„Tagesfrischer Preis“

Aldi zeigt plötzlich Preise für Obst und Gemüse nicht mehr

Bei einigen Artikeln im Aldi-Prospekt stehen keine Preise mehr. Nur der Hinweis „Tagesfrischer Preis“ ist dort zu lesen. Aber was bedeutet das eigentlich?

Köln – In den vergangenen Monaten dürfte es bereits einigen Aldi-Kunden aufgefallen sein: In den Prospekten des Discounters befinden sich immer wieder angekündigte Produkte, bei denen kein Preis dabei steht. Stattdessen finden Kunden dort einen roten Button mit blauem Rand. Auf diesem Button steht nur der Hinweis: „Tagesfrischer Preis“. Was steckt dahinter?

Discount-EinzelhandelskettenAldi Nord und Aldi Süd
HauptsitzEssen
Umsatz26,3 Milliarden Euro (Stand 2021)

Im Aldi-Prospekt fehlt bei einigen Artikel der Preis – das ist der Grund

Besonders auffällig ist das bei einem aktuellen Prospekt von Aldi Süd, für die Woche vom 22. August bis zum 27. August. Dort gibt es eine komplette Doppelseite mit insgesamt 15 Artikeln.

Was sie alle gemeinsam haben: Es gibt keinen Preis, sondern jeweils nur den Hinweis „Tagesfrischer Preis“. Bei den Produkten handelt es sich um Obst und Gemüse, darunter beispielsweise Paprika, Bio-Bananen, Äpfel oder Kartoffeln.

Dabei sollen Kunden vor allem durch die günstigen Angebote aus den Prospekten überhaupt erst in die Filialen gelockt werden. Was steckt also hinter den verdeckten Preisen bei verschiedenen Artikeln?

„Tagesfrischer Preis“ bei Aldi: Bestimmte Angebote im Prospekt des Discounters werden immer öfter so ausgezeichnet.

Aldi druckt Prospekte ohne Preis-Angaben: Grund sind kurzfristige Änderungen

Tatsächlich lassen sich die Preise bei manchen Produkten aktuell gar nicht so leicht vorhersagen. Auf Nachfrage von 24RHEIN erklärt eine Aldi-Süd-Sprecherin, dass sich besonders die Preise für Obst- & Gemüse-Produkte zurzeit „sehr kurzfristig verändern können“.

„Unser Ziel ist es, unseren Kunden nach dem Aldi-Prinzip immer den besten Preis anzubieten – auch bei diesem Angebot ist das der Fall. Um möglichst nah am Marktgeschehen zu sein, werden die Preise für Obst- & Gemüse-Produkte so aktuell wie möglich gehalten“, betont die Aldi-Sprecherin. Heißt konkret: Erst kurz vor Verkaufsstart der betroffenen Produkte aus den Angeboten steht der Preis wirklich fest.

Im Aldi-Prospekt fehlt wichtige Angabe: Preisschwankungen sorgen für Probleme

Verantwortlich für diese Preisschwankungen sind Probleme bei Lieferketten und in der Logistik, der Krieg in der Ukraine, steigende Energiepreise sowie weiterhin auch Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. Ein Aldi-Nord-Sprecher erklärte im April 2022 gegenüber Business Insider: „All das wirkt sich zurzeit tagesaktuell auf die Preise am Markt aus und schränkt unsere langfristigen Planungen ein.“

Das bereitet den Supermärkten und Discountern aber häufig Probleme bei der Produktion ihrer Prospekte. Diese werden nämlich meist schon mehrere Wochen im Voraus gedruckt. Also zu einem Zeitpunkt, an dem die endgültigen Preise zum Angebotsstart für bestimmte Artikel noch gar nicht vorherzusehen sind.

Aldi-Prospekt teilweise ohne Preise? Was bedeutet „tagesfrischer Preis“?

Mit dem Hinweis auf den „tagesfrischen Preis“ sichert sich Aldi daher gegen solche Preisschwankungen ab – und gibt kein Preisversprechen, das der Discounter vielleicht nicht mehr halten kann, wenn die Angebote aus dem Prospekt im Verkauf sind. Gleichzeitig kann Aldi so auch kurzfristig noch auf mögliche Preissenkungen oder Preiserhöhungen bei bestimmten Produkten reagieren.

Wer bei diesen Produkten den genauen Preis im Vorfeld wissen will, muss sich daher etwas gedulden. „Den Störer ‚tagesfrischer Preis‘ verwenden wir in der Regel ausschließlich in der Filialauflage unseres Handzettels. Die jeweils aktuellen Verkaufspreise können entweder online am Samstag vor dem Angebotsstart oder direkt in unseren Filialen eingesehen werden“, sagt die Aldi-Süd-Sprecherin gegenüber 24RHEIN.

Während Aldi beim Bewerben von Produkten weiterhin auf die klassischen Prospekte setzen will, hat Konkurrent Rewe andere Pläne. Vor wenigen Wochen hatte Rewe angekündigt, ab Juli 2023 komplett auf Werbeprospekte aus Papier zu verzichten. (bs)

Rubriklistenbild: ©  Waldmüller/Imago

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