Vermehrt unterdrückte Nummern

Änderung im Dezember: Spam-Anrufe von 110 und 112 nicht mehr möglich

Wenn plötzlich die 110 oder 112 anruft, löst das bei den meisten wahrscheinlich einen Schock aus. Der Trick mit der falschen Nummer ist aber Geschichte.

Dortmund – Spam-Anrufe sind einfach nur nervig. Doch Verbraucherinnen und Verbraucher werden ab Dezember zumindest besser vor Rufnummer-Manipulation geschützt sein. Dann sind Schock-Anrufe etwa von der 110 oder 112 nicht mehr möglich.

Call-ID-Spoofing verboten: Gefälschte Anrufe von 110 oder 112 wird es nicht mehr geben

„Immer wieder verschleiern Kriminelle die wahre Herkunft eines eingehenden Anrufs, indem im Telefondisplay eine gefälschte Rufnummer angezeigt wird“, erklärt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur in einer Mitteilung. Das Fälschen der Telefonnummer, auch Call-ID-Spoofing genannt, soll meist kriminelle Handlungen möglich machen.

Kriminelle wenden die Technik an, um beispielsweise die Notrufnummern 110 oder 112 im Display des Angerufenen anzeigen zu lassen und nutzen den Schock-Moment aus. An der anderen Leitung geben sie sich dann als Polizei oder Feuerwehr aus. Nach einer erfundenen Geschichte verlangen sie dann meist eine Geldleistung.

Im Kampf gegen Fake-Anrufe werden Anbieter in die Pflicht genommen

Dem wird ab dem 1. Dezember ein Riegel vorgeschoben. Dann treten gesetzliche Neuregelungen zum besseren Schutz vor Call-ID-Spoofing in Kraft. Das neue Gesetz nimmt vor allem Telekommunikationsdienste in die Pflicht.

Denn sie müssen sicherstellen, dass Anrufe abgebrochen werden, bei denen Rufnummern der Notrufe 110 und 112, hochpreisige Rufnummern (0)900, (0)137 und Nummern für Auskunfts- und Kurzwahldienste fälschlicherweise angezeigt werden. Zudem müssen sie gewährleisten, dass Anrufe aus ausländischen Netzen keine deutsche Rufnummer als Absender anzeigen können. Mobilfunkrufnummern im internationalen Roaming sind ausgenommen.

Fake-Anrufe von der 110 oder 112 wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Gesetz gegen Fake-Anrufe führt zu mehr Anrufen mit unterdrückter Nummer

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen sich laut Bundesnetzagentur darauf verlassen können, dass eingehende Anrufe mit einer deutschen Nummer auch tatsächlich aus Deutschland kommen. Denn die meisten Anrufe mit manipulierten Rufnummern sollen laut Bundesnetzagentur aus dem Ausland kommen (mehr digitale News bei RUHR24).

Bei Anrufen aus dem Ausland, die Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer deutschen Nummer täuschen wollen, wird zukünftig die Nummernanzeige komplett unterdrückt. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass es infolge der Anonymisierungspflicht öfter Anrufe mit unterdrückter Nummer geben wird.

Allerdings bedeutet ein Anruf von einer unterdrückten Nummer nicht automatisch einen Spam-Anruf. Immerhin kann jeder seine Nummer vor dem Anruf unterdrücken. Die Bundesnetzagentur rät dazu, sich immer der Identität der Anrufenden zu vergewissern.

Rubriklistenbild: © Ezequiel Sambresqui/Imago

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