Überfischung

Aldi, Lidl und Edeka: Fisch-Bestände teilweise aufgebraucht

Die Nachfrage nach Fisch steigt, doch die Fangquoten geben das nicht her. Deutschland hat seine Bestände bereits aufgebraucht.

Deutschland – Jedes Jahr ist er irgendwann da: Der Tag, an dem der Fisch zur Neige geht. Doch in diesem Jahr ist er deutlich früher als sonst gekommen: Am 11. März, und damit so früh wie nie zuvor, verkündete „Brot für die Welt“ den „End of Fish Day“. Für Verbraucher und Fisch-Liebhaber bedeutet das, dass es ab jetzt keinen Fisch mehr aus deutschen Beständen im Supermarkt gibt – rein rechnerisch.

Ereignis„End of Fish Day“
ProblemÜberfischung der Weltmeere
Datum im Jahr 202211. März

Fisch aus Deutschland ist aufgebraucht: „End of Fish Day“ jedes Jahr ein wenig früher

Die Überfischung der Meere ist ein weltweites Problem. Und dennoch ist in Deutschland der Fischverbrauch nahezu unverändert hoch. Die große Nachfrage, kritisieren Entwicklungsorganisationen laut Tagesschau, stehe jedoch rückläufigen Fangquoten gegenüber. Sind unsere Meere bald leer gefischt?

Rein rechnerisch hat Deutschland am 11. März seinen Anteil an Fischen und Meeresfrüchten bereits für das gesamte Jahr 2022 verbraucht. Lange vor Ende des Jahres haben deutsche Verbraucher also so viel Fisch konsumiert, wie im gesamten Jahr unter deutscher Flagge gefangen oder in Deutschland gezüchtet werden darf (mehr Service-Warnungen auf RUHR24).

Ab dem sogenannten „End of Fish Day“ ist Deutschland nun also auf Importe aus anderen Ländern angewiesen. Und das deutlich früher als sonst. Nach Berechnungen des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“, des Bremer Vereins „Fair Oceans“ und des Netzwerks „Slow Food Deutschland“ musste der Tag im vergangenen Jahr erst am 17. März verkündet werden. Darüber berichtet die Tagesschau.

Fisch bei Verbrauchern beliebt – Nachfrage steht Überfischung entgegen

Und offenbar kommt der „End of Fish Day“ in jedem Jahr ein wenig früher. Vor fünf Jahren, also im Jahr 2017, konnten deutsche Fischliebhaber laut natur.de noch bis Ende April auf Fisch aus der eigenen Fischerei setzen. Jahr für Jahr werden in Deutschland also immer mehr Fische und Meeresfrüchte verzehrt, als eigentlich zur Verfügung stehen.

„Deutschland kann sich nur vier Monate lang selbst mit Fisch versorgen“ erklärte schon damals Stella Nemecky, Fischereiexpertin des WWF. Den Rest des Jahres würden deutsche Verbraucher dann importierten Fisch essen, „der oft anderswo fehlt“, so die Expertin. Und nicht jeder Fisch ist gesund: Immer wieder landen auch mit gefährlichen Substanzen belastete Produkte im Handel.

Auch, einfach mehr Fisch in Aquakulturen zu züchten, seien keine völlig problemfreie Lösung, erklärt das Hilfswerk „Brot für die Welt“ in einer Mitteilung. Nicht dem Tierwohl entsprechende Massenzucht und Umweltprobleme durch verschmutze Gewässer, sind nur einige Probleme der Aquakulturen. Am Ende hilft auch hier vor allem der Grundsatz: Weniger ist mehr. Gerade Delikatessen wie Lachs sollten laut kreiszeitung.de* nur selten und in kleinen Mengen genossen werden. *RUHR24 ist wie Kreiszeitung ein Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/dpa

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