Interview nach Tod von George Floyd

Weston McKennie kündigt Video an: Emotionales Interview nach Rassismus-Botschaft im Schalke-Heimspiel

Weston McKennie hat seine Rassismus-Botschaft aus dem Schalke-Heimspiel begründet. Der junge US-Amerikaner blickte dabei emotional zurück.

  • Beim Spiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen sorgte Weston McKennie für Aufsehen.
  • Der US-amerikanische Profi des S04 (alle Artikel unter RUHR24.de) trug einen Trauerflor mit besonderer Botschaft.
  • Mit dieser richtete sich Weston McKennie an US-Bürger George Floyd, der als Afroamerikaner aus mutmaßlich rassistischen Gründen von einem Polizisten getötet wurde. 

Update, Dienstag (2. Juni), 09.21 Uhr: Weston McKennie (21) selbst hat sich mittlerweile auch dazu geäußert, warum er eine Botschaft vermitteln wollte. "Es hat sich angefühlt, als wäre es meine Pflicht, besonders für mich als Amerikaner in der Situation, wie sie sich derzeit in den USA gestaltet", so der junge S04-Profi gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes.

Weston McKennie (Schalke 04): Bundesliga bietet derzeit die größte Plattform für Aufmerksamkeit

Das Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag (30. Mai), "bot die beste und größte Plattform, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren", so Weston McKennie weiter. "Vielleicht mögen mir nicht alle Menschen in dieser Sache zustimmen, aber das ist deren Meinung", so der US-Amerikaner weiter.

Weston McKennie (r.) setzte sich im Schalke-Heimspiel gegen Werder Bremen mit einer besonderen Binde gegen Rassismus ein und erinnerte so an den getöteten George Floyd.

"Für mich fühlte es sich eben an, als wäre es meine Pflicht gewesen, da herauszugehen und Gerechtigkeit für George Floyd zu fordern." Nicht nur das. Die Plattform war laut des 21-Jährigen ideal, um darauf hinzuweisen.

Weston McKennie: Mitspieler vom FC Schalke 04 hatte ihn auf Video aufmerksam gemacht

"Wir sind die einzige Sportliga, die gerade spielt, alle gucken auf die Bundesliga. Es keine bessere Art und keinen besseren Zeitpunkt."

Zunächst hätten die Mitspieler des FC Schalke 04 (das Spiel gegen Union Berlin im Live-Ticker) Weston McKennie auf das grausame Video aufmerksam machen müssen. Dort war zu sehen, wie der Afroamerikaner George Floyd am 25. Mai in Minneapolis starb, weil ein Polizist minutenlang sein Knie in den Nacken des 45-Jährigen drückte.

Weston McKennie (Schalke 04): Schiedsrichter Felix Zwayer forderte S04-Profi auf, die Binde abzulegen

"Mir wurde schlecht beim Gucken des Videos. Wenn ein Mann in diesem Alter nach seiner Mutter ruft, seiner verstorbenen Mutter, dann ruft er damit 'Bitte, helft mir'. Er weiß, dass er es nicht schaffen wird, es ist sehr hart, das mitanzusehen."

Vor dem Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen (0:1) hatte Weston McKennie nicht mit dem Verein gesprochen, ob er die Binde anlegen dürfe. Ablegen wollte er sie im Spiel auch nicht, obwohl Schiedsrichter Felix Zwayer ihn dazu aufgefordert hatte.

Weston McKennie (Schalke 04) rechtfertigt Rassismus-Protest: "Wir sind auch nur Menschen"

"Ich habe dann gesagt 'Nein, mache ich nicht.' Ich weiß, dass es in der Liga eine Regel gegen politische Meinungsäußerungen gibt. Aber wenn man das als rein politisches Statement ansieht, dann weiß ich auch nicht. Klar sind wir Athleten – aber wir sind auch Menschen", so Weston McKennie.

Außerdem habe die "Bundesliga sich gegen Rassismus ausgesprochen. Also hätte ich nicht gedacht, dass es ein Problem werden könnte. Wenn es Konsequenzen gibt, wenn ich für etwas einstehe, an das ich glaube und das ich fühle, dann werde ich diese akzeptieren", so der junge Schalke-Profi.

Weston McKennie mit Rassismus-Erfahrungen während eines Schalke-Spiels und in den USA

Weston McKennie berichtet in dem Interview außerdem davon, dass seine Familie und er selbst auch schon rassistische Erfahrungen gemacht haben. Sowohl in den USA als auch in Deutschland.

Während eines Pokalspiels mit dem FC Schalke 04 sei er mal mit Affenlauten provoziert worden. In den USA wollte ein Friseur seinem Bruder nicht die Haare schneiden. "Wir schneiden nicht die Haare eines N....., haben sie ihm gesagt. Ich konnte es nicht glauben", so der US-Amerikaner. "An seiner Stelle hätte ich Angst um mein Leben gehabt."

