"Tedesco alleine gelassen!" Tönnies greift Heidel scharf an

Clemens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa
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Clemens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa

Clemens Tönnies ist wieder im Attacke-Modus. Ziel: Der zurückgetretene Sportvorstand Christian Heidel. Jetzt mehr erfahren.

Kaum ist der Klassenerhalt auf Schalke perfekt, schaltet der Klub in die Abteilung Attacke. Zumindest der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies. Der griff in einem Interview den Ende Februar zurückgetretenen Sportvorstand Christian Heidel, der aus der Reha heraus von Welttrainer Jürgen Klopp schwärmt, scharf an.

"Ich habe mich vor drei Jahren bewusst zurückgenommen. Ich habe die Kritik gegenüber meiner Person verstanden. Das würde ich nie nochmal machen. Ich erkenne heute, dass ich viel zu lange ruhig geblieben bin", sagt Clemens Tönnies im Interview mit Schalke TV und schaltet damit auf Attacke um.

Tönnies kann nicht verstehen, dass Heidel Schalke im Stich gelassen hat

Doch damit nicht genug. Der Aufsichtsratsvorsitzende trat gegen Christian Heidel, dessen Transfers bei Schalke plötzlich einschlagen, nach, der Ende Februar als Sportvorstand der Königsblauen zurücktrat.

"Zuallererst hat uns der Hauptverantwortliche den Kittel an den Nagel gehängt und gesagt: 'Er will uns nicht länger im Weg stehen'", so Tönnies. Auch der abgewanderte Ralf Fährmann (30) hat in einer Videobotschaft gegen Heidel gestichelt.

Tönnies trauert Tedesco noch immer nach

Dafür hat der 62-Jährige kein Verständnis. "Das habe ich in der Situation nicht verstanden. Ich würde Schalke nie im Stich lassen."

Vor allem scheint Tönnies noch immer dem mittlerweile entlassenen Trainer Domenico Tedesco, der mit Spartak Moskau in Verbindung gebracht wird, nachzutrauern. "Domenico ist ein Stück weit auch alleine gelassen worden von Christian Heidel. Das moniere ich heute - auch laut!"

Der Aufsichtsratsvorsitzende des S04 gibt dem ehemaligen Sportvorstand Heidel, der einen Schlaganfall erlitten hat, sogar eine Mitschuld an Tedescos Aus bei den "Knappen". "Wir haben ihn dadurch verloren und das tut mir persönlich auch Leid."

Zu großer Kader soll ausgedünnt werden

Einmal in Fahrt, fuhr Tönnies mit Hochgeschwindigkeit fort. So scheint Heidel auch elementare Fehler beim Kader gemacht zu haben. "Es geht darum, die Mannschaft auszudünnen, wir haben einen zu großen Kader."

Das Team hinter der Mannschaft soll aber "viel breiter aufgestellt und verstärkt" werden. Die Frage ist nur mit welchen Verantwortlichen. Schließlich kamen anscheinend nicht alle Vorschläge vom neuen Sportvorstand Jochen Schneider gut an.

Aktuelle S04-Themen:

Tönnies selbst wollte sich aus der Verantwortung nicht herausnehmen. "Ich bin zum Teil mitverantwortlich, aber ich werde mithelfen, den Schalke-Zug wieder auf die Schiene zu stellen." Heidel äußerte sich nun zur Kritik an seiner Person durch den Aufsichtsratsvorstand.