge in der Eierbranche. Auch die ausgerechnet kurz vor Weihnachten grassierende Vogelgrippe verschärft den Eier-Engpass. Das alles wirkt sich auf das Angebot an Eiprodukten im Supermarkt aus.

Verbraucher stehen also möglicherweise bald häufiger vor leeren Regalen. Auf RUHR24-Nachfrage haben sich die Supermarktketten Rewe, Aldi und Edeka bisher nicht zur Eier-Situation in ihren Märkten geäußert.

Unabhängig von der derzeit entstehenden Problematik, werden die Eier im Supermarkt schon teurer. Laut Lebensmittel Zeitung kostet bereits ein Ei den Handel im Einkauf bis zu 20 Cent.

Mit den gestiegenen Kosten müssen Verbraucher aber wohl erstmal leben. Bis Ostern – der Hochzeit des Hühnereis – sei laut dem Bericht keine Besserung in Sicht.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

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