ADAC testet Kindersitze – nur jedes zweite Modell wird für gut befunden, vier Sitze fallen sogar durch

ADAC hat Kindersitze getestet. Foto: dpa.
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ADAC hat Kindersitze getestet. Foto: dpa.

Ein Kindersitz soll das Kind während der Autofahrt schützen. Der ADAC hat deshalb jetzt 20 Modelle auf überprüft und kam zu folgendem Ergebnis.

Der ADAC hat Kindersitze unter die Lupe genommen: Sie prüften die Vorrichtungen für die Kleinen auf Sicherheit, Ergonomie und Schadstoffgehalt. Vier der Modelle vielen komplett durch.

  • Der ADAC testete 20 neue Kindersitze hinsichtlich Sicherheit und Schadstoffgehalt.
  • Vier Modelle fielen durch, vier Sitze schnitten mit "befriedigend" ab.
  • Immerhin: Alle Modelle bestanden den Crashtest.

ADAC: 20 neue Kindersitze im Test

Gerade wenn es um den Schutz und die Sicherheit der Kleinsten geht, wollen die Eltern alles richtig machen. Das betrifft auch den Kindersitz im Auto. Hier haben sie eine Vielzahl an Produkten zur Auswahl – doch welcher ist der passende Kindersitz?

Schon ein Aufprall mit 30 km/h kann schlimme Folgen haben – deshalb soll ein Kindersitz die Kleinen während der Autofahrt schützen. Doch nicht alle tun das immer ganz zuverlässig. Der ADAC hat deshalb 2 0 der neuesten Modelle hinsichtlich Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft und getestet.

ADAC Kindersitz-Test: Alle Modelle bestehen den Crashtest

Die gute Nachricht zuerst: Keiner der getesteten Kindersitze fiel bei dem sogenannten Crashtest durch. 16 Modelle übertrafen sogar die gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich der Sicherheit. Der ADAC führte mit jedem der Sitze einen Frontal- und einen Seitenaufprallversuch durch.

Am Besten schnitt das Modell "BeSafe iZi Kid X3 i-Size" ab – der Sitz ist für Kinder im Alter zwischen eins und vier geeignet. Der ADAC benotete das Modell mit "sehr gut", womit er zu den besten Kindersitzen seit 2015 gehört. Außerdem loben viele Nutzer, dass es von großem Vorteil sei, dass man die Vorrichtung über einen langen Zeitraum von vier Jahren verwenden könne.

Vier Kindersitze fallen bei ADAC durch

An die Grenzen des Crashtests stieß allerdings ein Modell der beliebten Marke Hauck. Der iPro Baby hielt im Frontalaufprall zwar den Dummy zurück, löste sich aber teilweise von seiner sogenannten isofix-Basis. Das ist ein gängiges, leicht zu bedienendes Befestigungssystem für Kindersitze.

Ebenfalls grenzwertig waren vier Modelle hinsichtlich ihrer Schadstoffbelastung. Diese war schlichtweg so hoch, dass der ADAC sie durch den Test durchfallen ließ.

Schon wieder: Auch hier zeigten sich die Kindersitze der Marke Hauck als eindeutige Verlierer des Tests. Der Automobilclub konnte in den Bezugsstoffen Naphthalin nachweisen – der Stoff steht im Verdacht krebserregend zu sein. Aber auch zwei Modelle von Uppababy fallen durch. Hier enthielten die Bezüge das Flammschutzmittel TCPP – und zwar in der Höhe, dass die EU-weiten Richtlinie deutlich überschritten wurde.

ADAC gibt Tipps zum Kauf von Kindersitzen

Auch wenn die Polizei immer wieder erschreckende Zwischenfälle meldet, bei denen Eltern ihre Kinder gar nicht oder unter unmöglichen Bedingungen sichern – die Regel ist das zum Glück nicht. Die meisten wollen ihren Nachwuchs mit dem passenden Kindersitz schützen. Um den zu finden, gibt es einiges zu beachten. Deshalb hat der ADAC ein paar Anhaltspunkte zusammengestellt:

  • Wichtig ist, mit Kind und Auto beim Fachhandel vorzufahren, um die zur Auswahl stehenden Modelle vor dem Kauf auszuprobieren.
  • Der Kindersitz sollte sich möglichst einfach, stramm und standsicher in das Auto einbauen lassen.
  • Die Gurte müssen geradlinig verlaufen und keine Falten schlagen.
  • Besonders bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Länge des Gurtes ausreicht.
  • Außerdem muss der Kindersitz inklusive der Rückenstütze und der Gurte regelmäßig an die Größe des Kindes angepasst werden können.

Update, Mittwoch (27. Mai 2020): Ein Jahr nach dem letzten Kindersitztest hat der ADAC erneut viele Modelle getestet - und kommt zu einem beruhigenden Ergebnis.