Großer Ansturm von Kunden

Ausnahmezustand bei Aldi: Irre Bilder zeigen Hamsterkäufe - Desinfektionsmittel im Angebot

Aldi hat in dieser Woche Desinfektionsmittel im Angebot. Kunden stürmen die Filialen in Deutschland.
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Aldi hat in dieser Woche Desinfektionsmittel im Angebot. Kunden stürmen die Filialen in Deutschland.

Bei Aldi herrschte zuletzt Ausnahmezustand aufgrund des Coronavirus. Es gab Desinfektionsmittel im Angebot. Irre Bilder zeigen die Coronavirus-Hysterie.

  • Aldi hat ab dieser Woche Desinfektionsmittel und andere Hygieneprodukte zum Schnäppchenpreis im Angebot.
  • Bereits in den frühen Morgenstunden war der Ansturm auf die Artikel groß.
  • In den Drogeriemärkten in Deutschland ist Desinfektionsmittel zur Mangelware geworden.

Dortmund -  Woche für Woche nimmt Aldi unterschiedlichste Produkte in seine Angebote auf. Mal sind es Haushaltswaren, mal sind es Fahrräder oder E-Roller. In dieser Woche ist alles anders: Der Discounter bietet ab sofort Desinfektionsmittel, von dem im Ruhrgebiet ein falsches auf dem Markt ist, und andere Hygienewaren zum Schnäppchenpreis an. Der Zeitpunkt könnte nicht passender sein.

Coronavirus: Verlangen nach Desinfektionsmittel ist groß

Denn in Zeiten des Coronavirus und der steigenden Infektionszahlen in Deutschland, insbesondere in NRW, gibt es in vielen Drogeriemärkten kein Desinfektionsmittel mehr. Apotheken wurde in der vergangenen Woche sogar erlaubt, das begehrte Mittel selber zu mischen. 

Im Internet wird Desinfektionsmittel derweil zu horrenden Preisen angeboten. Bei Ebay Kleinanzeigen wollen private Anbieter über 20 Euro für eine Flasche haben - neue Angebote gehen beinahe stündlich ein. Auch auf Amazon bieten Händler das Hygieneprodukt für utopische Summen an. Der Internet-Riese reagierte bereits auf die dreisten Angebote und erklärte, gegen diese Anbieter vorgehen zu wollen.

Auch interessant: Eine neue Studie zeigt, um welche Uhrzeit es in Supermärkten während der Coronavirus-Pandemie am leersten ist. 

Desinfektionsmittel bei Aldi - diese Produkte sind noch im Angebot

Umso besser also, dass Aldi seit heute (9. März) Desinfektionsmittel und andere Hygieneprodukte im Angebot hat. Wie das Unternehmen der Verbraucherseite Chip mitteilte, sei das Angebot aber keineswegs eine Antwort auf die Coronavirus-Epidemie, sondern schon lange im Voraus geplant. Viel mehr ginge es bei den Produkten um eine Eindämmung der Grippewelle, die momentan zusätzlich grassiert. So lassen sich bestimmte Desinfektionsmittel auch zum Reinigen von Oberflächen nutzen - auf denen etwa das Coronavirus lange überleben kann.

Aldi bietet verschiedene Produkte der Marken VibaSept und Ombia Med an. Von VibaSept gibt es eine breite Produktpalette - von Hygiene-Tüchern über Handgel zu Sprays wird jede Packung für 1,75 Euro verkauft. Auch von der Marke Ombia Med sind ein Hygiene-Handgel und Desinfektionsmittel verfügbar. Sie werden für 1,65 Euro pro Produkt verkauft.

Aldi: Desinfektionsmittel wird nur in "handelsüblichen Mengen" verkauft

Bereits in der vergangenen Woche teilte Aldi mit, dass man das Desinfektionsmittel sowie die anderen Produkte "nur in handelsüblichen Mengen" verkaufe und auch nur so lange der Vorrat reicht. Könnte also bedeuten, dass Aldi - sobald die Artikel einmal verkauft sind - seine Angebotskörbe nicht wieder auffüllt.

Ein Aldi-Kunde aus München präsentiert seinen Einkauf: zwei Flaschen Desinfektionsmittel. Der Discounter hat das Produkt seit Montag im Angebot.

