Neue Regeln in der Pandemie

Corona-Lockdown: Eingeschränkte Bewegungsfreiheit von 15 Kilometern - was das bedeutet

Bei einem Treffen von Bund und Ländern wurde nicht nur der Corona-Lockdown verlängert, sondern auch die Hotspot-Strategie verschärft. Das sind die Regeln.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben bei ihrem Treffen am Dienstag (5. Januar) nicht nur beschlossen, den Corona-Lockdown bis zum 31. Januar zu verlängern, sondern auch die Kontaktbeschränkungen und die Bewegungsfreiheit weiter einzugrenzen. Insbesondere in sogenannten Corona-Hotspots, also in Landkreisen, in denen der Inzidenz-Wert über 200 liegt, greifen nun strengere Maßnahmen.

Politikerin\tAngela Merkel
AmtBundeskanzlerin seit 2005
ParteiCDU

Corona-Lockdown wird verlängert: 15-Kilometer-Regel in Hotspots

Menschen, die in Regionen mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen wohnen, müssen sich nun darauf einstellen, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein. So haben die Politiker in der Konferenz beschlossen, dass sich die Bewohner der betroffenen Städte und Landkreise nur noch in einem Radius von 15 Kilometern um den Wohnort bewegen dürfen. Doch was heißt das genau? Und was ist mit Wohnort gemeint?

Diese Frage stellten auch einiger Pressevertreter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie entgegnete: „Wohnort heißt in diesem Fall tatsächlich Wohnort“. Im Anschluss ergänzte sie jedoch ihre Aussage noch einmal mit der Erklärung, dass also nicht die Adresse zählt, an der eine Person wohnt, sondern der gesamte Wohnort.

Corona-Lockdown: Wie der 15-Kilometer-Bewegungsradius gemessen wird

Das bedeutet, eine Person, die in Herne (aktuell der einzige Corona-Hotspot in NRW) wohnt, darf sich in einem Radius 15 Kilometer rund um Herne aufhalten. Das Gebiet darf nur verlassen werden, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Touristische Tagesausflüge oder Einkaufen zählen jedoch nicht dazu (die Corona-Pandemie im Live-Ticker auf RUHR24).

Man fange jedoch nicht an, den Weg abzumessen, dies sei nicht praktikabel, so die Kanzlerin. Vorbild für die 15-Kilometer-Vorgabe in Hotspots sind Merkel zufolge entsprechende Regeln in Sachsen. Hier heißt es in der aktuellen Corona-Schutzverordnung in Paragraf 2: „Das Verlassen der Unterkunft ohne triftigen Grund ist untersagt.“

Und weiter: „Triftige Gründe sind: [...] Versorgungsgänge für die Gegenstände des täglichen Bedarfs und der Grundversorgung sowie die Inanspruchnahme sonstiger Dienstleistungen im Umkreis von 15 Kilometern des Wohnbereichs, der Unterkunft oder des Arbeitsplatzes oder zur nächstgelegenen Einrichtung.“ Gleiches gilt auch für Sport und Bewegung im Freien.

In NRW ist derzeit nur Herne von der eingeschränkten Bewegungsfreiheit betroffen. Hier liegt die Inzidenz noch über 200.

Corona: Tool berechnet 15-Kilometer-Bewegungsradius um Wohnort

Damit ist jedoch noch nicht geklärt, woher man nun wissen soll, welche Orte noch in dem besagten Kilometer-Radius sind. In Sachsen beruft man sich hier auf die Luftlinie vom Wohnort aus. Doch auch das dürfte so manch einen vor eine Herausforderung stellen.

Zum Glück gibt es aber bereits die ersten Tools im Internet, mit denen man herausfinden kann, bis wohin der 15-Kilometer-Radius vom Wohnort aus reicht. Auf der Website Calcmaps können verschiedene Daten zu bestimmten Koordinaten auf einer Karte abgefragt werden. Unter anderem lässt sich beispielsweise der Radius um eine beliebige Adresse anzeigen. Wer also auf Nummer sicher gehen will, kann vorab auf der Seite prüfen, wohin man noch fahren darf.

Genauere Angaben vonseiten der Regierung liegen zu der bundesweiten Einschränkung der Bewegungsfreiheit in Hotspots noch nicht vor. Auch nicht, wie es um Personen steht, die beispielsweise einen Zweitwohnsitz haben oder zwischen zwei Wohnorten hin- und herpendeln.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa

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