Rossmann zieht mit

Neuerung bei Aldi und Lidl: Preisschilder plötzlich weg – Kunden haben Ahnung

Bei Aldi und Lidl stehen große Neuerungen an. Die gewohnten Preisschilder soll es bald nicht mehr geben.

NRW – Preisschilder aus Papier, die je nach Angebot oder Preiserhöhung ausgetauscht werden: So kennen Kunden in Deutschland Supermärkte und Discounter. Doch die Schilder sollen schon bald verschwinden. Und dann?

NameAldi
HauptsitzEssen
Gründung1961 in Essen

Preisschilder bei Aldi und Lidl verschwinden: Worauf Kunden sich einstellen müssen

Erraten müssen Kunden den Preis bei Aldi und Lidl zukünftig nicht. Statt der bekannten Papierschilder sollen die Auszeichnungen der Preise zukünftig digitalisiert werden, wie unter anderem die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet. Einige Filialen von Rewe oder Edeka nutzen die Schilder bereits, nun wollen auch Aldi und Lidl flächendeckend nachziehen.

Bei Aldi Süd soll die Umstellung innerhalb der nächsten zwei Jahre durchgezogen werden. Die Preisschilder sollen nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und Großbritannien ausgewechselt werden.

Auf Nachfrage der Lebensmittel Zeitung habe Aldi das Vorhaben allerdings nicht bestätigt. Lediglich von Tests in einzelnen Filialen sei die Rede gewesen. Bei Aldi Nord hingegen soll die Umstellung 2023 bereits abgeschlossen werden. Ab 2022 stehen aber noch weitere Änderungen in den Discountern an.

Digitale Preisschilder bei Aldi und Lidl: Discounter stellen um

Auch Lidl will die Preisschilder modernisieren und soll schon mit dem Umbau begonnen haben: Langfristig sollen alle 3200 Filialen mit den digitalen Schildern ausgestattet werden. Wie diese am Ende aussehen, ist allerdings noch nicht klar: Lidl experimentiert derzeit mit verschiedenen Rahmen für die Schilder. So sollen Bio-Produkte beispielsweise optisch abgehoben werden und damit leichter zu erkennen sein.

Als Vorreiter bei dem Einsatz der sogenannten ESL-Technik (kurz für „Electronic Self Label“) gilt Rewe. Dort werden die digitalen Preisschilder bereits seit 2013 eingesetzt. Die Methode scheint zukunftsträchtig. „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass in ein paar Jahren im Lebensmitteleinzelhandel alle Händler auf ESL umgestellt haben werden“, meint Ulrich Spaan, Mitglied der Geschäftsleitung beim Forschungs- und Bildungsinstitut EHI.

Nach Rewe, Aldi und Lidl: Auch Drogerien setzen auf neue Preisschilder

Auch die Drogerie-Kette Rossmann will bei den digitalen Schildern nachziehen. Aber warum? Laut Spaan seien die Preisschilder deutlich günstiger geworden, als sie noch vor ein paar Jahren waren. Das erleichtert den Umstieg. Die Technik ist aber auch für Filialen mit wenig Personal attraktiv. Statt in Angebotswochen händischen Schilder auszutauschen, würde das Umstellen der digitalen Schilder ausreichen.

Doch könnte sich genau diese Flexibilität zum Nachteil für Kunden entwickeln? Einzelhändler könnten mit den digitalen Preisschildern noch kurzfristiger auf erhöhte Nachfrage von Produkten oder auf Lieferengpässe, wie aktuell bei Rewe, reagieren. In großen Online-Shops ist diese Methode seit Jahren gängig.

Laut der Lebensmittel Zeitung wollen Händler die Schilder aber sogar eher zum kurzfristigen Senken der Preise nutzen. Etwa bei Obst und Gemüse am Abend und Wochenende, um Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Ob diese Ankündigung tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd, Jens Kalaene/dpa, Collage: RUHR24.de

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