Bundestag beschließt Änderung

Aldi, Edeka und Lidl: Toaster, Waschmaschine und anderen Elektroschrott bald beim Discounter entsorgen

E-Geräte entsorgen ist lästig und zeitaufwendig. Das soll sich ändern. Bald soll man sie im Supermarkt und Discounter abgeben können – zumindest teilweise.

Dortmund – Wohin mit dem kaputten Föhn oder dem alten Geschirrspüler? E-Geräte entsorgen ist für viele Verbraucher ein nerviges Thema. Denn Elektroschrott darf nicht einfach im Hausmüll landen, sondern unterliegt strengen Entsorgungsregeln. Dementsprechend müssen alte Waschmaschinen oder der Toaster, der ausgedient hat, auf den Wertstoffhof gebracht werden. Und das kostet Zeit. Insbesondere während der Corona-Pandemie, denn nicht selten steht man derzeit stundenlang in der Warteschlange.

oberste BundesbehördeBundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
SitzBonn
Gründung6. Juni 1986

Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes soll Recycling-Quote erhöhen

Oftmals landen die alten Geräte daher einfach in der Abstellkammer oder auf dem Dachboden. Dementsprechend haben E-Geräte eine viel zu geringe Recycling-Quote. Genau das will die Bundesregierung jetzt ändern: Es soll künftig für Verbraucher leichter sein, kaputte Geräte zu entsorgen.

Eine diesbezügliche Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes hat der Bundestag am Donnerstag (15. April) beschlossen. In der Novelle des Gesetzes ist vorgesehen, dass Verbraucher künftig alte Elektrogeräte auch bei Lebensmitteleinzelhändlern wie Aldi, Lidl oder Edeka abgeben können (mehr Infos zu Aldi auf RUHR24).

E-Geräte entsorgen – kaputte Taschenlampen, Handys oder Rasierer im Supermarkt abgeben

Voraussetzung: Der Markt muss eine Größe von 800 m² Verkaufsfläche haben. Weitere Auflage ist, dass der Lebensmitteleinzelhändler selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbietet. Hierfür reicht allerdings auch bereits der regelmäßige Verkauf von Lampen wie LED- oder Energiesparleuchten. Auch Smartphones, wie das iPhone 8, das aktuell bei Aldi im Angebot ist, zählen dazu.

Kleinere Elektroaltgeräte wie Handys, Taschenlampen und andere müssen dann unabhängig vom Neukauf eines Produkts in Supermärkten den zurückgenommen werden. Größere Altgeräte allerdings nur im Falle eines Neukaufs.

Gesetzesänderung: Kaputte Großgeräte müssen bei jedem Neukauf zurückgenommen werden

Als Richtschnur gilt dabei die Kantenlänge des Produkts. Elektroaltgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimeter können abgegeben werden. Alles, was größer als 25 cm ist, kann immer dann im Lebensmitteleinzelhandel abgegeben werden, wenn dort ein vergleichbares Produkt gekauft wird. 

Konkret heißt das also: Wer künftig kaputte Taschenlampen, Handys oder Rasierer entsorgen will, kann sie einfach im Supermarkt abgeben. Wer ein neues Großgerät kauft, kann sein altes zudem bei dem entsprechenden Händler des Neugerätes abgeben.

E-Geräte entsorgen – auch Onlinehändler müssen alte Großgeräte annehmen

Und zwar auch dann, wenn es sich dabei um einen Lebensmitteleinzelhändler handelt. Die Regel soll außerdem auch für den Online-Handel gelten.

Auch Online-Händler müssen Kunden bald also bei jedem Kauf eines neuen Elektrogerätes eine kostenlose Abholung und Entsorgung von Altgeräten anbieten. Bislang galt eine solche Rücknahmepflicht nur für Fachhändler wie Elektrofachmärkte.

Bundesumweltministerin will Abgabe von E-Geräten „so einfach wie möglich“ machen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) gibt an: „Leicht erreichbare Sammelstellen sind die beste Voraussetzung, um alte Elektrogeräte richtig zu entsorgen. Werden Altgeräte ordentlich gesammelt, können Schadstoffe verlässlich ausgeschleust und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden.“

Und weiter: „Ich will Verbraucherinnen und Verbrauchern die Rückgabe von alten Elektrogeräten so einfach wie möglich machen. Sie sollen das ganz nebenbei beim Wocheneinkauf oder beim Online-Shopping erledigen können.“

Abgabe von Altgeräten – Änderung soll 2022 in Kraft treten

In der entsprechenden Pressemitteilung des BMU macht das Bundesumweltministerium dabei eine klare Ansage. Dort heißt es, es solle nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung kein Hersteller mehr Zugang zum Markt erhalten, der sich dieser Pflichten entzieht.

Die Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes muss noch vom Bundesrat gebilligt werden und soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Für den Handel gilt dann eine Übergangsfrist von sechs Monaten. Heißt konkret: Spätestens Anfang Juni 2022 kann man seine Altgeräte im Supermarkt abgeben.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa, Leon Kuegeler/afp; Collage: RUHR24

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