Sprachnachrichten bei WhatsApp

Coronavirus: Meldungen über geschlossene Aldi-Filialen sorgen für Aufregung - das steckt dahinter

In den Filialen von Aldi kommt es zu immer mehr Hamsterkäufen - weil bald die Schließung aller Filialen bevorsteht?
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In den Filialen von Aldi kommt es zu immer mehr Hamsterkäufen - weil bald die Schließung aller Filialen bevorsteht?

Könnten wegen des Coronavirus alle Filialen von Aldi geschlossen werden? Diese Meldung kursiert in Sprachnachrichten bei WhatsApp. Was dahinter steckt.

  • Viele Menschen in Deutschland haben Angst vor dem Coronavirus.
  • Daher versuchen viele mit Hamsterkäufen vorzusorgen.
  • Derzeit kursiert eine Meldung, die die Schließung aller Aldi-Filialen betrifft.

Dortmund - Alle Filialen des Discounters Aldi werden schließen. Diese Horrorvorstellung kursiert gerade im Internet. Doch was ist dran an dieser Meldung?

Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschmeldungen zum Coronavirus

Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken am Coronavirus. Unter vielen verbreitet sich mittlerweile Panik, was man in den leeren Regalen bei Aldi, Rewe und Co. sehen kann. Allerdings verbreiten sich über das Virus auch immer mehr Falschmeldungen. So auch die Nachricht, dass nun auch die Filialen von Aldi schließen werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat am Samstag auf Twitter schon vor Falschmeldungen gewarnt. In dem Tweet heißt es: "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

Fakenews zum Coronavirus: Sprachnachrichten auf WhatsApp verbreiten Lügen

Neben der Nachricht, dass alle Filialen von Aldi schließen werden, kursiert das Gerücht, dass die Universitätsklinik Wien herausgefunden hat, dass es zwischen dem Coronavirus und Ibuprofen ein Zusammenhang geben würde.

Aber auch Sprachnachrichten, die wegen des Coronavirus zu Hamsterkäufen aufrufen, lassen sich derzeit bei WhatsApp finden. In einer Nachricht kündigt eine Frau an, dass sie auch sicherer Quelle wissen würde, dass der "Katastrophenschutz" nun alle Aldi-Filialen schließen werde.

Aldi-Sprecher bestätigen: Filialen des Discounters bleiben weiterhin geöffnet

Allerdings ist diese Meldung falsch. Das bestätigte auch eine Sprecherin des Discounters gegenüber Watson: "Unsere Märkte sind nach wie vor für unsere Kunden wie gewohnt geöffnet und unsere Mitarbeiter arbeiten unermüdlich daran, die Warenverfügbarkeit für unsere Kundinnen und Kunden sicherzustellen."

Das bestätigt auch Aldi Süd gegenüber Watson: "Die kursierende Nachricht ist selbstverständlich falsch. Alle unsere rund 1930 Filialen haben heute und auch weiterhin geöffnet." Dennoch kommt es immer häufiger zu Hamsterkäufen in vielen Filialen. 

Ähnliche Fake News machen immer wieder die Runde in Sozialen Netzwerken oder im Messengerdienst WhatsApp. Auch werden teilweise lebensgefährliche Tipps zum Umgang mit dem Coronavirus gegeben. 

Aldi Nord und Süd verkaufen mehr haltbare Lebensmittel wegen des Coronavirus

Wie Aldi Nord bestätigte, sei es zu immer mehr Hamsterkäufen bei haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven gekommen. Auch Toilettenpapier und Seife sind beliebte Lebensmittel, die häufig von Kunden gehamstert werden.

Video: Coronavirus - sollte ich mir jetzt Vorräte anlegen?

"Die Versorgungssicherheit unserer Märkte und damit auch unserer Kunden ist insgesamt gewährleistet. Die Lebensmittelbestände werden im Rahmen der routinemäßigen Belieferung unserer Märkte kurzfristig wieder aufgefüllt", so die Sprecherin von Aldi Nord.

Coronavirus bei Aldi: Es soll mehr auf kontaktloses Bezahlen gesetzt werden

Auch Aldi Süd sieht Veränderungen im Kaufverhalten ihrer Kunden: "Obwohl wir in einzelnen Filialen aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie beispielsweise Konserven sehen, ist die Versorgungslage in unserem Verkaufsgebiet hinsichtlich unserer Produkte und der Logistik nach wie vor gesichert. Alle Bestände werden im Rahmen der üblichen Anlieferungen wieder aufgefüllt."

Aldi Nord gibt gegenüber Watson auch Tipps, wie sich die Kunden beim Einkaufen verhalten sollten. "Darüber hinaus empfehlen wir unseren Kundinnen und Kunden das kontaktlose Bezahlen, als hygienischste Bezahlmöglichkeit, verstärkt in Anspruch zu nehmen."

Auch Aldi Süd appelliert an ihre Kunden: "Wir hoffen bei unseren Kundinnen und Kunden während des Einkaufs auch auf gegenseitige Rücksichtnahme, da auch unsere Mitarbeiter derzeit in den Filialen außerordentliches leisten."