Für Kunden, die es am heutigen Montag (9. März) nicht zum Discounter geschafft haben, könnte es also sein, dass sie leer ausgehen. In ganz Deutschland bildeten sich schon in den frühen Morgenstunden lange Schlangen vor den Aldi-Filialen, die jetzt ein beliebtes Frühstücksprodukt zurückrufen. Auf Twitter teilen viele User ihre Erfahrungen. Wie krass die Situationen in den einzelnen Läden wirklich sind und waren, zeigen wir euch auf Fotos, die die Kunden vor Ort gemacht haben. 

Aldi: Tweets zeigen Desinfektionsmittel-Wahnsinn in Deutschland

Wo diese Fotos aufgenommen wurde, lässt sich allein wegen der Hashtags nicht erkennen. Anhand des Aldi-Logos lässt sich aber immerhin sagen, dass es sich hierbei um eine Filiale von Aldi Nord handelt (Süd hat ein blau-orange-farbenes Logo). 

Auf diesem Foto ist deutlich eine Filiale von Aldi Süd zu erkennen. Sogar eine Frau mit Unterarmgehstützen macht sich die Mühe und steht vor der Filiale Schlange. Das nennen wir Einsatz.

Desinfektionsmittel bei Aldi: Im Regen stehen für Angebote

Sogar mit Regenschirm ausgestattet warten diese Kunden sehnsüchtig darauf, endlich in die heiligen Hallen des Discounters zu dürfen. Man darf gespannt sein, ob sie noch was von dem Desinfektionsmittel bekommen haben.

Wie ernst die Lage vor Ort ist, zeigt auch dieser Tweet. Angeblich soll dort sogar ein Polizist für Recht und Ordnung gesorgt haben. Man könnte meinen, die kaufwütigen Kunden sind schlimmer als das Coronavirus

Aldi hat Desinfektionsmittel nicht wegen Coronavirus im Angebot

Aldi hat erneut verlauten lassen, dass das Desinfektionsmittel nicht wegen des Coronavirus im Angebot sei. Der Zeitpunkt ist dennoch ein ziemlich großer Zufall, schließlich breitet sich der Erreger in Deutschland immer weiter aus. Vor allem in NRW steigen die Infektionen mit dem Coronavirus rasant an.

Man kann davon ausgehen, dass Aldi wegen des "besonderen" Angebots enorme Umsätze machen wird. Auf diesem Foto ist zu lesen, dass der Discounter nur maximal drei Fläschchen des begehrten Mittels pro Person verkauft. Das ist zwar löblich, zeigt aber auch, wie groß der "Run" auf das Desinfektionsmittel ist. Wie viele Flaschen die einzelnen Aldi-Filialen im Verkauf hatten, ist unklar.

Zuletzt kam es in einem Netto in Gladbeck im Ruhrgebiet wegen einer Rabatt-Aktion zu Tumulten. Polizei und Ordnungsamt mussten einschreiten.

Desinfektionsmittel-Angebot: Kunden schon vor Ladenöffnung bei Aldi

In Hamburg und München standen viele Kunden schon vor Ladenöffnung vor den Filialen. In den frühen Morgenstunden bildeten sich dort lange Schlangen - stets in der Hoffnung, noch die eine oder andere Flasche Desinfektionsmittel abgreifen zu können. Derartige Szenen kennt man sonst nur von Apple Stores, wenn im frühen Herbst das neue iPhone auf den Markt kommt.

Kunden warten schon vor Ladenöffnung vor einer Aldi-Filiale in Hamburg. Ab Montag ist dort Desinfektionsmittel im Angebot.

Wie Aldi in den kommenden Tagen mit dem Ansturm auf sein Desinfektionsmittel-Angebot umgehen wird, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen hatte im Vorfeld mitgeteilt, die Hygieneprodukte nur solange verkaufen zu wollen, bis die Vorräte weg sind. Ob das der Realität entspricht, wird sich ab Dienstag (10. März) zeigen. Zumindest im Online-Shop von Aldi kann man das Desinfektionsmittel derzeit noch kaufen.

Auch andere großen Unternehmen trifft die Verbreitung des Coronavirus. Netflix hat angekündigt, die Videoqualität während der Corona-Krise zu drosseln. Damit reagiert der Konzern auf eine Bitte der EU.

Die Infektionen mit dem Coronavirus liegen in Deutschland aktuell bei über 1100 Fällen (Stand Montag (9. März), 13.40 Uhr).