Hohe Preise bei Eigenmarken

Preiserhöhung: Eigenmarken von Aldi, Lidl und Rewe werden teurer

Die Preiserhöhungen in Supermärkten und Discountern sind vor allem bei einigen Produkten auffällig. So stark steigen die Preise gerade vielerorts an.

NRW – Die Inflation hat die großen Handelsketten und ihre Kundinnen und Kunden weiter fest im Griff. Nachdem Aldi bereits Anfang April die Preise für rund 400 Produkte signifikant erhöht hatte, zogen andere Supermärkte und Discounter nach – vor allem bei bestimmten Produkten fallen die Preiserhöhungen auf.

Was ist Inflation?Der Anstieg des Preisniveaus einer Ökonomie über einen bestimmten Zeitraum.
Was bedeutet das?Steigt das allgemeine Preisniveau, bekommt man für sein Geld weniger Güter und Dienstleistungen.

Preisanstiege bei Aldi, Lidl oder Rewe: Produkte seit Ukraine-Krieg knapper und teurer

Ob Sonnenblumenöl, Mehl oder Reis – bei Aldi, Lidl und Rewe wurden seit dem Beginn des Ukraine-Krieges viele Waren knapp. Die Folge waren Preisanstiege bei bestimmten Produkten, sowohl bei Markenartikeln als auch bei den Eigenmarken der Supermärkte und Discounter.

Florian Scholbeck, Geschäftsführer Kommunikation bei Aldi Nord, hatte gegenüber der WAZ wegen der aktuellen Lage im Welthandel „Sprünge in den Verkaufspreisen“ prognostiziert, „die es so noch nie gegeben“ habe. Die Situation der knappen, immer teurer werdenden Waren mündete in zahlreiche Hamsterkäufe und leere Regale bei Aldi, Lidl und Rewe.

Preisanstieg: Eigenmarken und Markenartikel mit unterschiedlichen Preisentwicklungen

Beim Gang durch die Regale der Geschäfte dürfte dem ein oder anderen Verbraucher die Kinnlade herunterklappen. Insbesondere bei den Eigenmarken von Aldi, Lidl, Rewe und Co. fallen die höheren Preise auf, bei Markenartikeln sei die Preisebene allerdings weitestgehend stabil. Das berichtet die Lebensmittel Zeitung, in deren Auftrag Vertreter der Preisvergleichs-App „Shmaggle“ die Preise von Produkten in den Supermärkten und Discountern zwischen der 10. und 17. Kalenderwoche miteinander verglichen hatten.

Dass die Preise für Markenartikel keine allzu großen Sprünge machen, liege laut der Lebensmittel Zeitung vor allem am Handel, der „in Preisverhandlungen mit der Industrie“ dafür sorge, „dass der Bogen nicht allzu fantasievoll überspannt“ werde. Laut „Smhaggle“ ließen die Handelsketten den Markenkonzernen nur in Ausnahmefällen wie bei Jacobs-Krönung oder Coca-Cola höhere Preissprünge durchgehen.

Preisanstiege: Handelsmarkenwaren in Supermärkten insgesamt bis zu 20 Prozent teurer

Demnach wurden die Preise für Markenbutter von 2,09 auf 2,29 Euro erhöht. Frische Vollmilch ist von 88 auf 92 Cent gestiegen, eine Rolle Doppelkekse kostet nun 1,19 Euro statt 99 Cent. Die Liste ließe sich noch weiterführen.

Doch bei den Eigenmarken sieht die Situation ganz anders aus. Nahezu synchron hätten Aldi, Lidl, Rewe und Co. den Preis laut der Lebensmittel Zeitung für einen Warenkorb voller Handelsmarken um rund 20 Prozent erhöht.

Bei der Preisentwicklung für Lebensmittel gibt es große Unterschiede zwischen Markenartikeln und Eigenmarken der Supermärkte und Discounter.

Preisanstiege bei Aldi, Lidl oder Rewe: Bier, Wasser und Fleisch um mehr als 32 Prozent teurer

Bei Wasser und Bier sei der Preis von den Supermärkten und Discountern bei eigenen Artikeln um 32 bis 34 Prozent erhöht worden, bei Hackfleisch der Handelsmarken erkannten die Mitarbeiter von „Shmaggle“ eine Steigerung von gar 40 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Markenwaren sei der Korb nur „je nach Unternehmen um zwei bis drei Prozent verteuert“ worden.

Die höheren Margen bei den Eigenmarken, also die Differenz zwischen Selbstkostenbeteiligung und Verkaufspreis, wollen die Handelsketten laut Chip offenbar beibehalten. Demgegenüber sei es bei den Markenartikeln der höhere Preisdruck gegenüber der Konkurrenz, der größere Sprünge wohl schwieriger mache.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

Mehr zum Thema