Gesundheit und Fitness

Aldi verändert Rezeptur von zahlreichen Produkten – WHO warnt

Aldi-Süd will die Rezeptur für Kinder-Produkte anpassen. Dabei soll die Empfehlung der WHO eine Rolle spielen.

Dortmund – Viele Produkte in Discountern und Supermärkten sind nicht gerade gesund – insbesondere für Kinder. Puddings enthalten viel Zucker, genauso wie Cornflakes oder andere Süßwaren. Zwei große Discounter wollen nun daran arbeiten. Zunächst hatte Lidl angekündigt, viele Produkte für Kinder zu verändern. Jetzt verspricht auch Aldi-Süd ein gesünderes Sortiment.

Aldi will Produkte für Kinder gesünder machen – auch Werbung von Discounter soll sich verändern

Bis Ende 2025 will Aldi-Süd viele Waren an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anpassen, wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet. Die sogenannten Nährwertprofile der WHO spiegeln die Inhaltsstoffe der Produkte genau wider – also auch, wie viel Zucker, Salz oder Fett enthalten ist (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

In Zukunft sollen bei Aldi-Süd also mehr ausgewogene Produkte für Kinder vermarktet werden. Und genau hier liegt der Punkt. Ob Aldi-Süd in Zukunft wirklich nur noch gesunde Produkte für Kinder verkauft, lässt sich bezweifeln. Aber zumindest sollen scheinbar überwiegend Lebensmittel, die der WHO nach ausgewogen sind, beworben werden.

Aldi macht es Lidl nach und passt Lebensmittel für Kinder den WHO-Empfehlungen an

Aldi-Nord will das indes nicht so konsequent durchziehen. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, würden die Produkte vom Schwesterkonzern immer wieder überarbeitet, auch nach den Vorgaben der WHO. Ebenfalls die Werbung für ungesunde Kinder-Produkte sei geschrumpft. Man wolle nun mehr für Obst und Gemüse werben.

Aldi-Süd dagegen reagiert mit der veränderten Rezeptur und der Ansage, die Werbung für zum Beispiel Süßwaren zu reduzieren, auf ein Statement vom Rivalen Lidl. Der Discounter hatte angekündigt, dass Kinder-Werbung für ungesunde Lebensmittel komplett wegfallen soll.

Auch die Verpackungen sollen sich entsprechend ändern. Damit will Lidl Pionier sein. Ausnahmen soll es aber zum Beispiel zu Weihnachten, Ostern und Halloween geben.

Aldi-Süd will in Zukunft gesündere Lebensmittel für Kinder verkaufen und vermarkten.

Kinder in Deutschland sind zu dick – Nutri-Score soll helfen, erntet aber Kritik

An Nährwertprofilen wie dem Nutri-Score gibt es immer wieder Kritik. Gegner finden, dass Verbrauchern ein falscher Eindruck der Nährwerte vermittelt wird. Eine Lebensmittel-Ampel wie der Nutri-Score etwa gibt nämlich nur an, ob das Produkt an sich bedenklich viel Zucker, Fett oder Salz enthält.

Wie viel davon gesund ist und ob es zusammen mit anderen Produkten am Ende des Tages trotzdem zu viel Zucker war, wird auf den ersten Blick nicht deutlich. Auch die Grenzwerte für die Nährstoffe sind dabei umstritten. Mit DPA-Material

Das weltweite Problem von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen wächst weiter. Allein in Deutschland sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht betroffen. Sechs Prozent sind stark übergewichtig. Das kommt von einer nicht ausgewogenen Ernährung, aber auch von mangelnder Bewegung.

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/Ingrid Balabanova/ Imago

Mehr zum Thema