Preisschilder werden sicherer

Supermarkt-Rabatte und Angebote: Abzocke mit Preisschildern soll Ende haben

Supermärkte werben oft mit niedrigen Preisen, die aber nicht viel günstiger sind als der Normalpreis. Das soll Verbrauchern in Zukunft schnell auffallen.

NRW – Ab sofort soll Schluss sein mit einer fiesen Rabatt-Falle in Supermärkten, Elektrofachgeschäften oder Baumärkten: Wer als Händler einen Rabatt angibt, muss jetzt auch den vorherigen Preis deutlich machen. Damit sollen Verbraucher geschützt werden, die häufig einen viel günstigeren Preis nur vorgegaukelt bekommen. In Wahrheit fallen die Rabatte nämlich oft gar nicht so groß aus, wie angenommen.

Verordnung:Preisnachlass
Gültig:Seit dem 28. Mai
Betroffen:Rewe, Edeka, Netto, Aldi usw.

Aldi, Edeka und Netto: Darum ändern sich die Preisschilder ab sofort

Damit Preisnachlässe in Zukunft deutlich ersichtlicher sind, ändern sich nun die Preisschilder bei Lidl oder Edeka. Das gibt die neue Preisangaben-Verordnung vor. Konkret wird jetzt neben dem neuen Preis auch der alte Preis gedruckt. Damit wird Kunden gezeigt, wie viel Geld sie am Ende wirklich gespart haben. Alternativ ist auch eine Prozentangabe erlaubt.

Allerdings handelt es sich nicht um den ganz ursprünglichen Preis für das Produkt, sondern um den günstigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage. Den Märkten wird also ein Schlupfloch gelassen. Auch für Dauertiefpreise gibt es eine Ausnahme – sie müssen nicht anders gekennzeichnet werden und bleiben wie bisher (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Lebensmittel-Verschwendung wird in neuer Preisangaben-Verordnung berücksichtigt

Dass im Supermarkt besonders Lebensmittel mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum Gefahr laufen, im Müll zu landen, dürfte nicht überraschen. Bisher haben sie deshalb mit einem Rabatt-Aufkleber eine neue Chance bekommen, der alte Preis war hier Pflicht.

Das soll sich mit der neuen Verordnung ändern, wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) schreibt. Demnach sind schnell verderbliche Produkte kurz vor dem Ablaufdatum von der Pflicht, den alten Preis anzugeben, ausgenommen, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Preisschilder müssen in Supermärkten künftig klarer informieren, um Kunden beim Einkauf besser zu helfen.

Neue Verordnung schützt Kunden vor Rabatt-Falle

Die neue Verordnung soll noch eine andere Supermarkt-Taktik ausbremsen. Häufig geben Märkte wie Lidl, Edeka oder Kaufland die Füllmenge von Produkten in der kleineren Einheit an, also etwa Milliliter statt Liter. Das soll in Zukunft nicht mehr erlaubt sein.

Wer also Waschmittel kauft, sieht direkt, ob es sich um mehr oder weniger als einen Liter handelt. Ausnahmen soll es auch bei dieser Reglung geben: Lose Waren wie Käse von der Frische-Theke sollen auch in Zukunft in Gramm angeben werden dürfen.

Rubriklistenbild: © IPA Photo/Imago

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