Zurück in der Komfortzone

Sebastian Rudy erklärt die Unterschiede zwischen Schalke 04 und der TSG Hoffenheim

Der Wechsel von Sebastian Rudy (29) zum FC Schalke 04 entpuppte sich schon nach kurzer Zeit für beide Seiten als Missverständnis. Zurück bei der TSG Hoffenheim liefert der deutsche Nationalspieler ab. Das Umfeld in Sinsheim gefällt dem 29-Jährigen.

  • Sebastian Rudy blickt im Interview mit der "Welt am Sonntag" auf seine Zeit beim FC Schalke 04 zurück und zieht einen Vergleich zur TSG Hoffenheim.
  • In Sinsheim hat der 29-Jährige schnell zurück zu alter Form gefunden und sich zurück in die Nationalmannschaft gespielt. 
  • Dass der Mittelfeldspieler in Gelsenkirchen hinter den Erwartungen zurückblieb, hatte mehrere Gründe.

Sebastian Rudy erlebte sportlich und privat eine schwierige Zeit beim FC Schalke 04

28 Einsätze, kein Tor und keine Torvorlage - Sebastian Rudy lieferte während seiner Zeit beim FC Schalke 04 unterirdische Statistiken ab. Auf dem Platz wirkte der 29-Jährige meist wie ein Fremdkörper. Denn Ex-S04-Coach Domenico Tedesco (34), der den Mittelfeldspieler aus München nach Gelsenkirchen lotste, um dort fortan attraktiven Ballbesitzfußball spielen zu lassen, kehrte nach der anfänglichen Niederlagen-Serie zurück zum destruktiveren Fußball aus der Vizemeister-Saison.

Sebastian Rudy fand sich beim FC Schalke 04 deshalb früh in einer sportlich unbefriedigenden Situation wieder. Auch privat lief es für den gebürtigen Baden-Württemberger nicht viel besser. Aufgrund anfänglicher Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche lebte der verheißungsvolle Königstransfer fünf Monate lang im Hotel, seine Familie blieb zunächst in München. 

Sebastian Rudy wechselte nach einer schwierigen Saison beim FC Schalke 04 zurück zur TSG Hoffenheim

Als die Familie letztlich doch die Koffer packte und Sebastian Rudy, dessen Transfer von Schalke zur TSG Hoffenheim vor dem Abschluss steht, ins Ruhrgebiet folgte, verbesserte sich zumindest die private Situation des 29-Jährigen, wie dieser im Interview mit "Welt am Sonntag" erklärt. "Jedes Mal, wenn ich nach Hause gekommen bin und meiner Frau und meinem Sohn in die Augen geschaut habe, hat das etwas mit mir gemacht. In diesen Momenten spüre ich, was mir gut tut und was im Leben besonders wichtig ist."

Die sportlichen Leistungen beim FC Schalke 04 zeigten sich hingegen, wie auch beim Rest der Mannschaft, alles andere als verbessert. Im Sommer wechselte der Mittelfeldspieler deshalb zunächst auf Leihbasis zurück zu seinem früheren Verein TSG Hoffenheim. Dort stimmt es seitdem privat und sportlich, was seine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft belegt. 

Anders als bei Schalke 04? Sebastian Rudy genießt die Rückendeckung bei der TSG Hoffenheim

Der "Welt am Sonntag" verriet Sebastian Rudy, warum es in Sinsheim so viel besser läuft, als beim S04. "Was Hoffenheim betrifft, ist es so, dass ich mich dort einfach unheimlich wohlfühle. Die Verantwortlichen dort gehen sehr ehrlich mit mir um. Ich bin dankbar für Rückendeckung und Wertschätzung bei Hoffenheim. Der Trainer etwa weiß, wie er mit mir umzugehen hat. Er sagt klar, was er erwartet, und setzt auf meine Stärken."

Stärken, die er, nicht zuletzt aufgrund der taktischen Ausrichtung, beim FC Schalke 04 nur viel zu selten zeigen konnte. Eine Rückkehr ans Berger Feld im Sommer 2020 gilt deshalb als unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist wohl, dass die Hoffenheimer die vertraglich verankerte niedrige Kaufoption ziehen und Sebastian Rudy fest verpflichten. 

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