Zum Verzehr oder für Rezepte

Apfel-Sorten in Deutschland: Wie sie schmecken und sich unterscheiden

Apfel ist nicht gleich Apfel: Schätzungen zufolge gibt es weltweit mehr als 20.000 Sorten – davon rund 2000 in Deutschland. RUHR24 stellt sieben beliebte vor.

Deutschland – Die Herbst-Zeit ist bekanntlich auch die Ernte-Zeit für Äpfel. Auch wenn wir hierzulande das beliebte Obst auch ganzjährig im Supermarkt kaufen können: Zur Apfelsaison ist die Auswahl besonders groß. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich dabei nicht nur optisch , sondern auch im Geschmack.

KulturapfelObstart
Frucht des Apfelbaums Apfel
FamilieRosengewächse

Zudem gilt: Je nachdem, ob der Apfel verzehrt oder beispielsweise zu Mus oder im Kuchen verarbeitet werden soll, sind die Apfelsorten besser oder schlechter geeignet. Ein Überblick über Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten:

1. Boskop – der beliebte Winterapfel bietet einen säuerlichen Geschmack

Die als „Boskop“ bekannte Apfelsorte heißt eigentlich „Schöner aus Boskoop“, wie plantura.garten.de erklärt. Der Boskop ist ein typischer Winterapfel: Nach der Ernte sollte er einige Zeit eingelagert werden, bevor er verzehrt wird. An einem dunklen Ort bei drei bis vier Grad Celsius, ist der schmackhafte Apfel mehrere Monate haltbar.

Boskop-Äpfel zeichnen sich durch ihren säuerlichen Geschmack aus. Zugleich sind sie besonders bissfest. Beeindruckend ist auch ihre Größe: Die Äpfel können bis zu 200 Gramm schwer werden. Traditionell werden sie für zahlreiche Rezepte verwendet. Beim Kochen und Backen zerfallen die Äpfel leicht. Dabei erhalten sie zugleich ihren leicht säuerlichen Geschmack, weshalb sie beispielsweise einem Apfelkuchen eine besondere Note verleihen. Auch für Apfelmus, den klassischen Bratapfel, Pfannkuchen mit Äpfeln oder Apfelsaft ist die Sorte ideal.

2. Topaz-Apfel – eine beliebte Bio-Sorte

Wer seine Lebensmittel regelmäßig in Bio-Qualität kauft, dem ist der Topaz sicher ein Begriff. Die relativ junge Apfelsorte wurde erstmals in Tschechien gezüchtet, erklärt Utopia.de. Mittlerweile sei sie aber auch in Deutschland heimisch. 

Der große Vorteil dieser Sorte: Er ist von Natur aus nur wenig anfällig für Krankheiten. Daher eignet er sich laut Utopia.de besonders gut für den Bio-Anbau (mehr Garten-News auf RUHR24).

Äußerlich ist der Topaz an seiner gelben Farbe erkennbar – die von roten Streifen durchzogen ist. Der Apfel ist optimal für den direkten Verzehr geeignet. Zudem lässt er sich auch für Apfelmus oder im Obstsalat verwenden.

3. Granny Smith – die optimale Wahl zum Kochen und Backen

Der Granny Smith ist einer der bekanntesten Äpfel. Ihren Ursprung hat die Sorte in Australien, wo sie im Jahr 1886 entdeckt wurde. Mit ihrer knallgrünen Farbe ist diese Apfelsorte im Supermarkt unverkennbar.

Wie suedtirolapfel.com verdeutlicht, enthält der Granny Smith eine große Menge an Fruchtsäuren. Daher hat er seinen charakteristischen, säuerlichen Geschmack. Die beliebten Äpfel eignen sich ebenso wie der Boskop optimal für verschiedenste Rezepte – beispielsweise Apfelkuchen oder Apfelstrudel.

Apfelsorten: Granny Smith und Boskop im Vergleich

4. Elstar – zum Reinbeißen besonders beliebt

Der Elstar ist äußerst aromatisch – und wird daher besonders gern frisch verzehrt. Die Sorte ist aus einer Kreuzung von Golden Delicious und Ingrid Marie entstanden.

Die Äpfel sind gelblich-rot und haben einen süßen, leicht säuerlichen Geschmack. Er ist zwar auch für die Weiterverarbeitung geeignet, kann aber dabei nicht – wie beispielsweise der Boskop – mit einer säuerlichen Apfelnote punkten.

5. Braeburn – höchster Vitamin-C-Gehalt unter den Apfelsorten

Ebenfalls ein beliebter und bekannter Tafelapfel ist der Braeburn. Was vielleicht weniger bekannt ist: Diese Sorte hat einen besonders hohen Vitamin-C-Gehalt. Wie quarks.de erklärt, ist er mit rund 19 Milligramm pro 100 Gramm eine wahre „Vitaminbombe“ unter den Äpfeln.

Die knackige Apfelsorte stammt ursprünglich aus Neuseeland. Erkennbar ist sie an der rot-gelben Schale. Der Apfel zeichnet sich durch seinen süß-säuerlichen Geschmack aus. Er ist auch ideal zum Kochen oder Backen geeignet.

Apfelsorten: Braeburn und Elstar

6. Cox Orange – der alte Brite überzeugt im Geschmack

Ähnlich wie der Boskop zählt der Cox Orange zu den wenigen alten Apfelsorten, die noch nicht in Vergessenheit geraten sind. Die ursprünglich aus Großbritannien stammende Sorte ist bei vielen Apfelliebhabern besonders angesagt.

Denn der Apfel ist sehr aromatisch. Zugleich ist er weder zu süß noch zu sauer. Auch in der Küche kann die Sorte punkten: Sie eignet sich als Brat- oder Kochapfel. Übrigens ist der alte Apfel ein Vorfahr von weiteren Sorten wie Gala oder Elstar.

7. Pink Lady – der beliebte Trend-Apfel ist umstritten

Ganz anders die Pink Lady: Hinter diesem Markennamen steht die angesagte Apfelsorte Cripps Pink, die ursprünglich aus Australien stammt. Nicht nur wegen ihres aufwendigen Marketings sind die Äpfel aus den Supermärkten nicht mehr wegzudenken. Die Sorte ist zudem sehr süß und knackig – weshalb sie bei vielen Verbrauchern beliebt ist.

Allerdings sind die vermeintlich makellosen Äpfel mittlerweile umstritten. Wie Utopia.de erklärt, seien Kritikpunkte beispielsweise eine schlechte CO₂-Bilanz sowie die Gefährdung der Apfelvielfalt. Auch der Einsatz von Pestiziden sei kritisch zu betrachten, da die Sorte ungespritzt extrem anfällig für Apfelkrankheiten und Schädlinge sei.

Rubriklistenbild: © McPHOTO/A. Schauhuber

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