Sonderzahlung

Corona-Impfung: Aldi und Lidl zahlen kuriose Prämie für Mitarbeiter

Eine Sonderzahlung für Mitarbeiter, die sich gegen Corona impfen lassen. Das planen zumindest Aldi und Lidl. Doch ist das überhaupt rechtmäßig?

Dortmund - Eine Corona-Impfpflicht gibt es noch nicht - und soll Politikern wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge, zumindest in Deutschland, auch so schnell nicht kommen. Bei einigen Unternehmen etablieren sich jedoch inzwischen Methoden, die Privilegien für Menschen versprechen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

Discounter:Lidl
Gegründet: 1973
Anzahl der Beschäftigten: 315.000
Hauptsitz:Neckarsulm

Corona-Impfung: Lidl und Aldi wollen Mitarbeiter mit Sonderzahlung motivieren

So kündigte die australische Airline Quantas bereits an, nur noch geimpfte Passagiere mitnehmen zu wollen, in Sachsen-Anhalt soll ein Pflegedienst-Chef einem Mitarbeiter sogar gekündigt haben, weil dieser sich nicht impfen lassen wollte. Nun haben auch die Discounter Aldi und Lidl angekündigt, Mitarbeiter, die sich gegen Corona impfen lassen, anders behandeln zu wollen, als ungeimpfte Angestellte.

So zahlt Lidl in den USA seinen Mitarbeitern eine Prämie von 200 US-Dollar, wenn sie sich impfen lassen. Der Discounter teilte mit, damit wolle man die Angestellten ermutigen, sich gegen Covid-19 mit einer Impfung zu schützen. Die Impf-Prämie solle insbesondere dafür dienen, dass die mit der Impfstoffverabreichung verbundenen Kosten, wie beispielsweise für die Anfahrt oder die Kinderbetreuung, ausgeglichen werden können.

Man habe zudem eine interne Umfrage unter den Mitarbeitern bei Lidl USA durchgeführt, die gezeigt habe, dass 8 von 10 Angestellten eine Corona-Impfung befürworten. Das Unternehmen wolle daher auch Mitarbeiterpläne für Impfstofftermine berücksichtigen, heißt es in der Mitteilung (mehr News über Lidl bei RUHR24.de).

Corona: Aldi zahlt Bonus für geimpfte Mitarbeiter

Aldi soll ähnliche Pläne haben. So kündigte die Aldi Nord-Tochter „Trader Joe‘s“ ebenfalls eine Prämie an, bei der Mitarbeiter zwei Stundenlöhne on top bekommen sollen, wenn sie sich gegen Corona impfen lassen. Außerdem kündigte der Discount-Riese in den USA an, mögliche Kosten, die für die Impfung anfallen, übernehmen zu wollen (mehr News über Aldi bei RUHR24.de).

Ist eine Impf-Prämie für Mitarbeiter, wie Aldi und Lidl sie in den USA planen, überhautp rechtmäßig?

Bislang haben Lidl und Aldi, die Corona-Impf-Prämie für ihre Mitarbeiter nur in den USA angekündigt. Wie sieht es mit solch einer Sonderzahlung in Deutschland aus? Und ist diese überhaupt rechtmäßig? Das Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND) hat bei den Discountern in Deutschland nachgefragt und von Aldi bereits folgende Antwort erhalten:

Prämie für Corona-Impfung bei Lidl und Aldi ist gesetzlich möglich

„Die Impfungen werden freiwillig sein und basieren auf der Entscheidung eines jeden Einzelnen. Über unsere internen Kommunikationskanäle werden wir unsere Mitarbeiter darüber informieren, was rund um den Impfstart wichtig ist.“ Sprich: Lidl und Aldi planen in Deutschland bislang keine Sonderzahlung für Mitarbeiter, die sich gegen Covid-19 impfen lassen.

Rechtmäßig wäre es allerdings. Ob ein Arbeitgeber Anreize in Form einer Sonderzahlung für eine Impfung veranlasse oder nicht, sei ihm selbst überlassen, so Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht, gegenüber RND. Denn: Ein Unternehme habe ein nachvollziehbares Interesse an einer Impfung, die die Mitarbeiter schützt. Dafür kann er eine Gegenleistung einrichten. Verpflichten dürfe eine Firma seine Angestellten allerdings nicht.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd; Matthias Balk/dpa, Collage: RUHR24.de

Mehr zum Thema