Neue Preise für Milchprodukt

Preise für Milchprodukte in Deutschland explodieren – Aldi macht Ansage

Die Preise für Lebensmittel steigen unaufhaltsam. Ein Discounter ergreift deshalb nun weitere Maßnahmen und passt seine Preispoltik für ein Produkt an.

Essen – Lieferengpässe, Rohstoffknappheit und Logistikschwierigkeiten aufgrund von Corona bringen aktuell den Exportmarkt durcheinander. Den Preis dafür zahlen oftmals die Kunden. Denn nach Kaffee, Gewürzen und Bier wird nun das nächste Lebensmittel deutlich teurer. Der Discounter Aldi hat deshalb einen ersten Entschluss gefasst.

UnternehmenAldi Süd und Aldi Nord
HauptsitzEssen
Umsatz13,53 Milliarden Euro (2020)

Butter im Supermarkt und beim Discounter wird teurer: Das plant Aldi

Deutsche Molkereien haben angekündigt, die Kosten für Milchprodukte anpassen zu müssen. Die Rede ist von einer „massiven Preiserhöhung“, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Grund für die Preisexplosion sei allerdings nicht in erster Linie die Corona-Pandemie, sondern vielmehr das Milchgeld für die Bauern.

Steigenden Betriebskosten wie Energie, Verpackung oder Löhne müssen von den Landwirten kompensiert werden. Das lässt das Milchgeld, das die Molkereien den Bauern bezahlen, in die Höhe schießen. Auch höhere Mehrkosten für Logistik, Lagerung und Verarbeitung wirken sich auf den Preis pro Liter Milch aus. Insgesamt sollen die Landwirte rund 10 Prozent mehr Milchgeld bekommen.

Milchgeld für die Bauern: Was ist das?

Unter Milchgeld ist der Preis zu verstehen, den die Landwirte von den Molkereien pro Liter Milch bekommen. Im August 2021 lag dieser etwa bei 36 Cent. Für die meisten Bauern ist das deutlich zu wenig, weshalb sie seit Monaten immer wieder für höhere Milchpreise demonstrieren. Ihre Forderung: 15 Cent mehr für den Liter Milch.

Butter-Preis explodiert: Das müssen Kunden bald im Supermarkt bezahlen

Wenn Produktion und Vertrieb teurer werden, dann müssen eben auch die Preise im Handel steigen, so der Milchindustrie-Verband. Sprich: Am Ende bekommt der Kunde den höheren Preis pro Liter Milch im Supermarkt zu spüren.

Wie viel am Ende auf den Verbraucher abgewälzt wird, ist in vielen Fällen noch unklar. Es hängt im Einzelnen von den Händlern ab, wie viel der gestiegenen Kosten sie beim Einkaufen an den Kunden weiterreichen. Ersten Annahmen zufolge könnte das aber bedeuten: Butter wird 40 Cent pro 250 Gramm-Packung teurer.

Aldi geht drastischen Schritt: Preis für Butter ändert sich radikal

Während bei vielen Lebensmittelhändlern noch unklar ist, was Butter, Joghurt und Co. bald kosten werden, prescht Aldi mit einer ersten Ansage vor. Laut der Lebensmittelzeitung hat der Discounter den Preis für Butter bereits erhöht.

So kostet ab sofort bei Aldi Süd die Butter der Eigenmarke Milsani 1,65 Euro pro 250 Gramm. Das entspricht einer Preiserhöhung von rund 22 Prozent. Bei Lidl soll sie noch 1,35 Euro gekostet haben. Ob der Discount-Riese ebenfalls die Preise für Butter anzieht, bleibt abzuwarten.

Butter wird bald deutlich teurer werden. Aldi hat als erster Supermarkt seine Preise angepasst.

Butter bei Aldi wird teurer – Preis für andere Milchprodukte könnten ebenfalls steigen

Doch nicht nur der Preis für die Butter wird angezogen, auch Milch und Milcherzeugnisse könnten deutlich teurer werden. Laut der Lebensmittelzeitung laufen aktuell Verhandlungen, inwiefern der Preis für Joghurt, Käse, Sahne und Trinkmilch angepasst werden muss. Für Produkte aus Bio-Milch könnte die Preissteigerung im Supermarkt besonders hoch ausfallen. Im Supermarkt sollen diese Mehrkosten allerdings erst 2022 auf die Kunden abgewälzt werden.

Die steigenden Kosten für Milch, Butter und Joghurt dürfte für den ein oder anderen Kunden dann ein Anreiz sein, auf Margarine oder Milch-Alternativen umzusteigen. Aber Achtung: Öko-Test hat sowohl pflanzliche Butter als auch Hafermilch getestet – mit erschreckendem Ergebnis.

Rubriklistenbild: © Scott Olson/AFP

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