Eltern können beruhigt sein

Kindersitze im Test beim ADAC: Sicherheitsmängel beim Billigmodell

Der ADAC hat Kindersitze fürs Auto auf Sicherheit und Bedienung geprüft. Im Gegensatz zum Vorjahr können Eltern nun beruhigt sein. Der Test in der Übersicht.

  • Der ADAC hat insgesamt 26 Kindersitze einem Test unterzogen.
  • Mehr als die Hälfte der Sitze schnitten gut oder sehr gut ab.
  • Der ADAC gibt außerdem Tipps, was Eltern beim Kauf eines Autositzes für ihr Kind beachten sollten.

München - Wenn es um die Sicherheit des Kindes geht, wollen Eltern alles richtig machen - auch beim Kindersitz für das Auto. Oder gerade dann. Denn schon ein Aufprall mit 30 Kilometern in der Stunde kann schlimme Folgen haben.

Unternehmen:

ADAC

Hauptsitz:

München

Gründer:

Hans Cartographer 

Mitglieder:

21 Millionen (Ende 2019)

Rechtsform:

Eingetragener Verein

Deshalb soll ein Kindersitz die Kleinen während der Autofahrt schützen. Der ADAC hat nun geprüft, ob die Kindersitze auch halten was sie in puncto Sicherheit, Handhabung, Ergonomie und Schadstoffgehalt versprechen. RUHR24.de* fasst die Ergebnisse zusammen.

Kindersitze 2020 im Test: ADAC prüft Sicherheit und Handhabung

Der ADAC, der auch die Preise von Tankstellen wie Aral, Shell und Esso untersucht hat, testet jedes Jahr aufs Neue die Kindersitze, die derzeit auf dem Markt sind. Nicht immer ist das Ergebnis sonderlich beruhigend. So auch im vergangenen Jahr.

Bei dem ADAC Kindersitz-Test 2019 fielen vier Modelle komplett durch*. Sie konnten den Sicherheitsanforderungen nicht gerecht werden und überschritten die Grenzwerte bei den Schadstoffen. Wie sieht es 2020 aus? Haben die Hersteller nachgebessert?

Kindersitze beim ADAC: Das sind die Testkriterien

Bei dem Test unterzieht der ADAC die Kindersitze unterschiedlichen Verfahren. So wird die Sicherheit beim Frontalaufprall mit 64 km/h und beim Seitenaufprall mit 50 km/h geprüft. 

Außerdem werden die Bezüge auf Schadstoffe und Schwermetalle hin untersucht und der Sitzeinbau bei unterschiedlichen Fahrzeugmodellen getestet. In die Bewertung fließt auch die Ergonomie des Kindersitzes, also etwa die Sitzposition des Kindes mit ein. 

ADAC prüft Kindersitze: 18 Modelle sind "gut" - Testsieger überzeugt in allen Punkten

Allem Anschein nach hat die Kindersitz-Industrie aufgeholt. Denn im Vergleich zum vergangenen Jahr bestanden diesmal alle Kindersitze den ADAC-Test.

18 Modelle bekamen die Note "gut" vom Automobilclub und sechs Kindersitze "befriedigend". Jedoch nur ein Autositz konnte in allen Punkten überzeugen: Mit dem Urteil "sehr gut" geht das Modell Silver Cross Dream + Dream i-Size Base als Testsieger aus ADAC-Test hervor. 

Kindersitz fürs Auto: Günstigstes Modell schneidet beim ADAC besonders schlecht ab

Das Schlusslicht des Kindersitz-Tests vom ADAC bildet das Modell Osann Flux Plus. Er bekam die Note "ausreichend", weil er zwar frei von Schadstoffen ist, aber Schwächen bei der Bedienung und in der Sicherheit hat - und darauf kommt es ja schließlich an.

Beim Kauf eines Kindersitzes sollte nicht gespart werden. Er sollte optimal für das Kind, aber auch in das entsprechende Auto passen. 

An dem Testergebnis zeigt sich, dass es sich manchmal lohnen kann, etwa tiefer in die Tasche zu greifen. Denn das Osann-Modell war mit 75 Euro mit Abstand der billigste Kindersitz im Test.

ADAC testet faltbare Kindersitze für Carsharing und Co

Zum wiederholten Mal untersuchte der ADAC auch Kindersitze, die sich zusammenklappen lassen. Solche Modelle sollen sich vor allem für Familien eignen, die kein eigenes Auto besitzen und häufig auf Carsharing zurückgreifen oder mit verschiedenen Autos unterwegs sind.

Getestet wurden unter anderem der Chicco Fold & Go i-Size und der Mifold Hifold Fit and Fold Booster. Beide sind für Kinder ab vier Jahren geeignet und bekamen das Urteil "befriedigend". Was die Sicherheit betrifft, stehen sie den herkömmlichen Modellen aber in nichts nach. 

ADAC: Wie finden Eltern 2020 den passenden Kindersitz?

Beim Kauf eines Kindersitzes sollten Eltern sich nicht nur auf die Testergebnisse verlassen. Sie sollten berücksichtigen, dass nicht jeder Kindersitz gleich gut in jedes Auto passt. So sollte beim Kauf des Kindersitzes sowohl das Auto als auch das Kind dabei sein.

Unabhängig vom Automodell gibt es aber dennoch laut dem ADAC, der einen Test zum Camping als Urlaub während dem Coronavirus in Italien  gemacht hat, ein paar Kriterien, die Eltern unbedingt beachten sollten:

  • Der Kindersitz muss sich möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lassen.
  • Die Gurte sollten möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Besonders bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können.
  • Es sollte berücksichtigt werden, ob der Kindersitz häufig ein- und ausgebaut werden muss. Gegebenenfalls sollten Eltern dann zu kleineren oder leichteren Modellen greifen.

Nur wenn der Kindersitz für Kind und Auto richtig passt, kann garantiert werden, dass er das Kind im Falle eines Unfalls richtig schützt. Deshalb sollten laut dem ADAC die Eltern auch regelmäßig prüfen, ob der Sitz noch richtig eingestellt ist. Bei den meisten Modellen lassen sich nämlich die Rückenstütze und die Gurte an die Größe des Kindes anpassen. 

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Rubriklistenbild: © Frank May/dpa, Monika Skolimowska /dpa, Collage: RUHR24

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