Ende der Steigerung soll in Sicht sein

Aldi erhöht erneut die Preise: Kosten für Milchprodukte explodieren

Das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange ist noch nicht erreicht: Der Discounter Aldi zieht die Preise weiter an. Milchprodukte werden noch teurer.

Dortmund/Essen – Teuer, teuer, teuer. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher werden es wohl nicht mehr hören können. Alles wird aktuell teurer, die Inflation schmälert die Geldbeutel. Doch anscheinend ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Jetzt zieht Aldi die Preise weiter an.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1961, Essen

Aldi erhöht Preise für Milchprodukte: Preiserhöhungen schon 2021 gestartet

Nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine steigen die Preise hierzulande rasant. Bereits im November 2021 hat Aldi die Preise für Milchprodukte angezogen. Und noch immer – über ein halbes Jahr später – steigen die Preise für Milch, Quark und andere Molkereiprodukte weiter an.

So ging es mit der Preisspirale im April dieses Jahres weiter. Gegenüber RUHR24 äußerte sich Aldi damals so: „Zu unseren Grundsätzen zählt, dass wir unsere Verkaufspreise reduzieren, wenn die Einkaufspreise sinken. Im Umkehrschluss lässt es sich jedoch nicht vermeiden, Preise anzupassen, wenn sich die Lieferantenpreise deutlich erhöhen.“ Der Discounter schrieb zudem, dass die Lieferantenpreise schon seit Monaten angestiegen seien – zum Teil im zweistelligen Prozentbereich.

Aldi schraubt weiter an Preisen: Discounter schlägt teilweise mehr als 20 Prozent drauf

Und jetzt geht es mit neuen Preis-Superlativen weiter. Aldi Nord und Süd erhöhen abermals die Preise für eine Reihe von Molkereiprodukten. Auf Nachfrage der Lebensmittel Zeitung heißt es erneut, dass die Lieferantenpreise seit Monaten anziehen und man in der Folge die Preise anpassen müsse. So erhöht der Discounter-Riese einige Molkereiprodukte der Eigenmarke, aber auch anderer Marken um teilweise mehr als 20 Prozent.

Stichproben der Lebensmittel Zeitung zeigen: Vor allem Quarkprodukte und Skyr kosten dieser Tage einiges mehr. So hat der Bio-Quark bei Aldi die Ein-Euro-Marke gesprengt und kostet inzwischen 1,05 Euro – also satte 30 Cent mehr. also zuvor

Aldi erhöht Preise: Übersicht über die Preiserhöhungen beim Discounter

Weitere Preisanpassungen beim Discounter Aldi in der Übersicht:

ProduktAlter PreisNeuer PreisErhöhung um
Speisequark0,59 Euro0,99 Euro67,8 Prozent
Quarkcreme mit Schoko0,59 Euro0,99 Euro67,8 Prozent
Bio-Quark0,75 Euro1,05 Euro40 Prozent
Fruchtzwerge1,59 Euro1,79 Euro12,5 Prozent
Monte Maxi1,99 Euro2,49 Euro25,1 Prozent
Grand Dessert0,89 Euro0,99 Euro11,2 Prozent
High Protein Pudding1,39 Euro1,49 Euro7,1 Prozent
Ferrero Duplo und Kinderriegel2,19 Euro2,39 Euro9,1 Prozent

Auch Frucht- und Kräuterquarks, Zaziki und Speisequark mit 20 Prozent Fettanteil sollen laut Lebensmittel Zeitung um 50 Prozent teurer sein. Butter ist ebenfalls teurer geworden, das Produkt von Kerrygold zum Beispiel kostet jetzt 3,19 Euro.

Preiserhöhung bei Aldi: Lidl, Rewe, Edeka, Netto und Penny könnten bald nachziehen

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher könnten diese Preiserhöhungen bei Aldi dazu bewegen, einfach in einem anderen Supermarkt oder Discounter Quark, Butter oder andere Molkereiprodukte zu kaufen. Allerdings gilt Aldi als Taktgeber, was die Preisgestaltung angeht.

Die Lebensmittel Zeitung prognostiziert, dass andere Discounter wie Lidl, aber auch Supermärkte wie Rewe nachziehen werden. Demnach hätten Lidl, Rewe und Penny immer recht schnell auf die neuen Aldi-Preise reagiert, Edeka und Netto sollen sich immer etwas mehr Zeit gelassen haben.

Milchprodukte bei Aldi werden teurer.

Preiserhöhung ohne Ende? Experten machen Hoffnung

Wird das nun endlos so weiter gehen, dass Kundinnen und Kunden immer mehr Geld für Milchprodukte hinlegen müssen? Zumindest wenn man der Einschätzung von Agrarheute Glauben schenkt, ist bald ein Ende in Sicht.

Demnach sollen die globalen Milchpreise im zweiten Halbjahr 2022 zurückgehen. Das Fach-Magazin beruft sich bei der Einschätzung auf Analysten der Rabobank. Es heißt, dass die globale Inflation die Kaufkraft und auch die Nachfrage drückt. Das wiederum soll für Preisrückgänge bei Milchrohstoffen sorgen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Mehr zum Thema