"Tönnies die rote Karte zeigen" - Ultras GE beziehen Stellung auf Schalke

Die Ultras GE von Schalke kritisieren die Entscheidung des Ehrenrates und die Aussagen von Clemens Tönnies deutlich. Foto: Guido Kirchner/dpa
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Die Ultras GE von Schalke kritisieren die Entscheidung des Ehrenrates und die Aussagen von Clemens Tönnies deutlich. Foto: Guido Kirchner/dpa

Die Ultras GE haben Stellung zur Causa Tönnies bezogen. Sie kritisieren die Entscheidung des Ehrenrats und fordern Konsequenzen. Hier mehr lesen.

Nach den rassistischen Aussagen von Clemens Tönnies(63) hat der Ehrenrateine Entscheidung gefällt und den Aufsichtsratsvorsitzenden von Schalke für drei Monate des Amtes enthoben. Die Ultras GEhaben nun eine Stellungnahme dazu veröffentlicht.

Die Ultras GEsind aktiv, wenn es um die Kommunikation zwischen Fans und dem Verein geht. So kam es in der vergangenen Seuchen-Saison zum Zwist und der anschließenden Versöhnung mit Benjamin Stambouli (29). Zur Causa Tönniesund der Entscheidung des Ehrenrates hatten sie bis jetzt geschwiegen. Dagegen hat Comedian und Hannover 96-Fan Oliver Pochersich zu dem Vorfall geäußert.

Ultras GE: "Aussage unumstritten rassistisch"

Doch nun haben sie eine Stellungnahme veröffentlicht und machen klar: Wir sind nicht einverstanden. Der Ehrenrat hatte entschieden, dass der "Vorwurf des Rassismusunbegründet" sei. Das sieht die Fan-Gruppierung jedoch ganz anders.

"Dass Clemens TönniesAussage rassistisch ist, ist unumstritten", heißt es in der Stellungnahme auf der gruppeneigenen Webseite. Zudem sei sie höchst vereinsschädigend. Der Beschluss beschädige das Image von Schalkenachhaltig, so die Ultras GEweiter.

Zweierlei Maß beim Ehrenrat?

So würde die Entscheidung des Ehrenrates, der insgesamt fünf Mitglieder hat, vor allem die bisherige Anti-Rassismusarbeit von Schalke"mit Füßen treten." Erst auf der Jahreshauptversammlung Ende Juni 2019, bei der Tönnies, dem Neffe Robert (41) Größenwahn vorwirft, zum Aufsichtsratsvorsitzenden wiedergewählt wurde hatte Finanzvorstand Peter Peters (57) eine Rede über die Werte auf Schalkeund gegen Rassismusgehalten.

Doch das ist in den Augen der Ultras GE, von denen zumindest Teile Schalke eine Geldstrafe eingebrockt haben, nicht der einzige Widerspruch. Sie beziehen sich dabei auf eine Entscheidung des Ehrenrates aus dem Jahr 2016. Damals wurde Aufsichtsratsmitglied Dr. Andreas Horn (56) suspendiert, da er versucht haben soll, Tönnieszum Rücktritt zu bewegen.

Der Vorwurf damals: "unsportliches Verhalten". Die Ultra-Gruppierung stellte in ihrer Stellungnahme nun die Sinnfrage und ob denn für den Ehrenrat unsportliches Verhalten schwerer wiege als diskriminierendes.

Selbstauferlegte Sanktion als Farce

Doch nicht nur das Ergebnis stößt den Ultras GEsauer auf, auch den Weg dorthin kritisieren sie scharf. Am Mittwoch (7. August) wurde auch berichtet, die Sanktion gegen Tönniessich drei Monate zurückzuziehen, hätte der Aufsichtsratsvorsitzende selbst vorgeschlagen.

Die Ultras, die in der Vergangenheit bereits von Tönnies ebenfalls stark kritisiert wurden, nennen die Entscheidung eine Farce und stellten sogar in Frage "inwiefern er unabhängig urteilen kann". Spöttisch reagieren die Fans auch auf die neue Anlaufstelle #stehtauf.

Ultras GE fordern rote Karte für Tönnies

Das Ergebnis des Gremiums sei daher "in keiner Art und Weise akzeptabel", erklären die Ultras GEweiterhin in ihrer Stellungnahmeund machen klar: Es scheint, als sei eine Person größer als der Verein.

Zum Abschluss des offenen Briefes machen sie deutlich: diese Sanktionen sind nicht genug und forderten klar die rote Karte für Clemens Tönnies. Dabei ließen sie mit einer Choreographie im DFB-Pokal Taten folgen. Alleine sind sie mit der Forderung nach Konsequenzen bei Weitem nicht.

Viele Vertreter aus Sport und Politik, unter anderem auch DFB-Präsident Reinhard Rauball (72), plädierten bereits für drastischere Maßnahmen.TV-Koch Nelson Müller, der selbst afrikanische Wurzeln hat, sagte sogar, es sei gut, dass die Aussagen von Tönnies gefallen seien. Diese würden das Gedankengut vieler Menschen offenlegen.

Am Donnerstag (15. August) beriet sich zudem noch die DFB-Ethikkommission über die Aussagen von Clemens Tönnies. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt und die Entscheidung bis auf Weiteres vertagt.