Verschwindet das nächste Produkt im Supermarkt?

Aldi, Lidl und Edeka drohen Lieferengpässe bei Tomaten: Krieg ist nicht der Grund

Schon bald könnte es bei Aldi, Lidl und Edeka zu Lieferengpässen von Tomatenkonserven kommen. Das sind die Gründe für die Tomaten-Knappheit.

NRW – Nach Lebensmitteln wie Nudeln, Mehl, Speiseöl oder Honig könnten nun auch Dosentomaten in deutschen Supermärkten knapp werden. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, hat das mehrere Gründe – das sollten Tomaten-Liebhaber nun wissen.

GemüseTomate
Wissenschaftliche BezeichnungSolanum Iycopersicum
FamilieNachtschattengewächse (Solanaceae)

Tomaten-Knappheit: „Eskalation“ des Tomatenmarkts hat mehrere Gründe

Im aktuellen Marktbericht informiert Otto Franck Import regelmäßig über den aktuellen Stand des Lebensmittelhandels. Der Großhändler für Lebensmittel mit Sitz in Augsburg kann Verbrauchern aktuell wenig Hoffnung auf prall gefüllte Regale mit Tomatenkonserven bei Aldi, Lidl und Edeka machen: „Der Tomatenmarkt ist nun endgültig in einer Art Eskalation angekommen.“

Doch welche Faktoren sind für diese Eskalation ausschlaggebend? Diese fünf Gründe sind laut Lebensmittelzeitung ursächlich für die Preissteigerungen und künftige Lieferengpässe von Dosentomaten.

Tomaten-Knappheit: Hamsterkäufe sorgen für Preiserhöhungen

Erstens: Die in Deutschland andauernden Hamsterkäufe sind ein Grund dafür, dass bald das nächste Produkt aus dem Sortiment von Aldi, Lidl und Edeka verschwinden könnte. Denn wer auf Vorrat einkauft, sorgt nicht nur dafür, dass andere Verbraucher leer ausgehen, sondern ist auch mitverantwortlich für weitere Preiserhöhungen.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, der sich zuletzt über „Ramschpreise“ in Supermärkten beklagt hatte, hatte bereits Mitte März vor Hamsterkäufen gewarnt. „Das würde erst recht dafür sorgen, dass die Preise durch die Decke schießen und die Händler gewisse Produkte rationieren“, erklärte er zeit.de.

Tomaten-Knappheit: Italienische Bauern weichen auf Getreide und Futtermais aus

Zweitens: Nicht nur Hamsterkäufe von Tomatenkonserven, sondern auch die aktuelle Situation in Italien, Hauptexporteur von Tomatenprodukten, ist für Lieferengpässe verantwortlich. Dort setzen Bauern wegen besserer Gewinnaussichten lieber auf Getreide und Futtermais.

Deshalb gehe auch die Anbaufläche für Tomaten laut Andreas Reimer, Geschäftsführer des Konservenherstellers Hengstenberg, „um etwa 10 Prozent zurück“. Die aktuell laufenden Verhandlungen mit italienischen Bauernverbänden verliefen zäh.

Drittens: Hinzu kommt die schon länger andauernde, hohe Nachfrage nach Tomatenprodukten. Obwohl die Ernte im vergangenen Jahr gut ausgefallen ist, bestehen kaum Vorräte, auf die man zurückgreifen könnte. Gespannt blicken Produzenten, Händler und Verbraucher auf die im Juni beginnende Tomatenernte.

Die aktuelle Versorgungskrise könnte bald das nächste Lebensmittel treffen.

Tomaten-Knappheit: Energiepreise und Verpackungsmangel

Viertens: Auch der hohe Energieverbrauch bei der Herstellung von Tomatenkonserven trage Andreas Reimer zufolge zur Preissteigerung bei. „Die Herstellung der Konserven verbraucht mit dem Kochen und Pasteurisieren der Tomaten viel Energie.“

Und die Preise für Öl und Gras sind momentan bekanntlich auf einem Rekordhoch. Die Kostensteigerungen bei der Produktion von Tomatenkonserven werde man demzufolge „an den Handel weitergeben müssen.“

Fünftens: Als wäre all das nicht schon genug, kämen zur aktuellen Versorgungskrise mit Schältomaten laut Reimer auch noch „Preissteigerungen und Lieferengpässe bei Verpackungen wie Dosen, Glas und Kartonagen“ hinzu. Die Versorgung mit Energiequellen wie Öl und Gas, aber auch mit Verpackungen ist durch den Ukraine-Krieg momentan eine große Herausforderung für Hersteller und Lieferanten.

Tomaten-Knappheit: Auswirkungen für deutsche Verbraucher bald spürbar

Als Folge der aufgelisteten Probleme liegt der Preis für Tomaten-Rohware aus Italien bereits jetzt bei 18 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. „Schon in den nächsten Monaten“ erwartet der Konservenhersteller Hengstenberg Lieferengpässe von Tomatenkonserven. Die Preise für Dosentomaten bei Aldi, Lidl und Edeka werden aller Voraussicht nach dann noch weiter ansteigen.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago

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