Weston McKennie (Schalke 04) kündigt Video gegen Rassismus an

Mit seiner Botschaft im Schalke-Heimspiel gegen Bremen soll es aber nicht reichen, so Weston McKennie. Der junge US-Nationalspieler kündigte für Dienstag (2. Juni) ein selbstproduziertes Video an, um weiter auf Diskriminierung hinzuweisen.

"Rassismus ist ein Problem, das schon viel zu lange besteht. Ich werde George Floyd weiter Tribut zollen." Gegen Union Berlin (das Schalke-Spiel wird live im TV und im Live-Stream übertragen) wird Weston McKennie gesperrt fehlen.

Erstmeldung, Samstag (30. Mai), 17.59 Uhr: Beim Spiel vom FC Schalke 04 gegen Werder Bremen (der Ticker zum Nachlesen) konnte auch Weston McKennie die Niederlage des S04 nicht abwenden. Dafür zeigte er mit einem Trauerflor eine besondere Geste.

NameWeston McKennie
Geboren28. August 1998 (Alter 21 Jahre), Little Elm, Texas, Vereinigte Staaten
Größe1,85 m
Gewicht84 kg
Aktuelle TeamsFC Schalke 04 (#2 / Mittelfeld), US-amerikanische Fußballnationalmannschaft (#8 / Mittelfeld)
Beitrittsdaten2009 (FC Dallas), 2017 (FC Schalke 04, US-amerikanische Fußballnationalmannschaft)
ElternJohn McKennie, Tina McKennie

Weston McKennie (Schalke 04) ergänzt Coronavirus-Trauerflor mit solidarischer Botschaft 

Wie bereits in den vergangenen Wochen zierte am 29. Spieltag der Bundesliga das Trikot des FC Schalke 04 (zur Einzelkritik und zu den Noten gegen Werder Bremen) ein Trauerflor in Gedenken an die Verstorbenen der Coronavirus-Pandemie. Doch S04-Star Weston McKennie (21) wollte eine weitere Botschaft des Mitgefühls verbreiten.

Über der schwarzen Binde trug der gebürtige US-Amerikaner ein handgemachtes Band mit der Aufschrift: "Justice for George Floyd", also "Gerechtigkeit für George Floyd." 

Weston McKennie (Schalke 04) fordert Gerechtigkeit für verstorbenen George Floyd

Der Afroamerikaner war am Montag (25. Mai) bei einem grausamen und gewalttätigen Polizeieinsatz in Minneapolis (USA) ums Leben gekommen, bei dem der weiße Polizist Derek Chauvin George Floyd minutenlang das Knie auf den Hals drückte, bis dieser verstarb.

Dabei machte der mittlerweile Verstorbene immer wieder darauf aufmerksam, dass er nicht atmen könne. Doch der Polizist ließ nicht von ihm ab. Nun fordert Weston McKennie mit seinem Trauerflor Gerechtigkeit.

Weston McKennie (Schalke 04) mit Solidarität: Proteste  in den USA nach Tod von George Floyd

Und damit ist der Schalke-Profi nicht alleine. Ein Video der fürchterlichen Tat kursierte schnell im Internet und sorgte für weltweites Entsetzen. Dem tragischen Tod von George Floyd folgte eine Welle des Protests in den Vereinigten Staaten.

Auch in Berlin kam es für der US-amerikanischen Botschaft zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Der Tod von George Floyd reiht sich ein in eine lange Geschichte rassistisch motivierter Polizeigewalt in den USA. Erst nach den Protesten wurde Derek Chauvin inhaftiert und ist nun wegen Mordes angeklagt.

Weston McKennie (Schalke 04): Trauerflor für George Floyd trifft auf Begeisterung auf Twitter

Während Weston McKennie wegen seinem Foul bei Schalke gegen Werder Bremen von Dietmar Hamann verurteilt wurde, fand die solidarische Botschaft in Richtung seiner Heimat auf der Kurznachrichtenplattform Twitter großen Anklang. Internationale Nutzerinnen und Nutzer teilten das Foto des S04-Profis. Weston McKennie selbst äußerte sich nach der Partie auf der Platform.

Er schrieb: "Meine Plattform nutzen zu können, um auf ein Problem aufmerksam zu machen, das schon lange besteht, fühlt sich gut an! Wir müssen für das einstehen, woran wir glauben, und ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir gehört werden!"

Zuletzt hatte Anthony Ujah (29), Stürmer von Schalke-Konkurrent Union Berlin, auf Twitter seine Solidarität gezeigt. Dabei nahm er ein Foto aus seiner Zeit beim 1. FC Köln, auf dem er vor zwei Jahren seinen Torjubel dem durch rassistische Polizeigewalt verstorbenen Afroamerikaner Eric Garner widmete, und fügte den Namen von George Floyd nachträglich digital dazu. 

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