Doch Verkauf von Feuerwerk?

Aldi und Lidl: Ärger vor Silvester - Prospekte verwirren Kunden

Lidl-Logo mit Feuerwerk
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Verwirrung bei Aldi und Lidl – verkaufen die Discounter nun doch Feuerwerk?

Kurz vor Silvester sorgen Aldi und Lidl für Verwirrung bei ihren Kunden. Verkaufen die Discounter trotz Verbot nun doch Feuerwerk?

Essen/Neckarsulm – Nur noch wenige Tage und das Jahr 2020 ist vorbei. Das anstrengende Corona-Jahr neigt sich dem Ende zu – das ist für viele ein Grund zum Feiern. In diesem Jahr allerdings meist ohne Feuerwerk, denn der Verkauf ist untersagt. Und dennoch werben Discounter wie Aldi und Lidl auf mehreren Seiten für Böller und Feuerwerkskörper. Widersetzen sie sich etwa dem Verbot?

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946, Essen

Verkaufsverbot von Feuerwerk und Böllern an Silvester 2020/2021

Doch um welches Verbot handelt es sich? In einer Notsitzung am 13. Dezember haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für dieses Jahr ein Verkaufsverbot von Pyrotechnik beschlossen. Dieser Beschluss hatte zwei Gründe.

Zum einen sollten große Menschenansammlungen so vermieden und zum anderen sollen so die Krankenhäuser nicht zusätzlich mit Patienten belastet werden, die sich beim Böllern verletzen. Krankenhäuser arbeiten in der angespannten Corona-Situation ohnehin schon an der Belastungsgrenze – viele Verletzte in einer Nacht (wie es Silvester üblich ist) wären eine zusätzliche Belastung, wenn nicht gar eine Katastrophe.

Zünden teilweise erlaubt – Verkauf nicht: Feuerwerk und Böller 2020/2021

Zwar haben Bund und Länder kein generelles Verbot von Feuerwerk und Böllern ausgesprochen, dennoch ist der Verkauf in diesem Jahr verboten, ebenso wie öffentliche Feuerwerke und Versammlungen. Wie Städte und Kommunen mit dem Zünden von Böllern und Raketen umgehen, obliegt ihnen (alle News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de).

In NRW gibt es verschiedene Lösungsansätze für das Silvester-Dilemma. So schlägt die Stadt Köln kurzerhand vor, an Silvester einfach um Mitternacht für einige Minuten das Licht an- und auszuschalten – das kam bei vielen allerdings gar nicht gut an. Die Stadt Dortmund hat einige Plätze in der Innenstadt zu Böllerverbotszonen erklärt – das Prinzip ist allerdings nicht neu. Schon in den vergangenen Jahren gab es solche Zonen.

Aldi Nord und Aldi Süd werben im aktuellen Prospekt dennoch für Feuerwerk und Böller

Wo und ob also an Silvester geknallt werden darf, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich geregelt. Wer also noch Feuerwerk zuhause hat, darf es theoretisch auch abfeuern. Wer keines hat, schaut in die Röhre – auch wenn die Prospekte von Discountern wie Aldi und Lidl derzeit anderes versprechen.

Wie jede Woche sind aktuell die neuen Prospekte der Discounter in etliche deutsche Haushalte geflattert. Darin zu finden: Seitenweise Angebote für Böller und Feuerwerk. Das dokumentieren derzeit zahlreiche Nutzer im Sozialen Netzwerk Twitter.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll Aldi Nord einen zwölfseitigen Prospekt für Feuerwerk verteilt haben, Aldi Süd nutzte drei Seiten, um für Böller zu werben.

Silvester-Angebote bei Aldi: Vorlauf ließ nicht immer eine Änderung der Prospekte zu

Natürlich widersetzt sich Aldi mit diesen Silvester-Prospekten nicht gegen die aktuellen Beschlüsse von Bund und Ländern. Das ist auch in einigen Prospekten nachzulesen. Nicht alle, doch einige Prospekte wurden mit einem dicken roten Balken und einem Hinweis versehen: „Aufgrund des Regierungsbeschlusses findet in diesem Jahr kein Feuerwerksverkauf statt.“

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, soll dieser Hinweis allerdings in manchen Prospekten fehlen. Das liegt wohl an dem großen zeitlichen Vorlauf, mit dem die Prospekte bei Aldi geplant werden.

Aldi-Prospekt mit Feuerwerks-Angeboten: Beschluss hat Discounter kalt erwischt

Eine Sprecherin des Discounters Aldi erklärt gegenüber dem Online-Portal t-online, wie es dazu gekommen ist, dass trotz Verkaufs-Verbot für Feuerwerk und Böller geworben wird. „Da wir die Bewerbung unserer Aktionen mit einem großen zeitlichen Vorlauf planen, wurden die entsprechenden Angebote in unseren Werbemitteln zum Teil bereits veröffentlicht und verteilt“, wird die Aldi-Sprecherin zitiert.

Die kurzfristige Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs hätte die Discounter kalt erwischt. So konnten nicht mehr alle Prospekte mit dem Hinweis versehen werden. Allerdings weist Aldi seine Kunden mit Plakaten in den Filialen darauf hin, dass in diesem Jahr keine Böller und kein Feuerwerk verkauft werden.

Warum die Prospekte nicht einfach neu gedruckt wurden? Auch dafür war laut Aldi-Sprecherin nicht genügend Zeit, außerdem sei das aus Umweltgründen nicht sinnvoll, denn die alten Prospekte wären dann in die Tonne gewandert.

Video: Darf ich eigentlich Feuerwerk auf Ebay kaufen?

Silvester-Angebot bei Lidl: Vorbestellung von Feuerwerk gestrichen

Ähnlich wird es dem Discounter und Erzrivalen Lidl gegangen sein. Denn auch in den Prospekten vom gelb-blauen Discounter waren laut Merkur* Anzeigen zwischen dem 21. und 24. Dezember zu sehen, die für Knaller und Feuerwerk warben. Lidl kündigte darin an, dass Kunden in diesem Jahr ganz einfach und „stressfrei“ Feuerwerk und Böller vorbestellen und im Markt abholen können.

Kunden, die Feuerwerk oder Böller für Silvester in der Lidl Plus App vorbestellt haben, müssen allerdings nichts weiter unternehmen, das teilt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite mit. Die Bestellungen wurden automatisch storniert. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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