Supermärkte wie Lidl und Edeka betroffen

Änderungen im Supermarkt: Eine Neuerung auf dem Parkplatz dürfte Kunden freuen 

Kunden mit E-Auto dürfen sich freuen: Lidl, Aldi und Co müssen nun in Sachen Ladestationen aufrüsten.
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Kunden mit E-Auto dürfen sich freuen: Lidl, Aldi und Co müssen nun in Sachen Ladestationen aufrüsten.

Discounter und Supermärkte mit großen Parkplätzen müssen schon bald neue Vorgaben erfüllen. Das dürfte vor allem Kunden freuen, die ein E-Auto fahren.

  • Die Verkehrswende hin zu mehr E-Mobilität nimmt weiter zu.
  • Die Bundesregierung hat deshalb beschlossen, die Zahl der E-Ladestationen deutlich zu steigern.
  • Diese Änderung betrifft auch Supermärkte wie Lidl, Aldi und Edeka.

Nordrhein-Westfalen – Einkaufen und Auto aufladen in einem Schwung. Das klingt verlockend – und soll schon bald bei allen Filialen von Lidl, Aldi und anderen Supermärkten möglich sein. Denn ein neues Gesetz nimmt den Handel beim Ausbau der E-Mobilität in die Pflicht. 

Unternehmen:Lidl
Hauptstandort:Neckarsulm
Gründer: Josef Schwarz
Gründung:1930
Mitarbeiter:83.000 Mitarbeiter (Stand: 2020) in 11.000 Filialen in 29 Ländern

Lidl, Aldi und Co: Änderungen auf dem Parkplatz

Schon im vergangenen Jahr kündigte Lidl an, in den flächendeckenden Ausbau von Elektromobilität investieren zu wollen. Innerhalb eines Jahres sollten bei rund 400 Lidl-Filialen E-Ladestationen entstehen. 

Auch Aldi, Rewe und Ikea (mehr News über Supermärkte auf RUHR24.de) zogen mit und wollten auf ihren Parkplätzen Zapfsäulen für E-Autos anbieten. Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland ist bereits jede achte öffentliche Ladestation auf einem Supermarkt-Parkplatz (Stand 2019). Das klingt nicht gerade viel und vielmehr danach, als ob die Discounter eher ihr Image statt die E-Mobilität aufpolieren wollten. 

E-Ladestation bei Lidl, Aldi, Rewe und Edeka auf dem Kundenparkplatz

Unabhängig davon, welche Ambitionen wirklich hinter dem Angebot von E-Ladestationen bei Lidl, Aldi und Co stecken, verpflichtet nun ein neues Gesetz der Bundesregierung den Handel dazu, E-Zapfsäulen auf ihren Parkplätzen zu installieren. 

Für die Discounter ist also bald Schluss mit Image aufpolieren, sondern vielmehr müssen sie sich ernsthaft um den Netzanschluss für E-Autos kümmern. So sieht es zumindest das neue Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz vor, das bereits im März auf den Weg gebracht wurde und das die Infrastruktur für E-Mobilität in Deutschland verbessern soll. 

Neues Gesetz verpflichtet Lidl, Aldi und andere Supermärkte zum Ausbau der E-Mobilität

Konkret bedeutet das für Supermärkte wie Lidl, Aldi, Edeka und Rewe, dass jeder fünfte Stellplatz mit einem Schutzrohr für Elektrokabel ausgerüstet und mindestens eine Ladestation eingerichtet werden muss. Das betrifft alle Parkplätze, die mehr als 10 Parkflächen haben und die neu errichtet oder renoviert werden.

Schon bald sollen E-Ladestationen auf dem Parkplatz von Lidl, Aldi und anderen Supermärkten Standard sein.

Ab 2025 müssen dann alle öffentlichen Parkplätze, die mehr als 20 Stellflächen haben, mindestens eine E-Ladestation vorweisen. Das dürfte nahezu jeden Parkplatz von Lidl, Aldi und Co. betreffen. Rüsten die Discounter ihre Parkplätze nicht mit E-Zapfsäulen auf, könnte sie das teuer zu stehen kommen. Denn "Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet", heißt es vonseiten des Bundeswirtschafts- und Bundesinnenministeriums, die das Gesetz auf den Weg gebracht haben. 

Video: Ladenetz für E-Autos: Ausbau in Milliardenhöhe nötig?

Lidl, Aldi und Edeka: Wer bezahlt den Ausbau der E-Ladestationen auf dem Parkplatz

Das Forschungs- und Bildungsinstitut EHI Retail hat sich mit der Änderung für die Supermärkte auseinandergesetzt und herausgefunden, dass innerhalb kürzester Zeit bei rund 6000 Filialen von Lidl, Aldi und Co. Ladestationen für E-Autos entstehen müssten. Da kommen auf die Lebensmittelkonzerne viel Arbeit, aber insbesondere auch hohe Kosten zu.

Denn der Netzanschluss ist kostspielig. Laut dem Portal Supermarkt-Inside vermuten Insider daher, dass der E-Sprit nicht mehr lange umsonst angeboten wird (mehr Service-News auf RUHR24.de)

Vermieten Lidl, Aldi und andere Supermärkte bald Parkplätze für E-Autos?

Eine weitere Alternative für die Supermärkte wäre das Vermieten der Parkplätze. Denn die stehen nachts sowie an Sonn- und Feiertagen meistens leer. Gerade im Innenstadtbereich, wo Parkplätze sowieso rar sind, könnten Lidl, Aldi und die anderen Supermärkte daher die Stellplätze mitsamt der Ladestation an Anwohner mit E-Autos vermieten.

Das wäre eine zusätzliche Einnahmequelle für die Discounter und die Finanzierung der E-Ladestationen langfristig gewährleistet. Ob die Supermärkte die Kosten für den Ausbau der E-Ladestationen auf die Kunden abwälzen oder nicht, bleibt abzuwarten. 

Klar ist allerdings, dass der Handel jetzt ernsthaft beim Ausbau der E-Tankstellen nachlegen muss, denn bislang können laut Umfragen von EHI Retail 29 Prozent von insgesamt 56 Unternehmen noch keine Ladestation vorweisen. Und über ganz Deutschland verteilt existieren derzeit gerade mal knapp über 1000 Ladestationen. Da ist noch Luft nach oben.