Kunden irritiert

Abmahnung für Aldi Nord: Verbraucherzentrale warnt wegen verwirrenden Preisen

Einkaufswagen von Aldi
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Aldi rät seinen Kunden, besser eine Münze oder einen Chip zu verwenden. Wer nichts zur Hand hat, soll an der Kasse fragen.

Eigentlich ist es klar geregelt, wie Preise ausgezeichnet werden müssen. Einigen Aldi-Filialen allerdings hat das wohl nicht gereicht. Sie stiften mit neuen Preisvariationen Unruhe.

Dortmund – Ob es nun die herkömmliche Paprika in den Einkaufswagen schafft oder doch die Bio-Paprika, das entscheidet häufig auch der Preis. Allerdings kann es den Kunden schwerfallen Preise zu vergleichen, wenn Beschilderung nicht einheitlich und klar ist. In einem Fall ermahnte jetzt die Verbraucherzentrale den Discounter Aldi Nord.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946, Essen

Aldi Nord wegen „Beispielpreisen“ von der Verbraucherzentrale abgemahnt

In der Obst- und Gemüseabteilung in so ziemlich jedem Supermarkt oder Discounter sind Kunden zwei Arten von Preisen gewohnt. Den Stückpreis – zum Beispiel bei Avocados oder Mangos – und den Grundpreis. Der Grundpreis wird normalerweise für ein Kilogramm ausgewiesen, so würde der Grundpreis für ein Kilo Paprika 3,48 Euro betragen.

Einige Aldi Nord-Filialen allerdings haben sich etwas anderes ausgedacht: den Beispielpreis. Statt 3,48 Euro das Kilo kosten die Paprika dann 87 Cent pro 250 Gramm. Der eigentliche Grundpreis steht klein darunter. Den Verbraucherschützern der Verbraucherzentrale Hamburg passt das jedoch gar nicht. Sie mahnen den Discounter-Riesen ab.

Abmahnung für Aldi Nord: Verordnung regelt Preisangaben ganz klar

Denn nicht nur, dass der Grundpreis kleiner als der Beispielpreis abgedruckt wurde, teilweise hat Aldi gleich ganz darauf verzichtet, wie Onlinehändler News berichtet. Die Abmahnung kommt nicht unbegründet. Denn in der Preisangabenverordnung heißt es in § 2 Absatz 3: „Bei nach Gewicht oder nach Volumen angebotener loser Ware ist als Mengeneinheit für den Grundpreis entsprechend der allgemeinen Verkehrsauffassung entweder 1 Kilogramm oder 100 Gramm oder 1 Liter oder 100 Milliliter zu verwenden.“ Der Discounter Aldi, der auch Corona-Schnelltests verkauft, verstößt mit seinen Beispielpreisen gegen diese Vorgabe.

Damit ist ein Beispielpreis, wie ihn manche Aldi-Filialen auszeichnen, zwar nicht verboten, aber es ist ganz klar geregelt, dass der Grundpreis ausgezeichnet werden muss und in welchen Mengeneinheiten. Außerdem muss der Grundpreis laut Preisangabenverordnung in „unmittelbarer Nähe des Gesamtpreises“ ausgezeichnet werden (mehr News zu Aldi bei RUHR24).

Video: Dicounter Aldi mit Änderung beim Einkaufen

Aldi Nord bestreitet Beispielpreise zu testen: Handelt sich um „Einzelfallentscheidungen“

Dabei sollen die Beispielpreise kein einheitliches Konzept der Aldi-Märkte sein. Die Lebensmittelzeitung hat nachgehakt und erfahren, dass es sich bei den ausgezeichneten 250-Gramm-Preisen um Einzelfallentscheidungen der jeweiligen Regionalgesellschaft handele. „Beispielpreise beziehungsweise Preisangaben von 250 g werden von uns nicht getestet“, betont eine Sprecherin von Aldi Nord, wie auch der Merkur berichtet*.

Ob sich die betroffenen Aldi-Filialen allerdings von der Abmahnung der Verbraucherzentrale beeindrucken lassen und die Preisschilder wieder den gewohnten Konventionen anpassen werden, ist unklar. Für Kunden bedeutet das: Obwohl Preisklarheit und Preiswahrheit gesetzlich vorgeschrieben sind, sollten Kunden beim Preisvergleich genau hinsehen. *Merkur ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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