Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Huub Stevens (65) wechselte beim Schalke-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (0:0) Sascha Riether (36) unmittelbar vor dem Schlusspfiff ein. Als Abschiedsgeschenk zum Karriereende. Nach der Partie erklärte der Jahrhundert-Trainer der Königsblauen, warum ihm das so wichtig war und was seine eigene Vergangenheit damit zu tun hat.

Schon ab der 75. Spielminute skandierten die Schalke-Fans den Namen von Sascha Riether, der neuer Teammanager auf Schalke werden könnte, und forderten eine Einwechslung des beliebten Rechtsverteidigers. Das Karriereende stand bevor, doch die Anhänger des S04 mussten bis kurz vor Schlusspfiff warten. Beinahe wäre der Plan also schief gegangen – oder etwa doch nicht?

Stevens hatte extra wegen Riether eine Absprache mit dem vierten Schiedsrichter

„Ich hatte eine Absprache mit dem vierten Offiziellen“, gab Huub Stevens auf Nachfrage von RUHR24 zu Protokoll. Das Schiedsrichter-Team hätte also wohl zur Not noch länger gewartet, bis die Partie für eine Einwechslung unterbrochen worden wäre.

Dazu musste es aber nicht kommen. Riether, der als Kandidat für den Posten des Teammanagers gilt konnte noch eingewechselt werden und die Zuschauer erhoben sich von den Plätzen, um Anerkennung zu zollen. Weniger für seine sportlichen Leistungen während seiner Schalke-Zeit, weil diese rar gesät waren. Vielmehr für seine stets professionelle Einstellung zum Beruf und zum Klub.

Stevens ist noch immer wegen seines Karriereendes als Spieler traurig

„Glaub mir, ich habe das selbst als aktiver Spieler erlebt, vom Trainer für das letzte Spiel nicht eingewechselt zu werden. Das kann ich noch heute immer nicht nachvollziehen. Ich war und bin traurig, dass mir das nicht gegönnt wurde“, schwelgte Stevens in der Mixed Zone nach der Partie gegenüber RUHR24 mit ernster Mine in Erinnerung.

Für den 65-Jährigen war deswegen klar, dass er Riether nicht dasselbe antun wollte. Doch beinahe wäre es trotzdem nicht dazu gekommen.

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„Wir haben Sascha versprochen, ihm einen letzten Einsatz zu geben. Dafür mussten wir ihm aber auch sagen, dass er fit werden muss“, erzählte Stevens rückblickend auf die Woche.

Riether hatte zuletzt mit Knie-Problemen zu kämpfen. Die sorgten auch dafür, dass der 36-Jährige am Samstag (18. Mai) nicht noch länger spielen konnte. Doch immerhin reichte es noch für eine kurze Einwechslung.

Trainer Jan Reker vom PSV Eindhoven verzichtete auf Einwechslung

„Ich bin damals zwar als Jugend-Koordinator bei dem Verein geblieben und war als Stand-by-Spieler noch weiter dabei. Aber einen letzten Einsatz vor eigenem Publikum war mir nicht vergönnt. Das tut weh“, so Stevens, der beim PSV Eindhoven seine Karriere als Spieler beendete.

Wegen seiner Erinnerungen verfolgt der langjährige Bundesliga-Trainer auch ein bestimmtes Prinzip. „Egal, wo ich war: Bei einem letzten Spiel für einen Spieler lasse ich diesen spielen.“

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Riether profitierte nun davon. „Auf diese Art und Weise ist es ein würdiger Abschied“, so Stevens, der für seinen Schützling gleichzeitig auch noch Ratschläge für die Zukunft parat hatte.