Neues Mobilfunknetz

1&1 beendet Zwischenlösung mit Vodafone und O2 – 11 Millionen Kunden betroffen

1&1 baut aktuell ein eigenes Netz auf. Ihre Kundinnen und Kunden müssen von O2 und Vodafone bis Ende 2025 auf das neue 1&1 Mobilfunknetz umziehen.

Dortmund – Für Kundinnen und Kunden von 1&1 ändert sich die kommenden Jahre das Netz, in dem sie surfen. Bald startet nämlich das eigene Netz von 1&1. Dann müssen Millionen Menschen mit ihrem Vertrag aus dem O2- oder Vodafone-Netz in das neue Netz des Unternehmens „umziehen“.

Unternehmen1&1 Mobilfunk GmbH
HauptstandorteMontabaur, Karlsruhe, Maintal, Krefeld und Zweibrücken
Gründung1988
Mitarbeiteretwa 3.200

1&1 hat 2019 Sonderrolle von Bundesnetzagentur bekommen, um eigenes Netz aufzubauen

In Deutschland dürfen Mobilfunknetzbetreiber kein Diensteanbieter bei einem anderen Netzbetreiber sein. Beispielsweise dürfte Vodafone als Provider keine Verträge im Mobilfunk-Netz der Telekom anbieten. Das soll einen gerechten Wettbewerb sichern. Die Bundesnetzagentur hat allerdings 2019 eine Ausnahme für 1&1 beschlossen.

Bisher war es so, dass 1&1 kein eigenes Netz hatte und seine Kunden deshalb in Netzen anderer Anbieter gesurft haben. 2019 hat das Unternehmen allerdings Frequenzen erworben, um ein eigenes Netz aufzubauen (mehr Service-News bei RUHR24).

Eine Ausnahmesituation, die auch die Bundesnetzagentur anerkannt hat. Übergangsweise darf 1&1 weiter als Dienstleister Verträge abschließen, gleichzeitig ein eigenes Netz aufbauen und damit als sogenannter MVNO (Mobile Virtual Network Operator) tätig sein. Aber nur auf bestimmte Zeit.

1&1 baut eigenes Mobilfunknetz: Kunden müssen von O2 und Vodafone wechseln

Jetzt hat die Bundesnetzagentur der 1&1 Mobilfunk GmbH Fristen gesetzt. Bis Ende des Jahres 2023 müssen sie den Vertrieb als Dienstleister aufgeben.

Das bedeutet, dass neue Kundinnen und Kunden bei 1&1 nicht mehr im Netz von O2 und zum Teil von Vodafone untergebracht werden dürfen. Als Folge müssen neue Verträge und SIM-Karten ab 2024 im eigenen 1&1-Netz geschaltet werden. Im Herbst 2023 soll das neue Netz starten. Das bestätigt 1&1 gegenüber RUHR24.

5G bezeichnet das Netz der fünften Mobilfunkgeneration. Es schafft durch neuste technische Standards zum Beispiel die Grundlage für Augmented Reality Spiele oder die Vernetzung von Maschinen in der Industrie.

Neues Netz von 1&1: Das müssen Kunden jetzt für den Wechsel machen

Momentan verzögert sich der Ausbau des neuen Netzes allerdings. Grund dafür sind Lieferprobleme der benötigten Technik. Eigentlich sollten bis Ende des Jahres die ersten 1.000 neuen 5G-Standorte fertig sein. Die Fertigstellung dauert jetzt voraussichtlich noch bis kommenden Sommer. Allgemein ist geplant, dass es für die Regionen, in denen bis dahin noch keine Sendemasten stehen, dann ein National Roaming mit O2 gibt. 

Bis Ende 2025 muss 1&1 seine Doppeltätigkeit dann gänzlich aufgeben. Bis dahin müssen auch die 11 Millionen Bestandskunden, die bisher bei O2 und teilweise bei Vodafone untergebracht waren, in das neue Netz gewechselt haben.

1&1 verspricht problemlosen Wechsel der Kunden von O2 und Vodafone auf das neue Netz

Gegenüber RUHR24 erklärt das Unternehmen, dass dieser Prozess automatisch ablaufen wird. Kundinnen und Kunden werden rechtzeitig über den Wechsel informiert, müssen sich sonst aber um nichts kümmern. „Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt alles wie gewohnt. Wir werden weiterhin zu jeder Zeit deutschlandweit sehr gute Netzleistungen bieten – inklusiver aller bekannten Services“, heißt es von 1&1.

Für Kundinnen und Kunden heißt das konkret: Die Verträge laufen wie gewohnt weiter. Eine neue SIM-Karte braucht es nicht und auch die Anschaffung eines 5G-fähigen Smartphones ist nicht notwendig. Neben dem modernen 5G-Standard soll das neue Netzt auch weiterhin 4G vollumfänglich unterstützen.

Rubriklistenbild: © Ezequiel Sambresqui/Imago

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