„Store Layout 2.0 DE“

Große Veränderung bei Aldi: Ab 2023 sollen die Filialen völlig anders aussehen

Aldi Nord will seine Filialen umbauen. Kunden müssen sich an entsprechende Neuerungen gewöhnen.

NRW – Wer regelmäßig bei Aldi Nord einkaufen geht, wird sich auf Veränderungen einstellen müssen. Durch eine Umgestaltung von Filialen will der Essener Konzern neue Wege gehen – und damit vor allem den Umsatz stärken.

Aldi eine Unternehmensgruppe aus den beiden Discountern Aldi Nord und Aldi Süd
HauptsitzEssen
Gründung1961

Aldi Nord baut bis Ende 2023 im Rahmen des Projekts „Store Layout 2.0 DE“ seine Filialen um

Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich zukünftig nicht in Aldi Nord-Filialen verlaufen wollen, sollten jetzt gut aufpassen. Der Handelskonzern plant, seine Märkte umzubauen und die Ware gemäß einem neuen Konzept umzustellen, bestätigte Aldi Nord auf eine Anfrage des Business Insiders (mehr News zu Supermärkten und Discountern auf RUHR24).

Im Rahmen des Filialkonzepts „Store Layout 2.0 DE“ sollen alle Aldi Nord-Filialen „im Laufe des Jahres 2023 (...) umgestellt sein“, erklärt Serra Schlesinger, Sprecherin der Handelskette. Was so unscheinbar daherkommt, ist in Wahrheit ein echter Bruch mit einer jahrelangen Aldi-Tradition.

Frischartikel sollen Kundschaft schon am Eingang begrüßen – wegen verändertem Kaufverhalten

Die Kundschaft wird sich schließlich von der nach dem Tagesablauf geordneten Ladenstruktur verabschieden müssen. Bislang waren Frühstück-Artikel im vorderen Bereich zu finden. Dann kamen Aktions-Lebensmittel und Obst und Gemüse fanden Kunden im hinteren Teil des Geschäfts. Das neue Filialkonzept sieht demgegenüber einen völlig anderen Aufbau vor.

Laut Business Insider soll die Frischabteilung mit dem Obst und Gemüse bald schon in allen Aldi Nord-Filialen vorne am Eingang zu finden sein und zudem geräumiger wirken. Große Kühlschränke für empfindlichere Frischware, Getränke und Snacks ergänzen mitunter die Abteilung. Die Zeitschriften und die Food-Aktionsware rücken demgegenüber näher an die Kassen.

Aldi baut schon zum dritten Mal seine Filialen und überarbeitet stetig sein Verkaufskonzept

Wer Drogerieprodukt, Sekt und Wein sucht, findet diese gegenüber von Nonfood-Aktionswaren. Die Gänge zwischen den Regalen sollen insgesamt breiter werden. Doch warum treibt Aldi Nord den Umbau bereits zum dritten Mal, seit 2018 im Rahmen des „AniKo-Konzepts“, voran?

Einerseits schrieb der Konzern in den zwei Jahren vor dem Beginn der Corona-Pandemie zwei Verlustjahre, berichtet der Business Insider. Laut Supermarkt Inside habe Aldi zudem Marktanteile verloren und einen rückläufigen Umsatz verzeichnen müssen. Deshalb wurde das Verkaufskonzept immer wieder überarbeitet, bis hin zur aktuell laufenden Umgestaltung im Rahmen des „Store Layout 2.0 DE“-Projekts.

Kunden achten laut Aldi Nord „immer mehr auf Frische sowie auf Eigenmarken“

Andererseits begründet Aldi Nord den dritten Anlauf innerhalb weniger Jahre mit dem veränderten Einkaufsverhalten der Kundschaft. Man merke, dass die Kunden „bei Lebensmitteln immer mehr auf Frische sowie auf Eigenmarken achten und ihren Einkauf inzwischen ausgehend von den Frische-Artikeln planen“, so Schlesinger.

Um das Ziel, „Frischediscounter Nummer 1“ zu sein, erreichen zu können, solle Obst und Gemüse auch entsprechend prominent am Eingang zu sehen sein. Was beim Schwesterunternehmen Aldi Süd oder dem großen Konkurrenten Lidl bereits Gewohnheit ist, soll nun auch die Kunden im Einzugsgebiet von Aldi Nord überzeugen.

Kundinnen und Kunden von Aldi Nord müssen sich zeitnah auf Veränderungen einstellen – die Filialen werden umgebaut.

Aldi Nord will „Frischediscounter Nummer 1 sein“ – Kunden müssen sich umstellen

Allerdings betont Schlesinger, dass man sich nicht an Aldi Süd orientiert habe, sondern der Umbau vielmehr „eine Anpassung an das veränderte Kundenbedürfnis“ sei. Man wolle einfach eine „stringente Regalanordnung“, breitere Hauptdurchgänge und kostenschonend „den verfügbaren Platz optimal (...) nutzen“, erklärt die Sprecherin gegenüber dem Business Insider.

Die neue Ladenstruktur bekam bereits die Kundschaft im Brandenburgischen Wandlitz, Radevormwald, Werl, Nortorf, Hannoversch Münden und Sievershausen zu sehen. In diesen Filialen hatte der Aldi Nord-Konzern die Umbauten erstmals seit November 2021 getestet und die Ergebnisse, das heißt unter anderem den Umsatz oder den Durchschnittsbon der Kunden, entsprechend ausgewertet.

Scheinbar waren die Resultate durchaus zufriedenstellend. Auch wenn Aldi Nord naturgemäß keine Angaben zu konkreten Umsatzentwicklungen machen will, versicherte man gegenüber dem Business Insider, dass eine Investition in ein derartiges Projekt nicht nachvollziehbar wäre, „wenn es sich nicht lohnen würde“.

Rubriklistenbild: © Wassilis Aswestopoulos/Imago

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