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Lidl und Aldi: Mehrwertsteuer wird 2021 wieder erhöht – Discounter befinden im Preiskrampf

Die Logos von Aldi und Lidl
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Ab Januar gelten eigentlich wieder die alten Mehrwertsteuersätze. Eigentlich – denn es kommt darauf an, was Aldi und Lidl machen.

Aktuell sind alle Augen auf Aldi und Lidl gerichtet. Sie bestimmen maßgeblich darüber, wie sich die Preise 2021 entwickeln, wenn die Mehrwertsteuer angehoben wird.

Dortmund – Sie sollte die Wirtschaft im Krisen-Jahr 2020 ein wenig ankurbeln. Die Corona-Krise ist zwar nicht vorbei, doch die Mehrwertsteuersenkung wird nicht verlängert. So soll ab Januar 2021 die Mehrwertsteuer wieder auf 19 und 7 Prozent ansteigen. Doch ob da alle mitmachen ist aktuell fraglich. Möglicherweise liefern sich Aldi und Lidl einen Preiskampf, der auch auf andere Händler Auswirkungen haben kann.

DiscounterLidl
Anzahl der Beschäftigten315.000
Gründung1973

Lidl und Aldi in der Preisschlacht: Werden sie die Mehrwertsteuererhöhung an Kunden weitergeben?

Aldi und Lidl – die beiden Discounter sind die größten Konkurrenten. Beide versuchen immer wieder sich in Angeboten und Preisen zu unterbieten. Jeder will der günstigste Discounter in Deutschland sein. Dieser Kampf könnte sich nun in der anstehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer fortsetzen.

Denn schon als die Mehrwertsteuer in diesem Jahr coronabedingt von 19 auf 16 und von 7 auf 5 Prozent gesenkt wurde, hat Lidl zum Schlag ausgeholt. Noch bevor die neue Regelung galt, hat der Discounter mit dem blau-gelben Logo die Mehrwertsteuer gestrichen und mit Rabatten geworben. Ähnliches könnte Kunden nun zur Mehrwertsteuererhöhung erwarten: Die Discounter könnten damit werben, die Steuer weiterhin niedrig zu halten.

Aldi und Lidl im Preiskampf: Alle blicken auf die Discounter-Riesen

Aldi und Lidl befinden sich aktuell in einer unsicheren Lage, wie die Lebensmittel Zeitung berichtet. Denn ließe einer der Konkurrenten die Preise weiterhin unten, wäre das ein klarer Punktsieg um die Preisführung. Zwar stellen sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen derzeit darauf ein, die Preisschilder wieder zu tauschen, allerdings bereite man sich laut Lebensmittel Zeitung in den Chefetagen der Discounter auf alle Szenarien vor.

Verzichtet einer der beiden Discounter-Riesen auf die Preiserhöhung scheint es fast undenkbar, dass der Konkurrent nicht reagiert. Und das hat auch Auswirkungen auf andere Supermärkte und Discounter. Aktuell blicken alle auf Aldi und Lidl (alle News zu Lidl bei RUHR24.de).

Edeka will die Mehrwertsteuererhöhung nach und nach wieder an seine Kunden weitergeben

Viele Händler orientieren sich an den Discountern Aldi und Lidl. Sollte einer der beiden die Mehrwertsteuererhöhung nicht umsetzen und die Preise weiterhin unten lassen, kann dies herbe Einnahmeeinbußen gleich zu Jahresbeginn bedeuten, wenn die anderen Händler mitziehen. Allein für die Mitte des Jahres geführte Preisschlacht mit Lidl musste Aldi tief in die Tasche greifen: Der freiwillige Pauschalrabatt von drei Prozent (statt zwei Prozent) auf geringer besteuerte Produkte kostete Aldi nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag (alle News zu Aldi bei RUHR24.de).

Edeka indes hat sich für eine Zwischenlösung entschieden. Nach LZ-Informationen plane der Supermarkt die Umstellung nach und nach. Das liege auch an dem Misstrauen gegenüber den Discountern. Zudem wolle Edeka seine Mitarbeiter nach dem anstrengenden Weihnachtsgeschäft nicht direkt am ersten Wochenende im Jahr 2021 mit der Preisumstellung belasten.

Video: Aldi vs. Lidl – Discounterkampf der Titanen

Duerhaft niedrigere Mehrwertsteuer: Das kann sich keiner leisten

Rewe ist hingegen noch etwas flexibler als Supermarkt-Konkurrent Edeka, da die Preise zur Mehrwertsteuersenkung nie geändert wurden. Stattdessen hat der Supermarkt mit anderen Rabatten geworben. Nach LZ-Informationen gehen wohl beide Supermarkt-Ketten davon aus, dass es Wochen dauern könne, bis alle Preisschilder gewechselt sind (alle News zu Edeka bei RUHR24.de).

Es sei allerdings nicht damit zu rechnen, dass die Discounter und Supermärkte dauerhaft die aktuell niedrigeren Preise beibehalten. Mit speziellen Angeboten zu Beginn der Umstellung sei zu rechnen, aber auf Dauer könne sich das kein Supermarkt und kein Discounter leisten.

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