Mit entscheidenden Vorteilen

Aldi startet Einkaufs-Revolution: Erster Supermarkt in NRW mit praktischer Neuerung

In Zukunft wird der Einkaufswagen wohl mehr sein als ein großer fahrender Korb. Das zumindest planen Supermärkte und Discounter. Aldi testet einen smarten Wagen in NRW.

Mülheim an der Ruhr – Eigentlich ist es doch nur ein großer Drahtkorb auf Rädern. Doch Supermärkte und Discounter versuchen immer wieder, mehr aus dem schnöden Einkaufswagen herauszuholen. Aldi hat jetzt ein Hightech-Gerät ins Rennen geschickt.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen, NRW
Gründung1946

Einkaufen bei Aldi, Edeka und anderen Märkten: Einkaufswagen werden smart

Der Einkaufszettel ist abgearbeitet, alle Lebensmittel eingesammelt und jetzt trennt einen nur noch die Kasse vom ersehnten Heimweg. Das Nervigste am Einkaufen ist für die Kunden wohl das lange Anstehen an der Kasse. Das wissen anscheinend auch Supermärkte und Discounter.

Neben Selbst-Scanner-Kassen gibt es immer wieder Experimente mit smarten Einkaufswagen, die das lange Warten beenden sollen. Oft sehen die neuen Systeme so aus, dass Kunden mit einem am Einkaufswagen angebrachten Handscanner ihre Produkte selbst einscannen oder eine spezielle App dafür nutzen. Dieses Einkaufswagen-Prinzip testete Edeka beim sogenannten Smart-Shopper.

Rewe versucht es mit „Pick & go“ und setzt auf Kameras und Sensoren

Gleiches hat auch schon Rewe ausgetestet, dort heißt die Einkaufswagen-Revolution „Scan & go“. Doch anscheinen war der Supermarkt mit dem System nicht ganz zufrieden. Immerhin wurde erst kürzlich eine neue Form des smarten Einkaufens ausprobiert.

In einer Kölner Filiale brauchen Kunden für den smarten Einkauf nicht einmal einen speziellen Einkaufswagen oder müssen Einkäufe selbst einscannen. Das Rewe-Prinzip heißt „Pick & Go“ und setzt das um, was Amazon schon lange macht. Amazon Fresh und Rewe setzen dabei auf Kameras und Sensoren, die in den Regalen angebracht sind. Sie verfolgen die Kunden auf Schritt und Tritt und beobachten, welche Einkäufe in der Tasche landen. Rewe betont, dass Kunden auf den Bildaufnahmen nicht zu erkennen sind.

Aldi testet smarten Einkaufswagen in Mülheim an der Ruhr in NRW

Und wie sieht es mit den Discountern aus? Die haben nicht geschlafen, immerhin testet Aldi Süd derzeit in Mülheim an der Ruhr (NRW) ein System, welches eine Mischform aus smarten Einkaufswagen und Kamera-Tracking darstellt.

Der „Smart Shopper“ ist eigentlich ein herkömmlicher Einkaufswagen, doch eine Erweiterung des israelischen Start-ups „Shopic“ macht den Wagen zu einer fahrenden künstlichen Intelligenz. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, wird das System per Klipp am Wagen angebracht und scannt fortan alle Einkäufe, die in den Einkaufswagen gelegt werden.

Einkaufen bei Aldi mit Künstlicher Intelligenz am Einkaufswagen

Dabei müssen Kunden die Barcodes der Waren nicht einscannen, zwei Kameras an dem Touchscreen-Gerät erfassen alle Einkäufe automatisch und registrieren außerdem, wenn Kunden Gegenstände wieder herausnehmen.

Die Künstliche Intelligenz ist für die Warenerkennung verantwortlich. Und während sie die unterschiedlichen Produkte unterscheidet, verbessert sie sich kontinuierlich (mehr News zu Supermärkten und Discountern bei RUHR24).

Wann und ob die smarten Einkaufswagen in andere Aldi-Filialen kommen, ist noch nicht bekannt.

Aldi Süd testet Einkaufswagen – nerviges Warten und Einscannen entfällt

Auf dem Touchdisplay können Kunden ihren Einkauf verfolgen und sehen auch eventuelle Rabatte. Am Ende des Einkaufs gibt das Gerät einen Bon heraus, mit dem Kunden an einem Terminal zahlen können. Da an der Kasse keine Waren mehr gescannt werden müssen, entfällt die nervige Wartezeit.

Ob die smarten Einkaufswagen auch die Grenzen Mülheims an der Ruhr überschreiten und in anderen Aldi-Filialen zum Einsatz kommen, ist aktuell noch nicht bekannt. Der Discounter muss die bisherigen Reaktionen und Daten zunächst auswerten.

Einkaufen bei Aldi mit neuer Technik hat einige Vorteile zu anderen Systemen

Einige Vorteile im Gegensatz zu den durch die Konkurrenz getesteten System hat der Smart Shopper. Im Gegensatz zu Amazon Fresh und auch zu Rewe „Pick & Go“ muss lediglich der Einkaufswagen aufgerüstet werden – nicht der gesamte Supermarkt.

Das spart nicht nur Geld und Aufwand, sondern könnte auch besorgte Datenschützer beruhigen. Immerhin wird bei dem Aldi-System lediglich der Einkaufswagen samt Inhalt mit Kameras beobachtet. Ein weiterer Vorteil: Kunden müssen nichts weiter tun, als die Einkäufe in den Korb legen. Scannen fällt aus.

Rubriklistenbild: © Daniel Leal-Olivas/AFP

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