Discounter vs. Verbraucherzentrale

Aldi: Vorwurf wegen Mogelpackung – günstiger Preis, aber weniger Inhalt

Täuscht Aldi seine Kunden mit Mogelpackungen? Bei einigen Eigenmarken-Artikeln werden die Vorwürfe derzeit laut.

Dortmund – Wer im Supermarkt oder Discounter einkaufen geht, hat es wahrscheinlich nicht nur einmal erlebt: Die Chips- oder Müsli-Packung sieht riesig aus, ist aber gar nicht bis oben hin mit dem leckeren Inhalt gefüllt. Auch andere Produkte sind davon nicht selten betroffen. Die Verbraucherzentrale Hamburg erhebt aktuell ähnliche Vorwürfe gegen Aldi.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht

Mogelpackungen bei Aldi? Verbraucherzentrale vergibt Negativpreis

Konkret hat die Verbraucherzentrale gleich an zwei eigenen Produkte von Aldi höhere Plätze der Rangliste zur „Mogelpackung des Monats“ vergeben. Dieser Negativpreis zeichnet die Produkte aus, bei denen Hersteller die Füllmenge heimlich reduzieren, ohne, dass der Artikel billiger wird oder schlichtweg die Preise anheben. Im vergangenen Jahr hat etwa auch Nivea den „Preis“ erhalten.

Im Juni 2022 hat es die Verpackung der Lammsteaks von „Jack‘s Farm“ an die Spitze geschafft. Das Produkt wird sowohl bei Aldi Süd als auch Nord verkauft und kostet rund 6,99 Euro – früher waren 400 Gramm Steak zu diesem Preis erhältlich, mittlerweile seien es nur noch 300 Gramm. Der Endpreis für den Kunden bleibt hingegen der gleiche.

Was die Verbraucherzentrale als besonders dreist ankreidet: Als Kunde merkt man die Veränderung nicht unbedingt. Denn die Größe der Verpackung sei gleich geblieben, obwohl mittlerweile weniger Inhalt darin ist.

Aldi wehrt sich gegen Mogelpackung-Vorwürfe: Marktpreise seien gestiegen

Allerdings ist das Lammsteak nicht das einzige Produkt, das teurer geworden ist. So kosten Butter und Käse bereits seit April mehr, auch Bier ist im Preis gestiegen. Die heimliche Anhebung beim betroffenen Lammsteak rechtfertigt Aldi eben mit „gestiegenen Marktpreisen, beispielsweise bedingt durch fehlende Transportkapazitäten beziehungsweise Lockdowns in den Erzeugerländern und stark gestiegene Rohwarenpreise bei Fleisch.“

Die zweite angebliche Mogelpackung ist laut Verbraucherzentrale der „Westminster Grüner Tee“. Das Produkt sei in vielen Regionen als günstiger beworben worden. Und tatsächlich hat sich der Preis von 2,59 Euro auf 1,89 Euro verringert.

Sind Produkte von Aldi wirklich Mogelpackungen?

Allerdings waren vorher 250 Gramm und mittlerweile nur noch 150 Gramm in der Packung enthalten. Laut Verbraucherzentrale versteckt der Discounter hier eine Steigerung von 22 Prozent.

Verbraucherzentrale gegen Aldi: Eigenmarken in der Kritik

Doch nicht nur Aldi kriegt sein Fett weg. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass überhaupt immer mehr Eigenmarken von Supermärkten und Discountern in der Liste der Mogelpackungen zu finden seien.

Bisher seien die heimlichen Preiserhebungen eher bei großen Marken aufgefallen. Allgemein würde sich bei der Preisentwicklung zeigen, dass die Preise von Markenprodukten derzeit nicht so stark ansteigen wie Eigenmarken.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago; Rüdiger Wölk/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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