Interne Kritik

Schalke-Streit droht zu eskalieren: S04-Bosse schlagen wegen Sparzwang Alarm

Beim FC Schalke 04 scheint nicht mehr alles harmonisch zuzugehen. Ein Streit-Thema ist der Sparzwang des Klubs. Es gibt interne Kritik.

Gelsenkirchen – Der nach dem Bundesliga-Abstieg eingeschlagene Weg des FC Schalke 04 ist aufgrund der finanziellen Situation alternativlos. Der S04 muss sparen, will aber gleichzeitig sportlich erfolgreich sein. In der zweiten Liga klappte das gut, doch nun gibt es Bedenken.

VereinFC Schalke 04
Gründung4. Mai 1904
OrtGelsenkirchen
StadionVeltins-Arena

Schalke-Streit droht zu eskalieren: S04-Bosse schlagen wegen Sparzwang Alarm

Bereits das Bundesliga-Saisonziel für die kommenden zwei Jahre strotzte beim S04 vor Demut, es geht ausschließlich um den Klassenerhalt. Denn wie Sportvorstand Peter Knäbel bei der Mitgliederversammlung im Juni erklärte, wollen die Königsblauen den eingeschlagenen Weg nicht riskieren und erst recht nicht sofort wieder „nach den Sternen greifen“.

Egal, welcher der Verantwortlichen in den vergangenen Monaten zu Wort kam, immer wieder wurde beim FC Schalke 04 die Finanzplanung hervorgehoben. Mit einem Budget von 37 Millionen Euro bewegen sich die Blau-Weißen weit unten in der Tabelle, nur der VfL Bochum und Werder Bremen hatten für die Saisonplanung weniger Geld zur Verfügung. Doch der Sparzwang führt zu Ärger in Gelsenkirchen. Unter den S04-Bossen droht ein Streit zu eskalieren.

Schalke-Bosse wollten Verstärkungen nach S04-Blamage gegen Union Berlin

Wie Bild und Ruhr Nachrichten übereinstimmend berichten, soll die sportliche Leitung um Sportdirektor Rouven Schröder, Trainer Frank Kramer und Co-Trainer Mike Büskens vehement dafür geworben haben, mehr Geld zur Verfügung zu bekommen. Nach der 1:6-Blamage des S04 gegen Union Berlin am 27. August schlug das Trio laut der Berichte Alarm.

Der Tenor: Der aktuelle Schalke-Kader habe nicht das Niveau, den Bundesliga-Klassenerhalt zu garantieren. Ein erneuter Abstieg würde die „Knappen“ womöglich noch stärker treffen, als im Jahr 2021. Erneut drohe ein großer Umbruch, die Attraktivität des Klubs würde leiden. Der S04 könnte sich zu einer Fahrstuhlmannschaft entwickeln oder gar gänzlich aus dem deutschen Oberhaus verschwinden.

Ein Schalke-Streit um den Sparzwang des Klubs droht zu eskalieren.

Transfer-Wunsch abgelehnt: Schalke 04 hält am Sparzwang fest

Daher warb die sportliche Leitung beim Aufsichtsrat sowie bei Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers um eine Finanzspritze. Doch die Antwort war klar: Der Sparplan gehe vor, der FC Schalke 04 könne es sich nicht erlauben, wieder neue Wetten auf die Zukunft einzugehen.

So konnte es sich der S04 im Sommer nicht leisten, die ausgeliehenen Spieler Ko Itakura (5 Millionen Euro) und Darko Churlinov (3,5 Millionen Euro) fest zu verpflichten. Womöglich war es aber auch ein Wink des Schicksals: Beide Profis verletzten sich bei ihren neuen Klubs und fallen aktuell wochenlang bis mindestens zum WM-Beginn aus (alle S04-Transfer-News bei RUHR24)

Schalke-Streit kommt im Winter wieder auf den Tisch: Klassenerhalt nur mit weiteren Transfers möglich?

Schalke 04 musste bei den Transfers auf kreative Lösungen setzen und womöglich auch Abstriche bei der sportlichen Qualität machen. Das könnte sich rächen. Die S04-Bosse in der sportlichen Leitung sollen daher intern weiter Alarm schlagen.

In der WM- beziehungsweise Winterpause könnte das Thema noch einmal neu auf den Tisch kommen, vermuten auch Ruhr Nachrichten und Bild. Schließlich wird der FC Schalke 04 trotz Sparzwang alles daran setzen wollen, in der Bundesliga zu verbleiben. Wenn nötig, dann mithilfe eines hochkarätigen Winter-Transfers. Ob Rouven Schröder, Frank Kramer und Mike Büskens dafür aber Gehör bekommen, ist aktuell mehr als fraglich.

Rubriklistenbild: © Maik Hölter/TEAM2sportphoto via Imago