Seit Oktober im Snackregal

Aldi entwickelt neues Produkt: Angebot könnte Kunden aber enttäuschen

Aldi stockt sein Sortiment mit veganen Produkten auf. Diesmal nimmt der Discounter pflanzlichen Fisch ins Sortiment. Für einige Kunden dürfte das jedoch zur Enttäuschung werden.

Essen – Nachdem Aldi bei der Tierrechtsorganisation PETA seinen Status als „vegan freundlichster Supermarkt“ verloren hat, setzt der Discounter nun alles daran, sich mit neuen Produkten bei Veganern und Veganerinnen wieder beliebt zu machen. Ob das mit dem neusten Angebot gelingen wird, ist allerdings fraglich, denn es ist bereits stark verarbeitet.

Discount-EinzelhandelsketteAldi Süd und Nord
HauptsitzEssen
Anzahl der Standorte11.235

Aldi: Neues Angebot soll nachhaltige Alternative bieten

Nach veganen Fischstäbchen will Aldi nun auch veganen Thunfisch ins Angebot bringen. Dafür hat der Discount-Riese mit dem Startup „BettaF!sh“ zusammengearbeitet, um gemeinsam ein rein pflanzliches Ersatz-Produkt zu entwickeln. Der vegane Markt boomt noch immer und wächst unaufhaltsam. Kein Wunder also, dass auch Aldi weiter daran arbeitet, sein Angebot auszubauen.

Aber auch, dass der Verzehr von Thunfisch in den letzten Jahren immer mehr in Verruf geraten ist, lässt die Lebensmittelbranche nach pflanzlichen Alternativen suchen. Meldungen über fragwürdige Fangmethoden, Überfischung oder verheerend große Mengen an Beifang hinterließen bei vielen Verbrauchern einen negativen Beigeschmack beim Kauf von Thunfisch. Eine pflanzliche Alternative ist daher bei vielen Kunden sicher gerne gesehen.

Aldi entwickelt mit Start-up veganen Thunfisch – allerdings mit großem Nachteil

Um diese Zielgruppe anzusprechen, haben Aldi, Deniz Ficicioglu und Jacob von Manteuffel – die beiden Gründer von „BettaF!sh“ – nun einen Thunfisch-Ersatz bis hin zur Marktreife entwickelt. Nach eigenen Angaben soll dieser aus europäischen Bio-Meeresalgen, natürlichen Gemüseextrakte, wie Rote Beete und Paprika sowie Proteine aus der Bio-Ackerbohne hergestellt werden.

Während „BettaF!sh“ das Bestreben hat „langfristig eine nachhaltige sowie regenerative Alternative zur Fischerei in ganz Europa aufzubauen“, will Aldi allen Kunden, „die ihren Konsum an tierischen Produkten reduzieren möchten“ ein breites Angebot bieten. Wer sich aber nun ab 25. Oktober – denn dann soll der vegane Thunfisch bei Aldi im Regal liegen – auf pflanzliche Thunfisch-Pizza, Nudeln oder Salat mit der veganen Alternative freut, wird allerdings in die Röhre schauen (mehr Supermarkt- und Discounter-News bei RUHR24).

Aldi: Veganer Fisch kommt ins Sortiment – aber Kunden dürften enttäuscht sein

Während andere Unternehmen wie Veganz, Garden Gourmet oder Vantastic Foods die pflanzliche Fisch-Alternative – ähnlich dem tierischen Original – in der Konservendose anbieten, findet sich bei Aldi der vegane Thunfisch nur auf einem Sandwich wieder. Den eigenen Koch- und Verarbeitungskünsten sind damit Grenzen gesetzt.

Unter dem Namen „BettaF!sh Tu-nah“ will der Discounter ab Oktober „Sandwiches mit veganem Thunfisch-Ersatz ins Snackregal“ bringen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Das belegte Brot soll es in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen geben: „Classic“, „Sweet Chili“ und „Sweet Corn + Pepper“. Eine Packung mit zwei Sandwiches wird etwa 2,50 Euro kosten.

Guter Ansatz, aber mangelnde Umsetzung: Aldi bringt veganen Thunfisch in Sortiment.

Aldi: Veganer Thunfisch nur auf Sandwich zu finden – Discounter denkt Angebot nicht zu Ende

Außerdem geht aus der Mitteilung hervor, dass das Sandwich wohl vorerst nur im Rahmen einer Aktionswoche angeboten wird. Ob es auch dauerhaft im Sortiment landen soll, ist unklar. Ebenso ob die pflanzliche Alternative noch in anderen Varianten – zum Beispiel als Klassiker aus der Dose – angeboten wird. Möglicherweise will Aldi zunächst testen, ob der vegane Thunfisch bei den Kunden gut ankommt.

Viele Interessierte dürften dennoch enttäuscht sein, dass es den veganen Fisch nur auf einem Sandwich und nicht etwa als weniger verarbeitetes Produkt gibt. Das würde dem eigenen Geschmack und somit auch den eigenen Kochvorlieben deutliche Vorteile bieten.

Rubriklistenbild: © Leon Kuegeler/AFP, Collage: RUHR24

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