Es hagelte Kritik

Änderung im August: Große Kehrtwende bei Arznei-Regelung in Apotheken

Der August bringt zahlreiche Änderungen mit sich. Eigentlich sollte eine davon auch Patienten betreffen. Doch die neue Apotheken-Regelung wird vertagt.

NRW – Nachdem bereits im Juli zahlreiche Änderungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher zugekommen sind, stehen auch im August diverse Neuerungen an. Diese zielten nicht nur unter anderem auf Studierende oder Arbeitnehmer ab, sondern sollten ursprünglich auch Patientinnen und Patienten betreffen – eigentlich.

PharmaindustrieUnternehmen, die Arzneimittel herstellen und vertreiben
Spektrum der AktivitätenForschung und Entwicklung für neue Wirkstoffe, Herstellen und Inverkehrbringen von Arzneimitteln
Beschäftigte in Deutschland119.994 Beschäftigte (Stand 2020)

Änderungen im August 2022: 9-Euro-Ticket und Tankrabatt im letzten Monat

Sie wurden mit Spannung erwartet und sind weiterhin durchaus umstritten: Der von der Bundesregierung im Rahmen von Entlastungen eingeführte Tankrabatt ist Ende August ebenso Geschichte wie das 9-Euro-Ticket – auch wenn sie wohl weiterhin für viel Diskussionsstoff sorgen werden (mehr Service bei RUHR24).

Stichwort Entlastung: Studierende hatten es während der Corona-Pandemie nicht leicht. Doch ab dem 01. August will das Bundesbildungsministerium (BMBF) das BAföG „digitaler, flexibler und moderner“ gestalten.

Änderungen im August 2022: Studierende werden entlastet

Konkret wird der Förderungshöchstbetrag von 861 Euro auf 934 Euro angehoben. Hinzu kommt, dass unter anderem die Altersgrenze angehoben wird: Laut dem BMBF sollen Studierende künftig auch dann noch von einer Förderung profitieren, „wenn sie bei Beginn der förderungsbedingten Ausbildung das 45. Lebensjahr nicht überschritten haben“.

Auch Arbeitnehmer sollen es ab August einfacher haben. Laut einem EU-Gesetz sollen in Arbeitsverträgen konkretere Angaben zu Rahmenbedingungen wie Überstunden, Probezeiten und Befristungen verpflichtend sein, berichtet das Handelsblatt.

Änderungen im August 2022: Patienten sollten ursprünglich mehr Nachahmerprodukte erhalten

Eine einschneidende Veränderung sollte ursprünglich auch auf diejenigen Patienten zukommen, die regelmäßig auf Medikamente aus den Apotheken angewiesen sind. Denn die von Ärzten verschriebenen Biopharmazeutika sollten sie in der Apotheke ab dem 16. August 2022 verstärkt in Form von Nachahmerprodukte erhalten.

Diese Nachahmer-Präparate werden Biosimilars genannt und werden hergestellt, wenn der Patentschutz des Originals wegfällt. Ihr Wirkstoff ist, anders als bei Generika, nicht identisch zu dem des Originalpräparats, erklärt der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA). Allerdings gab es laut der Deutschen Apotheker-Zeitung (DAZ) derart heftige Kritik an dem automatisierten Austausch, sodass nun ein Aufschub beschlossen wurde.

Der Austausch von Arzneimitteln in Apotheken wird um ein Jahr verschoben.

Änderungen im August 2022: Pharmaverbände und Apotheker gegen automatisierten Arzneimittel-Austausch

Pharmaverbände oder die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) stellten sich gegen den durch Rabattverträge gesteuerten Austausch. Man wolle die Sicherheit der Arzneimittel garantieren und weiter überwachen (Pharmakovigilanz). Außerdem solle die Patienten- und Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sichergestellt und damit die Risiken für Patienten bei der Arzneimitteltherapie weiterhin verringert werden.

Ein Kabinettsentwurf von Lauterbachs Spargesetz hat nun die Frist bis zum 18. August 2023 verlängert, berichtet die Pharmazeutische Zeitung (PZ). Für den Austausch von Biosimilars in der Apotheke erhält der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nun ein Jahr mehr Zeit.

Änderungen im August 2022: Krankenkassen schauen in die Röhre

Die Krankenkassen, die von bereits bestehenden Biosimilar-Verordnungen profitieren, sind von dem Aufschub alles andere als begeistert. Schließlich sparen sie eine Menge Geld, wenn Original-Präparate durch die billigeren Biosimilars ersetzt werden. Sie müssen sich nun wohl noch etwas gedulden.

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