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Benjamin Stambouli identifiziert sich wie kaum ein Anderer mit Schalke 04. Umso härter traf es den Vize-Kapitän dann, als er die Nordkurven-Kapitänsbinde, eine Sonderanfertigung nach der Vizemeisterschaft, an die Ultras zurückgeben musste. Nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (18. Mai) zeigten sich beide Parteien aber wieder versöhnlich.

Bereits im März gab es erste Annäherung beider Seiten, als der Franzose zum Interview geladen war, welches in der Zeitschrift der Ultras, dem Blauen Brief, veröffentlicht wurde. Dieses Interview wurde ihm nun nach dem Stuttgart-Spiel gerahmt überreicht.

Stambouli: „War kein einfacher Tag für mich“

Die Ultras, die eventuell bei der Entscheidungsfindung von Metzelder Einfluss nahmen, machten im Interview zunächst klar, dass es Nichts mit ihm als Person zu tun habe, sondern es lediglich darum gegangen sei, ein Zeichen zu setzen. Stambouli, der auf Schalke für Luxusprobleme sorgt, zeigte sich schon damals verständnisvoll.

„Ich konnte Eure Wut und Enttäuschung verstehen“, erklärte der Vizekapitän und dankte den Fans auch für die bedingungslose Unterstützung. Jedoch machte er auch klar, dass die Situation auch sehr belastend für ihn war. „Es war wirklich kein einfacher Tag für mich“, sagte er im Blauen Brief.

Vize-Kapitän wollte um die Kapitänsbinde kämpfen

Stambouli machte im Interview vom März auch klar, dass die Verbindung von Mannschaft und Fans enorm wichtig sei. „Für mich als Spieler und Mensch ist es wichtig, jedes Wochenende Eure Unterstützung zu bekommen“, erklärte er damals. Er sah die Rückgabe der Binde auch als Motivation.

Für ihn sei es ein Wunsch gewesen, den Rest der Saison um die Kapitänsbinde zu kämpfen, erläuterte er weiter. „Die Mannschaft hat verstanden was ihr sagen wolltet.“ In der Saison 2019/2020 wird Stambouli Schalke wieder als Vizekapitän zur Verfügung stehen. Jedoch nur als zweiter Stellvertreter.

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Nach dem Spiel der Schalker gegen den VfB Stuttgart gab es nun eine weitere Annäherung zwischen Fans und Stambouli. Nach der emotionalen Verabschiedung von Huub Stevens und Sascha Riether sprachen die Ultras auch mit dem Franzosen.

In der Mixed Zone erklärte der Vize-Kapitän dann, dass unter anderem auch die Causa Kapitänsbinde besprochen wurde, machte aber erneut klar, dass es sich dabei lediglich um ein Signal handelte. „Es war in dieser Zeit ein Zeichen der Ultras, dass sie nicht froh über unsere Leistung waren.“

Stambouli froh über schöne Geste

Jedoch blieb es nicht nur bei warmen Worten, die Ultras hatten eine Kleinigkeit für Stambouli, der neben McKennie zu den Kandidaten für das Kapitänsamt in der kommenden Saison zählt, vorbereitet und überreichten ihm nach dem Spiel das gemeinsam geführte Interview fein säuberlich gerahmt.

Der Franzose zeigte sich vor den Journalisten sichtlich erleichtert: „Es war sehr schön, dass sie das Zuhause gemacht haben“, erklärte er nach dem Spiel.

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Für Stambouli, den Olaf Thon (53) als einen von zwei Favoriten als Schalke-Kapitän nennt, ist die Beziehung zu den Fans etwas sehr besonderes. „Wenn beide Seiten zusammenhalten, sind wir immer stärker als andere Vereine. Eine gute Mannschaft ohne gute Fans funktioniert genauso wenig wie andersrum“, sagte er im Interview mit den Ultras GE. Die Auszeit in der Sommerpause wird ihm trotzdem gut tun.

Auf Nachfrage von Ruhr24, ob er nach der schwierigen Saison, für die Christian Heidel und Domenico Tedesco heftige Kritik von Klub-Legenden einstecken mussten, seinen Vertrag verlängern wolle, antwortete der Franzose lachend: „Glaubst du, ich mag Schalke nicht?“

Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab es mit Jochen Schneider aber nicht, der Vize-Kapitän sagte dazu: „Man wird sehen was passieren wird, aber ich fühle mich sehr wohl auf Schalke.“

Ob es zu einer Versöhnung zwischen den Ultras GE und Clemens Tönnies (63) kommt, ist unklar. Nach seiner rassistischen Entgleisung kritisierten die Ultras die durch den Ehrenrat entschiedenen Konsequenzen für Tönnies und dessen Aussagen scharf.