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Aldi schafft die kostenlosen Obst- und Gemüsebeutel aus dünnem Plastik ab. Künftig kosten die Tüten Geld.

  • Nach der großen Tragetüte aus Plastik verbannt Aldi die Plastiktüten für Obst und Gemüse.
  • Stattdessen gibt es künftig Bio-Tüten für einen Cent.
  • Der Discounter setzt damit seine Anti-Plastik-Strategie fort.

Wer bei dem Billiganbieter beim Einkauf von Äpfeln, Birnen oder Tomaten nicht auf den sogenannten Knotenbeutel verzichten will, muss dafür vom Sommer an einen Cent pro Stück zahlen, wie das Unternehmen am Dienstag (11. Juni) ankündigte.

Aber nicht nur die Preise für kleine Plastiktüten ist neu bei Aldi. Auch revolutionäre Shampoos sollen jetzt auf den Markt kommen.

Aldi verlangt ab Sommer einen Cent für eine Plastiktüte

Denn der Discounter will ab Sommer 2019 nur noch Obst- und Gemüsebeutel aus nachwachsenden Rohstoffen anbieten. Diese fallen bei der Zuckerrohrproduktion an.

Damit setzt Aldi sein Engagement für den Umweltschutz fort. Ende 2018 hatte der Discounter angekündigt, in seinem Angebot künftig auf Geschirr, Strohhalme und Einwegbecher aus Plastik zu verzichten. Andere Produkte muss es auch weiterhin in der Plastikverpackung geben, wie zum Beispiel Flüssigwaschmittel. Das wurde kürzlich von der Stiftung Warentest zum Testsieger gekürt.

Gemeinsam mit anderen Händlern hatten sich Aldi Nord und Süd bereits vor rund drei Jahren dazu entschlossen, die großen Einweg-Plastiktaschen an der Kasse kostenpflichtig anzubieten. Die letzten Exemplare gingen bei Aldi dann Ende 2018 über das Kassenband.

Verbrauch von Plastiktüten geht zurück

Seit der Selbstverpflichtung des Handels, auf weniger Plastik zu zu setzen, sei der Verbrauch der Tragetaschen aus Kunststoff laut Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung um zwei Drittel zurückgegangen.

Die Deutschen nahmen demnach in 2018 pro Kopf durchschnittlich nicht mehr als 24 Plastiktaschen mit nach Hause. „Die Zahlen bestätigen, dass die Bepreisung der Plastiktaschen Verbraucher sichtlich zum Umdenken bewegt hat“, heißt es in einer Stellungnahme von Aldi.

Gratis-Tüten haben ein Ende

Jetzt geht der Discounter den kleinen Obst- und Gemüsetüten an den Kragen. Bisher bieten die großen Lebensmittelhändler die dünnen Kunststoffbeutel in ihren Obst- und Gemüseabteilungen in der Regel noch kostenlos an. Das hat jetzt ein Ende.

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Der Hintergrund des Aldi-Schritts: In den vergangenen Jahren ist zwar der Verbrauch an „klassischen“ Plastiktüten in Deutschland deutlich zurückgegangen, weil sie kaum noch umsonst abgeben werden. Der Verbrauch an den sogenannten Knotenbeuteln, wie sie an den Obsttheken ausliegen, hat sich dagegen kaum verringert. Das teilte Bundesumweltministerium kürzlich mit.

Aldi-Managerin Kristina Bell: „Wir würden uns freuen, wenn andere Händler mitziehen. Denn nur durch eine branchenweite Lösung könne wir bei der Reduzierung der Plastiktüte einen großen Schritt nach vorne machen.“

Neben der Verbannung der Plastiktüten hatte Aldi bereits im März dieses Jahres angekündigt, Plastikfolien für Salatgurken abzuschaffen. Auch andere Supermärkte sagen dem Plastik den Kampf an – etwa Lidl, das Kunden seit neustem sogenannte Vitaminnetze anbietet. mit dpa-Material